Saalfeld: Kowalleck fordert mehr Tempo bei Digitalisierung der Schulen

CDU-Landtagsabgeordneter verwundert über fehlende Informationen zu technischer Infrastruktur

CDU-Landtagsabgeordneter Maik Kowalleck erläutert Regelschülern bei ihrem Besuch im Landtag die Arbeitsweise des Landesparlaments.

CDU-Landtagsabgeordneter Maik Kowalleck erläutert Regelschülern bei ihrem Besuch im Landtag die Arbeitsweise des Landesparlaments.

Foto: Friedrich/CDU

Von Jens Voigt


Saalfeld. Tablets für Schüler, die vielleicht bis Ende März ausgeliefert werden und lediglich eine Schule, wo WLAN überall verfügbar ist – dieser bisherige Stand der Schuldigitalisierung ärgert den CDU-Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck.
Bereits im Oktober 2020, als die traurige Spitzenstellung der Region bei den Corona-Infektionen noch nicht absehbar war, hatte Kowalleck bei Landesregierung und Landkreis angefragt, ob und wie gut hiesige Bildungseinrichtungen mit der Thüringer Schulcloud arbeiten und so guten Online-Unterricht anbieten können.
Antwort hat der Abgeordnete bislang freilich nur vom Thüringer Bildungsminister Helmut Holter (Linke) erhalten. Demnach haben aktuell 650 Schulen im Freistaat Zugriff auf die Cloud; weitere 160 haben ihn beantragt. Die Einführung der virtuellen Plattform habe sich „außerordentlich bewährt“, urteilt der Minister, denn damit könnten Schülerinnen und Schüler unabhängig von Zeit und Ort digital auf Lerninhalte zugreifen und daran arbeiten. Dass die Schulcloud häufig überlastet und nicht funktionsfähig ist, räumt Holter indirekt ein: Die Beteiligten würden „dies eher als Herausforderung“ auffassen.
Kowalleck genügen derlei lapidare Aussagen nicht. „Die Thüringer Schule darf nicht länger Entwicklungsland beim Online-Unterricht sein“, findet der Saalfelder Abgeordnete. Es sei nicht hinnehmbar, dass in anderen Bundesländern die Schüler mit Computern und Tablets ausgestattet werden, während in Thüringen gefühlt nichts passiere und auch die Schulcloud keine Arbeitssicherheit biete.
Verwundert zeigt sich Kowalleck, dass der Landkreis als Schulträger zum damaligen Zeitpunkt keine einzige Frage zu den technischen Voraussetzungen an den Schulen beantworten konnte. Vielmehr wurde mitgeteilt, dass die Schulcloud in der alleinigen Verantwortung des Bildungsministeriums liege. Das wiederum hatte erklärt, dass nur der Landkreis als Schulträger Auskunft über die technischen Voraussetzungen geben könne. Auf OTZ-Anfrage hatte das Landratsamt dazu kürzlich informiert. Demnach verfügt derzeit nur die Regelschule Königsee über ein WLAN-Netzwerk im gesamten Gebäude, das Heinrich-Böll-Gymnasium in Saalfeld und das Gymnasium Königsee sollen in diesem Jahr folgen. Für fünf weitere Schulen im Landkreis sollen Vorplanungen erfolgen. Für die insgesamt rund 7000 Schüler sind 652 Tablets bestellt, aber noch nicht eingetroffen.