Schiefer-Denkmal in Lehesten wird multimedial

Lehesten.  Technisches Denkmal Schieferbergbau plant Audioführer und Besucherplattform. Außerdem soll die Kompressorenstation saniert und geöffnet werden.

Die Zentrale Kompressorenstation auf dem Areal des Technischen Denkmals.  

Die Zentrale Kompressorenstation auf dem Areal des Technischen Denkmals.  

Foto: Robin Kraska

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In der Saison 2020 erwarten die Besucher des Technischen Denkmals Historischer Schieferbergbau einige Neuerungen. Laut Michael Rahnfeld, der die museale Neukonzeption koordiniert, soll bereits zum Saisonstart im April eine neue, digitale Besucherplattform zur individuellen Erkundung des Areals einladen. „Interessierte können dann mit dem eigenen Smartphone auf Tour gehen, auch außerhalb von Führungen und der Saison“, sagt Rahnfeld, der seit 1. Januar 2019 im Denkmal wirkt. Geplant sind unter anderem O-Töne in Form von Video- und Audioclips. Verantwortlich dafür zeichnet eine Stuttgarter Firma.

Besuchermeinungen sind dem Erfurter Volkskundler besonders wichtig, rund 130 Rückläufer bekam er auf eine Online-Umfrage. Ergebnis: „Fast jeder wünschte sich, uns individueller entdecken zu können“. Dem tragen ab Sommer auch Audioführer auf Deutsch oder Englisch Rechnung. Auch hier setzt Rahnfeld auf die mobilen Endgeräte der Besucher, „denn ein Smartphone hat heute fast jeder“. Begleitend dazu wird das künftige Leitsystem auch analog ausgebaut, etwa in Form einheitlich gestalteter Beschilderung.

„Wichtig ist, dass es bei den Besuchern gut ankommt – und die sind im Schnitt schon über 55“, so Rahnfeld. Die Besucherplattform kommt kostenfrei, den Audioführer zum Runterladen könnte es möglicherweise gegen „kleines Geld“ geben. Wichtig ist Michael Rahnfeld: „Die Führungen durch unsere ehemaligen Bergleute bleiben das Kerngeschäft!“ Doch da die Kumpel von damals älter werden, wird jetzt Nachwuchs gesucht. „Wir wollen neue Museumsführer auf Honorarbasis einstellen“, sagt Rahnfeld. Interessierte können sich ab sofort melden.

Ein großes Projekt im Jahr 2020 ist auch die Kompressorenstation. Sieben Masterstudenten der Volkskunde und Kulturgeschichte aus Jena forschen in einem Teilprojekt zu dem Gebäude, das bisher nicht Bestandteil der Führungen ist. Nach einer notwendigen Teilsanierung wird es ebenfalls noch in diesem Jahr zugänglich gemacht, eine temporäre Ausstellung zum Alltag im Schiefertagebau um 1910 ist angedacht. Dazu ist die Einrichtung des Fördermaschinenhauses am Schacht IV, das der Traditionsverein Thüringer Schieferbergbau Lehesten um Helmut Färber saniert, fast fertig. Auch hier ist eine Ausstellung geplant.

Insgesamt habe es 2019 rund 3600 registrierte Besucher gegeben - nicht bedeutend weniger als 2018 mit exakt 3858. „Das ist für ein Museum, das nur die Hälfte des Jahres offen ist, gut“, findet Michael Rahnfeld. „Die Sperrung der Breiten Straße hatten wir uns schlimmer ausgemalt“.

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