Rudolstadts Heizkraftwerk für Krisenfall gesichert

Rudolstadt-Schwarza  Strom und Wärme auch im Krisenfall: Heizkraftwerk Schwarza versorgt Abnehmer rund um die Uhr und wappnet sich für Corona-Vorkehrungen.

Mathias Friedrich, Geschäftsführer im Heizkraftwerk Rudolstadt: Wir sind auf Krisensituationen vorbereitet.

Mathias Friedrich, Geschäftsführer im Heizkraftwerk Rudolstadt: Wir sind auf Krisensituationen vorbereitet.

Foto: Heike Enzian

Der 150 Meter hohe Schornstein ist das Markenzeichen des Heizkraftwerkes Schwarza. Von hier aus werden Tausende Haushalte, Unternehmen, Einrichtungen in Rudolstadt und Bad Blankenburg rund um die Uhr mit Strom, Fernwärme, Dampf und Warmwasser versorgt. Darunter sind nicht nur die großen Abnehmer im Industriepark Schwarza sowie im Rudolspark, sondern auch Mieter in den Siedlungen Schwarza-Nord, Volkstedt-West und der Sobiksiedlung in Bad Blankenburg.

Draußen herrschen Minusgrade und die aktuelle Corona-Situation macht auch vor einem Versorger wie hier nicht halt. Wie richtet man sich in dem Unternehmen, einer 100prozentigen Tochter der Teag, darauf ein? Immerhin steht in Schwarza das aktuell größte Kraftwerk Thüringens. Hier werden rund 400 Megawattstunden Strom und 2600 Megawattstunden Wärme am Tag produziert. Dazu Kühlwasser, Druckluft und Stickstoff. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht zirka vier Megawattstunden Strom im Jahr, ein Einfamilienhaus rund 20 Megawattstunden Wärme im Jahr.

Notfallpläne sind Routine

„Hier am Standort ist die Abnahme von Strom und Wärme stabil“, informiert Geschäftsführer Mathias Friedrich. Der Kraftwerksbetrieb läuft uneingeschränkt. „Eine Situation wie aktuell in der Pandemie ist für uns nicht neu“, sagt er.

„Es existieren Krisenpläne, mit denen wir auch auf Situationen wie ein Blackout, also einen Stromausfall, vorbereitet sind. Wir haben sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen ergriffen, um eine solche Situation zu meistern“, ergänzt er. Und meint damit nicht nur Eingriffe in den Betriebsablauf wegen der Corona-Pandemie, sondern auch bei einem möglichen Ausfall einer Turbine, eines Aggregates oder einem Rohrbruch.

Für einen solchen Notfall geht der Kraftwerksbetrieb automatisch in einen gefahrlosen Zustand über und es greifen die Vorkehrungen, die einen autarken oder redundanten Betrieb ermöglichen.

Auch auf einen eventuellen Angriff von außen auf die Datennetze und die Kraftwerkssteuerung ist man gewappnet. „Die Kraftwerkssteuerung wird autark gefahren, ohne Verbindung nach außen“, erläutert Mathias Friedrich. „Jeder Datenstrom von außen und von innen wird erfasst, das haben wir von Spezialisten prüfen lassen. Das ist Standard in der Teag-Gruppe."

Wohncontainer als Reserve

50 Mitarbeiter sorgen im Kraftwerk für einen reibungslosen Betrieb, 34 davon im Vierschichtsystem an der Anlage. „Wir haben auch hier Maßnahmen ergriffen, um uns so gut es geht vor Corona zu schützen. Die Mitarbeiter arbeiten in festen Gruppen. Bisher hatten wir zum Glück noch keine Fälle in der Mannschaft“, lässt der Chef wissen.

Seit Ende vergangener Woche ist man am Standort Schwarza auch auf eine mögliche Anordnung seitens der Behörden eingerichtet, wenn es heißt, Mitarbeiter dürfen den Standort nicht mehr verlassen. Dafür sind auf dem Betriebsgelände Wohncontainer aufgestellt worden. „Wir sind auf so einen Extremfall vorbereitet, es gibt die Notfallpläne, aber wir hoffen, dass wir sie nicht brauchen“, macht Mathias Friedrich deutlich.

Das Kraftwerk in Schwarza gehört zum Herzstück des Industriegebietes und existiert seit 1936. Im Jahr 1994 wurde es Tochterunternehmen der Teag Thüringer Energie AG. Über die Jahre wurde in Millionenhöhe kontinuierlich in Ausstattung und Technik investiert.