Sozialforschung in Saalfeld-Rudolstadt: Die Zukunftswerkstatt im Schwarzatal

Saalfeld/Rudolstadt.  Sozialforschung im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (Teil 3): Die Zukunftswerkstatt Schwarzatal findet als Austauschplattform ihre neue Rolle.

Tag der Sommerfrische 2019 am Kaisersaal in Schwarzburg. An Dutzenden Standorten im Schwarza- aber auch im Rinne- und Sorbitztal haben Kommunen, Vereine, Privatleute und Initiativen auf die Tradition der Sommerfrische aufmerksam gemacht.

Tag der Sommerfrische 2019 am Kaisersaal in Schwarzburg. An Dutzenden Standorten im Schwarza- aber auch im Rinne- und Sorbitztal haben Kommunen, Vereine, Privatleute und Initiativen auf die Tradition der Sommerfrische aufmerksam gemacht.

Foto: Henry Trefz

Drei Jahre waren Mitarbeiter des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen(Sofi) im Landkreis unterwegs: auf der Suche nach sozialen Orten und mit vielen Fragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region im Gepäck. Ihre Erkenntnisse präsentieren wir an dieser Stelle in wöchentlich erscheinenden Artikeln unter der Rubrik „Sozialforschung im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“.

Seit Oktober 2017 (unter-)suchen die Forscher im Landkreis soziale Orte neuen Typs, also innovative Institutionen oder Prozesse, in denen – im Idealfall – Akteure aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft zusammenkommen, um Herausforderungen gemeinsam anzupacken. Ein Beispiel ist die Zukunftswerkstatt Schwarzatal.

Unterstützung durch IBA und die Leader-Aktionsgruppe

Als Partnerin der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen und mit Unterstützung der Leader-Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt lädt die Initiative dazu ein, dem negativen Entwicklungstrend der vergangenen Jahrzehnte neue Ideen, Projekte und Prozesse entgegenzusetzen und so die Region nachhaltig zu gestalten.

Seit 2011 ist sie regelmäßige Austauschplattform für Bürger, Impulsgeberin und „Brückenbauerin“ zwischen regionalen wie auch externen Partnern.

Zu den wohl bekanntesten ihrer Aktivitäten zählen die jährlich stattfinden „Schwarzburger Gespräche“ sowie der „Tag der Sommerfrische“. Die Zukunftswerkstatt hat den expliziten Anspruch, die Region zusammenzubringen sowie das „Wir-Gefühl“ und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Tal zu stärken: etwa durch eine bessere Kommunikation und Kooperation der Gemeinden, um historisch gewachsene kommunale „Egoismen“ aufzubrechen und „um zu schauen, dass man die Region gemeinsam voranbringt“, berichten Beteiligte in Interviews.

Intensive fachliche Begleitung der Prozesse

Welche Relevanz dafür strategische Partnerschaften auch außerhalb der Region haben können, zeigt sich gut am Beispiel der Zukunftswerkstatt: Durch die IBA-Kandidatur erhielten die Prozesse im Schwarzatal eine intensive fachliche Begleitung und konnten eine große Außenwirkung erzielten, die in neuen Zugängen zu Fördertöpfen und neuen Kooperationsbeziehungen mündete.

Auch die Zusammenarbeit innerhalb der Region erhielt einen Aufschwung, und erste Engagierte aus Großstädten konnten für die Sommerfrische-Bauten im Tal begeistert werden.

Wie ein städtisches Akteursnetzwerk im Landkreis zu gesellschaftlichem Zusammenhalt beiträgt, berichtet der nächste Artikel dieser Serie.