Stadtrat Lehesten

Tante-Emma-Läden in Lehesten bleiben

In Lehesten brodelt die Gerüchteküche: Angeblich ist geplant, beide Einkaufsmärkte in der Stadt zu schließen. Doch an dem Buschfunk ist nichts dran.

Der vorderste Teil der derzeit in Sanierung befindlichen Breiten Straße mit einem der beiden Einkaufsmärkte Lehestens. Entgegen Gerüchten sollen sie nicht schließen. 

Der vorderste Teil der derzeit in Sanierung befindlichen Breiten Straße mit einem der beiden Einkaufsmärkte Lehestens. Entgegen Gerüchten sollen sie nicht schließen. 

Foto: Robin Kraska

Verliert Lehesten seine Einkaufsmärkte? Das scheinen zumindest nicht wenige Lehestener zu befürchten. Auslöser der Debatte im Bürgerfrageblock der Stadtratssitzung am Mittwochabend im Rathaus waren entsprechende Gerüchte, die auch in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Demzufolge solle angeblich wenigstens einer der beiden Märkte im Zentrum schließen. Aktuelle existieren zwei in unmittelbarer Nähe zueinander: Der Lebensmittelmarkt SEH im Knick der Breiten Straße zum Markt hin und der größere „A+B Lebensmittelmarkt“ direkt am Marktplatz. In beiden sitzt jeweils auch ein Fleischer, die Filiale eines Bäckers aus der Raum Stadtroda schloss Ende September. „Wenn die auch noch aufhören, können wir Lehesten wirklich zumachen!“, befand eine Bürgerin und appellierte an Bürgermeister René Bredow (BI), sich mit aller Kraft für den Erhalt einzusetzen. Das werde er gerne tun, versprach Bredow, verwies aber auf die geschäftliche Freiheit der Unternehmer. „Wir können niemanden festnageln!“ Ratsmitglied Karl-Heinz Fischer (AfD) mahnte an, als Lehestener Einwohner auch solidarisch zu sein und lokale Akteure zu unterstützen.

An Kaufhallen-Gerüchten nichts dran

Wie OTZ von den aktuellen Betreibern erfuhr, ist an den Gerüchten aber offenbar gar nichts dran. Nachdem der Kaufmann und langjährige Inhaber Norbert Ballhause im April des Jahres verstorben war, wurde das Unternehmen vererbt und wird nun von der „Woll & Beuche GmbH“ in Wurzbach geleitet. Wie uns Martina Beuche am Telefon erzählt, sind ihr die Gerüchte völlig unbekannt „und auf alle Fälle falsch!“ Fakt sei, „beide Läden bleiben geöffnet!“ Ein Ersatz für den ausgezogenen Bäcker sei bereits in Planung und solle demnächst kommen. „Wir werden auch noch einmal mit dem Bürgermeister persönlich sprechen“, sagt sie.

Die von einem Besucher im Stadtrat vermuteten Sanierungsarbeiten der Breiten Straße als Grund für die scheinbaren Schwierigkeiten seien Martina Beuche zufolge „nicht das Problem“.

Gebührenbescheid für unvernünftige Steinbruch-Kletterer

Karl-Heinz Fischer bat wiederum um Aufklärung in Sachen der Rettungsaktion vierer fahrlässig in einem Stollen beim Oertelsbruch verunglückter Wanderer. „Gibt es eine Chance, dass wir das Geld, das uns der Rettungseinsatz im Juni gekostet hat, wiederbekommen - so, wie wir es mal besprochen hatten?“, fragte er. Laut Robert Heerwagen, leitendem Beamten der VG Schiefergebirge, liege der Verwaltung nun der Polizeibericht vor und würden die Kosten zusammengestellt sowie der Gebührenbescheid fertiggemacht. „Aber ob wir das Geld wirklich je bekommen..?“, sagte Heerwagen, der bereits bei der ersten Diskussion dieser Option kurz nach dem Einsatz Zweifel hatte, ob dies gelingt. Laut Stadtbrandmeister und Ratsmitglied Dennis Zwerrenz (Bürgernah) seien der Stadt selbst nur „geringfügige Kosten“, etwa durch kleinere Materialbeschädigungen während des Einsatzes entstanden.

Als Gast stellte Michael Rahnfeld, Projektkoordinator der Stiftung Thüringischer Schieferpark, seine Pläne zur Neukonzipierung des Areals vor. Nach den Ausführungen des 34-Jährigen kündigte Helmut Färber, geschäftsführender Stiftungsvorstand, aus Altersgründen seinen Rücktritt vom Posten zum Ende des Geschäftsjahrs 2020 an. „Wir sind mit Michael auf einem sehr guten Weg und ich freue mich auf das, was noch kommt“, so der ehemalige Bergmann. „Und wir suchen Nachwuchs. Wer sich vorstellen kann, uns in der Stiftung nachzufolgen, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden“, sagte Färber.

Nach dem umfangreichen Diskussionsteil gerieten die vier Beschlussfassungen im öffentlichen Teil, unter anderem zur Winterdienstvergabe und dem Brandschutzkonzept des Kindergarten, zügig und einstimmig.

Zu den Kommentaren