Schnitzeljagd mit „Sabine“ durch Gorndorf

Saalfeld.  Am ersten Winterferientag entdeckten junge Besucher des Jugend- und Stadtteilzentrums „ihr“ Viertel mit einer Schnitzeljagd - das Sturmtief? Egal!

Sozialarbeiter Thomas Endter bespricht mit seiner Gruppe vom Jugend- und Stadtteilzentrum der Schnitzeljagd quer durch Gorndorf.

Sozialarbeiter Thomas Endter bespricht mit seiner Gruppe vom Jugend- und Stadtteilzentrum der Schnitzeljagd quer durch Gorndorf.

Foto: Robin Kraska

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Ist es das Ziffernblatt, das Kruzifix oder was ganz anderes? Das Trüppchen sucht emsig, während ihm der Wind um die Mützen pfeift. Rund ein dutzend Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren erkundeten am Montag - ihrem ersten Winterferientag - den Stadtteil Gorndorf. Die meisten sind regelmäßige Besucher des Jugend- und Stadtteilzentrums der Diakonie. An zehn Orten im Stadtteil warten Buchstaben, die schließlich zu einem Codewort zusammengesetzt werden sollen. Die Teilnehmer müssen in Teams arbeiten, um weiter zu kommen, geheimnisvolle Hinweise vor jeder Station richtig deuten, Kreativität und Fantasie haben. Eine Gorndorf-Karte gibt es zur Unterstützung.

Ehrenamtlicher Betreuer für Ferienlager gesucht

Erste Station: Die Kirche in Alt-Gorndorf. Das „T“ ist hier der gesuchte Buchstabe und wird durch ein Christenkreuz symbolisiert. Es könnte aber auch ein „O“ sein, repräsentiert durch das runde Ziffernblatt am Turm - oder? „Es gibt unzählige Deutungen, auf die wir Großen gar nicht kommen würden“, sagt Sozialarbeiter Thomas Endter. Er und JSZ-Mitarbeiterin Heidi Hartmann begleiten die Tour, die der Auftakt des JSZ-Ferienangebotes ist. Heute soll im Stadtwald via Eyba zu den Feengrotten gewandert werden, „wenn der Förster sein Okay gibt“, sagt Hartmann - Stichwort Sabine.

Ein Besuch der Schaugrotten soll sich dem Marsch anschließen, bevor es in den folgenden Tagen ins Hallenbad, auf die Eisbahn nach Neustadt/Orla und in die Bowlingbahn geht. „Die meisten sind Stammteilnehmer, die die ganze Woche über mitmachen“, sagt Heidi Hartmann. „Darunter sind auch Kinder aus unserem Deutschkurs für Migrantenkinder“. Seit zwei Jahren veranstaltet das JSZ auch wieder Ferienlager, dieses Jahr zwei, nach Ilmenau für die Jüngeren, die Größeren fahren im Sommer gar an die Ostsee nach Prora. „Dafür benötigen wir noch einen ehrenamtlichen Begleiter, der sich auch zutraut, einen Kleinbus voll mit Kindern zu fahren.“ Rüstige Rentner, Elternteile, Studenten in den Semesterferien - „wir freuen uns auf Interessierte!“, sagt JSZ-Leiterin Andrea Tauchnitz.

Herzplätzchen zum Valentinstag für den ersten Schwarm

Derweil im nahen Fitnesszentrum angekommen, hat ein Haltegriff in der Kletterhalle frappierende Ähnlichkeit mit dem nächsten Buchstaben. So geht es weiter zu Grundschule, zu Spielplätzen, der Apotheke im Ärztehaus, wo das „A“ zu erraten ist. Mitunter ist die Lösung einfacher, als gedacht. Die von der eingeweihten Apothekerin verlangte Bezeichnung für das Hauptprodukt des Hauses mit diesem Anfangsbuchstaben ist nämlich schlicht „Arznei“, und nicht Antibiotika, wie ein Junge vermutet. „Gerade die Jüngeren lernen so, aus sich herauszugehen, Menschen anzusprechen, selbstbewusst zu werden“, erklärt Heidi Hartmann. Eine ähnliche Absprache existiert mit der Fleischerei im Rewe-Markt, wo eine „wunderbar, würzige Wurst“ gekauft werden soll. Klar, Salami, mit „S“.

Gemeinsames kochen und backen ist im JSZ wichtig, sagt die Betreuerin. Dabei wird nicht nur auf gesunde Ernährung, sondern auch auf Regionalität und Qualität wert gelegt. In Ermangelung realer weißer Pracht werden schon mal aus Marshmallows Schneemänner für die gemeinsame Vesper gebacken. Auch der bevorstehende Valentinstag wird als Backware in Herzchenform umgesetzt. „So haben die Kinder gleich ein Geschenk für den 14.“

Einige der Jungen und Mädchen hätten durchaus schon einen ersten Schwarm, manche sogar schon seit dem Kindergarten, „wo schon fest steht, dass sie mal heiraten wollen“, sagt Heidi Hartmann mit einem Lächeln. „Dass sie uns das so offen erzählen, zeugt von großem Vertrauen“. Die Anbahnung von Kontakten übers Internet, etwa Facebook, beobachten sie teils mit gemischten Gefühlen. „Dann klären wir auch über die Risiken auf“.

Nach weiteren Stationen am Skatepark „Pyra“ und dem Erasmus-Reinhold-Gymnasium sind alle Lettern eingesammelt, liegen im Turnsaal des JSZ auf dem Boden und müssen nur noch richtig zusammengesetzt werden. Die Idee „Windstraße“ ist zwar theoretisch (fast) möglich, richtig ist aber „Winterspaß“. Die versprochene Belohnung funktioniert schließlich ganz jahreszeitneutral: Eine Schatzkiste, im Clubraum im Keller versteckt, angefüllt mit Süßigkeiten.

wer Ferienlager-Betreuer werden will, kann sich an JSZ-Leiterin Andrea Tauchnitz wenden. Er oder sie wird geschult, Führerschein Klasse B ist Bedingung. E-Mail: A.Tauchnitz@diakonie-wl.de, Tel.: (03671) 677 10.

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