Raritäten en masse bei Herbstauktion in Rudolstadt

Rudolstadt.  Mehr als 3500 Antiquitäten und Kunstobjekte von Barock bis Gegenwart werden ab Donnerstag versteigert.

Kunsthistoriker Frank Schröder demonstriert zur Vorbesichtigung im Auktionshaus Wendl in Rudolstadt die Funktionsweise eines Tischfeuerzeuges in Tempelform, das mit elektrischer Zündung funktioniert. 

Kunsthistoriker Frank Schröder demonstriert zur Vorbesichtigung im Auktionshaus Wendl in Rudolstadt die Funktionsweise eines Tischfeuerzeuges in Tempelform, das mit elektrischer Zündung funktioniert. 

Foto: Thomas Spanier

Bereits seit Sonnabend läuft im Kunst-Auktionshaus Wendl die Vorbesichtigung für die 98. Herbstauktion, bei der ab Donnerstag drei Tage lang mehr als 3500 Antiquitäten und Kunstobjekte von Barock bis Gegenwart unter den Hammer kommen. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Hauses wird der Zuschlag ohne Saalpublikum erteilt. Corona fordert auch hier Opfer.

Wer das besondere Flair der mit Raritäten en masse drapierten Räume in der August-Bebel-Straße erspüren will, muss an den Tagen vor der eigentlichen Versteigerung kommen, seine Kontaktdaten angeben, einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das Auktionshaus durch den Hintereingang verlassen. Dazwischen aber wird er entschädigt durch Möbel und Skulpturen, Bücher und Gemälde, Uhren und Schmuck, Spielzeuge und Münzen. Und durch Porzellan.

Versteigerung im Internet miterleben

„Diesmal ist jede Menge Porzellan dabei, vieles davon aus Sammlungen“, sagt Anke Wendl, die gemeinsam mit Tochter Julia die Auktion durchführen wird. Saalpublikum ist auch diesmal nicht erlaubt, dafür kann man die Versteigerung auf der Website des Auktionshauses und drei internationalen Portalen live mitverfolgen. Und mitbieten, denn darum geht es bei einer Auktion.

„Rund 75 Prozent der Objekte, die wir aufrufen, werden im Schnitt verkauft“, sagte Anke Wendl. Der Rest geht ab nächsten Dienstag in den Nachverkauf, wo man oft ein Schnäppchen zum Einstandspreis machen kann.

Auch preiswerte Raritäten und Alltagsgegenstände

„Wir wollen möglichst vom Studenten bis zum Professor alle ansprechen“, sagt Martin Wendl, weshalb es neben hochpreisigen Stücken auch preiswerte Raritäten und Alltagsgegenstände gibt. Freunde von Zinnsoldaten kommen deshalb ebenso auf ihre Kosten, wie Kunstkenner, die allerdings beispielsweise für ein Gemälde von Stanislaw Zukowski 6500 Euro hinlegen müssen - mindestens.

500 Euro beträgt das Limit für ein ganz besonderes Stück, dessen Funktionsweise Frank Schröder dem Besucher erläutert: Ein Tischfeuerzeug in Tempelform mit elektrischer Zündung, bei dem durch die Reaktion von Zink und Säure Wasserstoff als Energiequelle freigesetzt wird. Und das schon vor 200 Jahren.