Rödelwitz: Wenn die Bahn immer pünktlich kommt

Rödelwitz.  Uwe Kupka hat sein Hobby zum Beruf gemacht und baut Modellbahnanlagen in liebevoller Detailarbeit.

Der Rödelwitzer Uwe Krupka inmitten seines Modellbahnparadieses. Der 53-Jährige hat seinen liebevoll nachgebauten Bahnhof Rudolstadt in der Nenngröße N selbst entworfen und gestaltet.

Der Rödelwitzer Uwe Krupka inmitten seines Modellbahnparadieses. Der 53-Jährige hat seinen liebevoll nachgebauten Bahnhof Rudolstadt in der Nenngröße N selbst entworfen und gestaltet.

Foto: Roberto Burian

Unser hektischer Alltag braucht einen Ausgleich. Das Leben im 21. Jahrhundert ist oft medial überladen. Häufig wird der Abend, besonders in kalten Monaten, vor dem Fernseher verbracht. Da wird es höchste Eisenbahn für ein familienfreundliches Hobby: Die Modelleisenbahn!

Entgegen der Vorstellung, dies sei nur etwas für Stubenhocker, ist diese Form der kreativen Freizeitgestaltung generationsübergreifend für jede Altersklasse geeignet. Bei den älteren Semestern wird das Kind im Manne geweckt und ein Hauch von Nostalgie weht durch den Raum, wenn man bei Uwe Kupka in Rödelwitz vorbeischaut.

Alles begann in einem kleinen Kinderzimmer, wo kein Platz für eine Modellbahnanlage war. „Eines Tages wollten meine Eltern einen ausgedienten Reisekoffer entsorgen. Da kam ich auf die Idee, eine Modelleisenbahn hinein zu bauen, und bat sie, mir diesen Koffer zu überlassen“ erinnert sich Kupka.

Von der Größe konnte nur eine Spur N darin Platz finden. Gesagt, getan, ein Mann, ein Wort und so suchte er die nötigen Schienen und Fahrzeuge zusammen und machte sich daran, die Szenerie en miniature in den Reisekoffer zu basteln. Dieses raffinierte Arrangement gehört zu den filigransten Arbeiten des 53-Jährigen. Wird der Deckel aufgeklappt, bekommt der Betrachter ein kleines Miniaturland mit Eisenbahn zu sehen. Damit schaffte es der gewiefter Tüftler sogar ins Fernsehen. Die Sendung „Außenseiter Spitzenreiter“ porträtiert Menschen mit besonderer Begabung oder abgefahrenen Hobbys, mit schrägen Erfindungen und ungewöhnlichem Wissen.

Stimmungsvolle Kulissen selbst gebaut

Als der Rödelwitzer dann vom Vermieter im Keller des Hauses einen Raum für eine Modellbahnanlage zur Verfügung gestellt bekommt, kann er sich einen Traum erfüllen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Endlich eine große Anlage. Als Vorbild sollte der Bahnhof in Rudolstadt dienen, den er in der Zeit um 1980 nachbilden wollte. Und so machte er sich daran, der Szenerie mit Bahnhof, Eisenbahn und Gebäuden Leben einzuhauchen. Allein die Lokomotiven und Waggons stammen aus dem Handel, die stimmungsvollen Kulissen mit den in den jeweiligen Bildern agierenden Figuren sind alle in akribischer Handarbeit im Maßstab 1:160 selbst entworfen worden. Viele Abende verbrachte Kupka damit, die kniffligen Feinheiten auszumessen und im Modell umzusetzen. Schließlich sollten Stellwerke und die Bahnhofsgebäude aussehen wie das Original. Entstanden ist dann der komplette Bahnhof der Residenzstadt. Zu vielen Ausstellungen, wie etwa in der Goethe-Galerie Jena, konnten die Besucher diese Arbeit mit viel Liebe zum Detail bestaunen.

Hobby als generationsübergreifendes Phänomen

Die Eisenbahn war schon immer ein generationsübergreifendes Phänomen: Ob Großeltern oder Enkel, die originalgetreu nachgebauten Bahnen ziehen weltweit viele Menschen in den Bann. Die Eisenbahn hat immer noch ihren festen Platz im Kinderzimmer und es gibt kaum einen Jungen, der nicht von Jim Knopf gehört hat und in jungen Jahren davon träumt, selbst einmal ein großartiger Lokführer zu werden.

Die Marke Piko hatte bereits zu DDR-Zeiten viele Fans. Auf der ganzen Welt düsen die Modelleisenbahnen des Sonneberger Unternehmens durch Kinderzimmer und Hobbyräume. Kleine Lokführer können sich hier kreativ ausleben, den Großen bei der Weichenstellung zur Hand gehen und Technik spielerisch begreifen.

Modelleisenbahnbau als Hobby hat pädagogischen Mehrwert: Kinder sind häufig begeisterungsfähige Besucher auf Messen oder in Spielzeugmuseen. Auch Senioren entdecken die Modelleisenbahn wieder als Hobby. Uwe Kupka, der Eisenbahner, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat, sagt: „Ich kann viel basteln und gestalten, mich kreativ austoben, das macht auch nach all den Jahren immer noch viel Spaß!“