Saalfelder Eltern kämpfen für einen Zebrastreifen

Saalfeld  Die Bundesförderung für die Sanierung des Gebäudes der Geschwister-Scholl-Schule gilt in Saalfeld als eine Art Lottogewinn. Knapp 7,5 Millionen Euro werden die Bauarbeiten kosten, die nun ab Ferienbeginn mit dem Abbruch der alten Mensa gestartet sind, wie Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) am Mittwoch dem Stadtrat mitteilte.

Peggy Ungelenke, Elternsprecherin der Johannesschule, präsentierte im Stadtrat 440 Unterschriften für einen Zebrastreifen an der Hüttenstraße.

Peggy Ungelenke, Elternsprecherin der Johannesschule, präsentierte im Stadtrat 440 Unterschriften für einen Zebrastreifen an der Hüttenstraße.

Foto: Guido Berg

Doch die Sanierung des Schulgebäudes wirft auch Probleme auf. Darauf machte Peggy Ungelenke die Stadträte aufmerksam. Sie ist Elternsprecherin der Johannesschule, die das Gebäude der Scholl-Schule nutzt. Während der Bauarbeiten wird die Johannesschule im Gebäude des Bildungszentrums (bz) in der Saalfelder Bahnhofsstraße untergebracht sein. Die aus Saalfelds Innenstadt kommenden Schüler müssen daher ab kommenden Schuljahr einen neuen Schulweg gehen und dabei die Hüttenstraße überqueren. Die Ecke Hüttenstraße/Bahnhofstraße gilt als unübersichtlich und insbesondere gefährlich für Radfahrer, die OTZ berichtete.

Peggy Ungelenke und viele andere Eltern fordern nun die Installation eines gesicherten Überweges, eines Zebrastreifens an der Hüttenstraße. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die Eltern 440 Unterschriften für einen Zebrastreifen an der Hüttenstraße gesammelt: „Und es werden noch mehr!“ Auf SPD-Antrag hatte der Stadtrat bereits einen entsprechenden Prüfauftrag erteilt.

Dem ist die Stadtverwaltung gefolgt, doch mit einem aus Sicht der Eltern unbefriedigenden Ergebnis: Einen Übergang soll es nach Auskunft des Bürgermeisters aus rechtlichen Gründen nicht geben können.

„Wir sind damit nicht einverstanden!“

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Verkehr, in der Fachleute verschiedener Ämter und auch Polizeivertreter Verkehrsprobleme beraten, habe sich gegen einen Zebrastreifen ausgesprochen. Etwa, weil die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt sei. Kania sprach von „hartnäckigen Verhandlungen“ seitens der Stadt, bei der immerhin Achtungsschilder und auch Piktogramme auf der Straße herausgekommen seien. Mit diesen Mitteln sollen die Auto- und Radfahrer auf die Schüler aufmerksam gemacht werden.

„Wir sind damit nicht einverstanden!“, erklärte Elternsprecherin Peggy Ungelenke: „Für die Kinder wäre ein echter Übergang wichtig.“ Dazu Kania: „Sie haben mein vollstes Verständnis, aber wir haben mehr erreicht, als nach StVo möglich ist.“ (nach der Straßenverkehrsordnung) Kania: „Wir wollen, aber wir dürfen nicht.“

Das wiederum wollte SPD-Grüne-Fraktionschef Steffen Lutz so nicht stehen lassen: „Wir sollten nicht so schnell aufgeben.“ Diese Äußerung verärgerte den Bürgermeister: „Sie waren nicht dabei. Die Mitarbeiter haben sehr gekämpft!“ Lutz entgegnete, er wolle nur, „das wir weiter dran bleiben“.

Und Kania blieb weiter dran: Bereits am Donnerstagmorgen telefonierte der Bürgermeister mit dem Leiter des Saalfelder Inspektionsdienstes, Holger Schulz. Im Ergebnis dessen soll es ein gemeinsames Treffen mit den Eltern geben. Das Ziel dieses Treffens: „Wir wollen die für die Kinder sicherste Möglichkeit finden.“ Es seien ja auch noch sieben Wochen Zeit bis zum Schulbeginn: „Wir haben genügend Zeit, die beste Variante zu finden.“

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