Schwarze Masken und Schnelltests für zu Hause von Saale-med aus Probstzella

Probstzella.  Der Sanitätshandel Saale-med aus Probstzella blickt auf ein turbulentes Corona-Jahr zurück.

Dieter und Antje Nagel im Lager. Den deutlichen Großteil ihres Umsatzes generieren sie mit corona-unabhängigem Sanitätsbedarf.

Dieter und Antje Nagel im Lager. Den deutlichen Großteil ihres Umsatzes generieren sie mit corona-unabhängigem Sanitätsbedarf.

Foto: Robin Kraska

Glück mit der selbstgewählten Branche – so umschreibt Antje Nagel die Situation ihrer Firma Saale-med Medizintechnik GmbH in Probstzella. Mit ihrem Mann Dieter Nagel betreibt sie zwei Sanitätshäuser in der Loquitzgemeinde sowie in Rudolstadt. Dazu statten sie Arztpraxen, Kliniken, Pflegedienste und private Patienten mit Sanitäts- und Hygienebedarf aus.

„Im Gegensatz zu manchen anderen Branchen haben wir das Glück, in der Corona-Krise normal weiterarbeiten zu können“, sagt sie. „In unserem Sektor ist die Nachfrage auch in Krisenzeiten stabil“, nennt Nagel einen Vorteil. Der zweite: Sie gelten natürlich als systemrelevant.

Man sei aber kein wirtschaftlicher Gewinner der Pandemie. „Zwar war die Nachfrage nach Desinfektionsmittel, Handschuhen und Mundschutzmasken deutlich angestiegen“, sagt die Geschäftsführerin. „Doch ebenso natürlich die Einkaufspreise. Sie stiegen zum Teil ums Zwanzigfache. Natürlich mussten und müssen wir das an unsere Kunden weiterreichen“.

Preise auf hohem Niveau stabil

Dazu sei der weltweite Einkauf deutlich komplizierter geworden. „Unsere Mitarbeiter haben alles versucht, immer noch eine weitere Quelle aufzutun, was einige Nerven gekostet hat“, so Antje Nagel. Ihnen gebühre Dank für Ihren Einsatz. „Sie haben Großes geleistet“. Rund 50 Angestellte beschäftigt Saale-med.

Doch der Ursprung jener Quellen ist fast immer China, wo praktisch alle der Waren produziert werden. „Wir sind auch davon abhängig, wie ‘fit’ die dortige Produktion angesichts Corona ist“, ergänzt Dieter Nagel. Erschwerend kamen Lieferengpässe dazu, durch die einige Kunden nicht wie gewohnt versorgt werden konnten. „Da entstanden unangenehme Wartezeiten“, sagt Antje Nagel, zumal viele ihrer Abnehmer dringend auf das Material angewiesen seien, etwa für ambulante Operationen.

Das Verständnis für Verzögerungen und Preissteigerungen sei unterschiedlich gewesen. „Unsere Außendienstmitarbeiter mussten sich schon so manches anhören“, so Dieter Nagel. Auch seien ihre Wartungstechniker teilweise nicht mehr in Altenheime eingelassen worden.

Inzwischen hätten sich Versorgungslage und Preise normalisiert und auf hohem Niveau stabilisiert, trotzdem seien die Vorjahrespreise noch nicht wieder erreicht. „Trotzdem sind wir jetzt, im zweiten Lockdown, alle bereits etwas routinierter“, sagt Nagel. Jedoch seien Handschuhe noch immer problematisch. Ihr Preis liegt konstant bei mindestens 100 Prozent über dem ursprünglichen Niveau.

Schnelltests neu im Sortiment

Beide gehen auch nicht von baldiger Entspannung aus. „Ich rechne für nächste Woche mit weiteren Verschärfungen, statt Aufhebungen. Das geht über den November hinaus“, ist sich Dieter Nagel sicher. Seine Gattin: „Dieses Jahr wird dick und fett zu Ende gehen“. Beide betreiben auch das Hotel im Haus des Volkes, sämtliche Weihnachtsfeiern sind dort abgesagt. Dieter Nagel: „Diese Messe ist gelesen“.

Allerdings machen Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe nur einen geringen Teil des Geschäfts aus, das sich im wesentlichen aus klassischen Hilfsmitteln für Kranke und Pflegebedürftige speist: Rollatoren, Krücken und andere Gehilfen, Pflegebetten, Toilettenstühle, Tropfständer, Inkontinenzbedarf. „Diese Geschäft lief im Grunde normal weiter“, sagt Antje Nagel.

Neu im Sortiment sind „dank“ Corona lediglich Schnelltests für den Eigengebrauch, der „letzte Renner“ seien schwarze Stoffmasken. „Das ist wohl die aktuelle Mode“, vermutet Antje Nagel.