Saalfeld-Rudolstadt: Die Herrin der Zeitungen

Unterwellenborn.  Wie funktioniert es, dass die Zeitung jeden Morgen pünktlich im Briefkasten ist? Das weiß niemand so genau wie Medienlogistikerin Susanne Dietzel.

Medienlogistikerin Susanne Dietzel auf dem Hof des Logistikzentrums an der B 281 im Industriegebiet Unterwellenborn. Seit 20 Jahren ist sie für die pünktliche Zustellung der OTZ zuständig.

Medienlogistikerin Susanne Dietzel auf dem Hof des Logistikzentrums an der B 281 im Industriegebiet Unterwellenborn. Seit 20 Jahren ist sie für die pünktliche Zustellung der OTZ zuständig.

Foto: Norbert Kleinteich

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Frühmorgens liegt die Ostthüringer Zeitung (OTZ) im Briefkasten. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wir haben eine Frau gefragt, die es wissen muss: Die Herrin der Zeitungen.

Zwei Depots im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Die Zeitung wird - nachdem sie von der Redaktion gefüllt und am Desk in Jena und Erfurt bearbeitet wurde - im Druckhaus in Erfurt-Bindersleben gedruckt. Im noch jungen Tag geht sie auf die Reise in die Depots. Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gibt es davon zwei. Einmal bei Stefanie Wedel in einem ehemaligen Autohaus im Gewerbegebiet Kirchhasel und bei Susanne Dietzel in Unterwellenborn.

Bevor die Zeitungen von beiden Depots an die Zusteller ausgeliefert werden können, muss die Organisation von den Medienlogistikerinnen Wedel und Dietzel klar sein. Während bei Stefanie Wedel eine Fahrzeugflotte von 38 Kleintransportern für den Weitertransport zur Verfügung steht, sind es gut 55 Fahrzeuge bei Susanne Dietzel. Dazu kommen noch fast 20 Fahrräder. Allerdings wird von hier auch ein Teil des Raumes Pößneck bedient, nicht nur Saalfeld.

Vor 20 Jahren als Zustelleraushilfe angefangen

Susanne Dietzel hat vor 20 Jahren als Aushilfe bei der Zustellung der OTZ begonnen. Wie sie sagt, aus einer Laune heraus. Sie weiß, was es heißt, als Zusteller bei jedem Wetter sechs Tage in die Woche, ob Regen, Schnee, Kälte, frühmorgens, wenn noch alles schläft, die Exemplare an den Mann zu bringen. Nicht überall sind dazu Briefkästen gut zu lokalisieren. Manchmal ist die Hausnummer nicht ohne weiteres zu finden, ein andermal der Briefkasten.

In der Halle des Depots im Industriegebiet Unterwellenborn, unmittelbar neben der B 281, hat alles seinen Platz. Wenn Tageszeitungen, Anzeigenblätter mit vielen Prospekten sowie Briefpost eintreffen, geht es hier rund. „Am Wochenende werden bis zu 40 Tonnen Papier bewegt – und das dreimal bis zur Auslieferung“, sagt Dietzel.

Bis zu 40 Tonnen Papier werden pro Tag bewegt

Tageszeitungen seien es insgesamt rund 20.000, die von hier sechsmal die Woche ausgeliefert werden. Dafür hat sie um die 120 Zusteller unter ihren Fittichen. Fällt einer aus, reagieren Susanne Dietzel und ihre Kollegen. Wenn alles passt, kommt ein Springer ins Spiel, der dann die Lieferung für den ausgefallenen Zusteller übernimmt. „Es gibt Springer, die übernehmen bis zu 300 Abonnenten, wenn Zusteller beispielsweise wegen Krankheit oder Urlaub ausfallen“, sagt die Saalfelderin. Es könne vorkommen, dass ein Exemplar der Tageszeitung aus irgendeinem Grund nicht zugestellt wird. Der Abonnent sollte sich dann beim Lieferservice melden und dazu die Telefonnummer 0365-8229229 anrufen.

„Es ist ein Irrglaube, dass sich die Zahl der Abonnenten dramatisch nach unten entwickelt hat“, sagt die Medienlogistikerin, deren Beruf einst bei der Rateshow „MMM - Heiteres Beruferaten“ im Theater Rudolstadt vom Rateteam nicht erkannt wurde. Hier war sie damals eine Kandidatin.

Fehlendes Personal ist ein akutes Problem

Dass ihr die Arbeit trotz stressiger Situationen Spaß macht, ist ihr anzusehen. Was sie bei der neuen Gestaltung der OTZ bemängelt, ist die Tatsache, dass die Bezeichnung der OTZ-Ausgabe auf dem Titelblatt schlecht für sie und ihre Mitarbeiter zu lesen ist. Die Bezeichnung, in welcher Ausgabe das jeweilige Exemplar erscheint, konnte man vorher auf der linken Ecke oberen auf der Titelseite nämlich deutlicher und so auch schneller erkennen.

Susanne Dietzel kämpft - wie anderswo auch - mit fehlendem Personal. Ebenso ihre Kollegin in Kirchhasel. Man könne jederzeit nachfragen. Zehn bis zwölf Einstellungen wären möglich. Wenn man von 2 bis 6 Uhr arbeitet, so hätte man noch viel vom Tag, weiß sie aus Erfahrung. Der größte Teil der Zusteller seien zwischen 50 bis 65 Jahren. Auch viele Rentner seien interessiert, zu arbeiten. Dazu gibt es die Möglichkeit voll, teilweise oder geringfügig tätig zu sein.

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