Rudolstadt: Kleine Bühne macht großes Theater

Rudolstadt  Besucherandrang beim bunten Theaterfest zum Saisonstart in Rudolstadt.

Viele skurrile Gestalten trieben sich auf dem Gelände herum.

Viele skurrile Gestalten trieben sich auf dem Gelände herum.

Foto: Burian

Das Theater einem breiten Publikum näher zu bringen, das ist das Ziel des Rudolstädter Theaterfestes. Und so verwandelten Schauspieler und Mitarbeiter gestern den Platz der OdF in einen bunten Jahrmarkt. Dort trieben sich viele skurrile Gestalten, schräge Vögel, Gangster und Ganoven herum. Einfach mal gucken. Sich überraschen lassen. Ein bisschen Bühnenluft schnuppern und mal einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Viele Rudolstädter und Besucher aus der Region lernten das Haus und dessen Akteure genauer kennen. Doch dafür bedarf es großer Emotionen – und so intonieren die Thüringer Symphoniker unter Chefdirigent Oliver Weder bekannte Melodien, während sich Theaterleute und Besucher mit Wonne in opulente Kleider warfen und auf ein Fotoshooting warteten. „Ja, renn‘ nur nach dem Glück!“ lautete das Motto des Tages.

Während Mitglieder des Theaterjugendclubs auf dem Gelände für die Unterhaltung der Besucher zuständig sind, übernimmt das Schauspielensemble den Staffelstab auf der großen Bühne im Park, misst sich in einer humorig-übersinnlichen Quizshow und gibt den einen oder anderen bekannten Song zum Besten. Die Besucher sind eingeladen zu raten, zu wetten, anzufeuern, zu staunen und zu applaudieren.

Freuen konnten sich die Einheimischen und ihre Gäste auf die ganze Vielfalt des Theaters, auf Skurriles und viel Komisches. Über allen thronte die lange Ulla, die auf ihren Stelzen den perfekten Blick auf das bunte Treiben hatte. Dazwischen waren überall skurrile Gestalten, verkleidete Ensemble- und Jugendclub-Mitglieder, die der gesamten Veranstaltung ein gewisses Flair verliehen. Das kam an.

Die kleine Thüringer Landesbühne macht seit vielen Jahren großes Theater in der Provinz. Und ihr kunstwilliges Volk liebt seine Spielstädte. Natürlich kommt auch der Nachwuchs kommt auf seine Kosten. Sebastian (8) aus Kronach schlüpft in ein Ritterkostüm, während Friedrich (10) aus Sachsen den Sultan gibt. Die kleine Leonie verwandelt sich in die Eiskönigin Elsa, und Mila erfüllt sich den langgehegten Wunsch, einmal eine Prinzessin zu sein. „Ich musste gestern Abend meinen ganzen Kleiderschrank ausräumen, weil meine Enkelin so gerne verkleiden spielt und sie alle Kleider und Hüte anprobiert hat“, verrät schmunzelnd ihre Oma Birgit Kämmer aus Saalfeld. Die Fünfjährige lässt sich auf der Treppe mit Sandra Heyder und Carmen Rüdiger, die im Clownskostüm und dem von Pippi Langstrumpf unterwegs sind und in der Schneiderei des Theaters arbeiten, fotografieren. Alle, die schon Theaterfans sind, oder es noch werden wollen, hatten jede Menge Spaß. Ein buntes Fest für eine bunte Stadt. Theaterbegeisterte konnten in die Welt der Maske, Requisite und Kostümabteilung und das neue Spielzeitprogramm hineinschnuppern. Verspielt und verzaubernd ging es zu. Alles „nur“ Theater. Die Dramaturgie macht den Unterschied – zwischen einem guten und einem schlechten Event.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.