Thüringens größtes Stoffgeschäft in Saalfeld eröffnet

Saalfeld.  Im City Center am Saalfelder Markt bieten Daniela und Marcel Santi Stoffe aller Art. Sehr im Trend sind Recycling-Stoffe.

Daniela und Marcel Santi eröffnen im City Center am Saalfelder Markt Thüringens größtes Stoffgeschäft.

Daniela und Marcel Santi eröffnen im City Center am Saalfelder Markt Thüringens größtes Stoffgeschäft.

Foto: Guido Berg

Der „Stofftreff Santi“ in der Niederen Torgasse ist Daniela Santi und ihrem Mann Marcel zu klein geworden. Sie hatten dort nur 160 Quadratmeter, auf dem sie ihre vielfältigen Stoffe anbieten konnten. Nun ist das Ehepaar mit ihrem Geschäft umgezogen: Im Untergeschoss des City Center am Saalfelder Markt können sie sich nun auf 600 Quadratmetern ausbreiten. Der „Stofftreff Santi“ ist damit zum größtes Stoffgeschäft Thüringens avanciert. Die 32-Jährige und der 40-Jährige folgen damit einem Trend ihrer Kundschaft, den Daniela Santi lächelnd so beschreibt: „Nähen ist eine Sucht!“

„Das Nachhaltige“ ist auch in Saalfeld „stark im Kommen“

Nicht jeder will mehr Kleidung von der Stange tragen. Individualität drückt sich immer mehr durch Selbstgenähtes aus, wofür die Santis die Rohstoffe liefern: Stoffe aller Couleur. Baumwolle, Leinen, Softshell, verschiedene Fließe, Badeanzugstoff, Nicki, Cord, Leder, aber auch Recyclingstoffe sind bei den Santis zu erwerben. Wer will, der kauft sich einen Stoff, deren Fäden aus alten PET-Flaschen (PET - Polyethylenterephthalat) hergestellt wurden. Auch Bambus ist ein immer mehr nachgefragter nachwachsender Rohstoff für Stoff. „Das Nachhaltige ist stark im Kommen“, sagt Marcel Santi.

Mit der Zahl der Quadratmeter Ladenfläche wächst bei den Santis auch die Zahl der Mitarbeiter. Inklusive ihres Geschäfts in Eisenach beschäftigen die Saalfelder mittlerweile zehn Mitarbeiter. Das Erfolgsrezept beschreibt Marcel Santi so: Verkauft werde „kein Ramsch“, sondern hochwertige Ware zum günstigen Preis. Auch die Saalfelder Modedesignerin Judith Skodlerak gehöre zu ihren Kundinnen. Die Stoffe kaufen sie bei Großhändlern in den Niederlanden oder in der Stadt Nordhorn an der niederländischen Grenze, wo viele Großhändler ihren Sitz haben. Die Santis können gute Preise machen, „weil wir gut verhandeln können“, erklärt Daniela Santi.

Auch die Kinder arbeiten schon ein wenig mit im Geschäft

Vielleicht begründen die Santis eine große Saalfelder Stoffhändler-Dynastie? Als erste Generation? Immerhin, ihre beiden Kinder, acht und neu Jahre alt, helfen bisweilen schon mit im Laden. „Der Große doubliert schon die Stoffe“, verrät Marcel Santi stolz. Doublieren meint das Halbieren der Stoffrollen. In die Wiege gelegt wurde der Stoffhandel dem Unternehmer-Paar nicht. Sie ist Saalfelderin und hat in Köln Sport studiert. Er ist Schreiner von Beruf und stammt aus der Nähe von Stuttgart.

Demnächst steht für die Santis ein größere Investition ins Haus. Sie schaffen sich einen Stoffdrucker an. Das ist auch der Grund, warum sie mit dem Stoffhandel noch nicht gerade reich geworden sind. Denn den Erlös ihres Geschäfts investieren sie immer wieder in ihr Business. Wie Marcel Santi informiert, wird der knapp eine Tonne wiegende Stoffdrucker etwa 80.000 Euro kosten. Wenn sie ihn haben, wird es möglich sein, Stoffe mit persönlichen Lieblingsmustern zu bedrucken. So entstehen farbenfrohe Kissenbezüge, Decken, Vorhänge oder etwa Hundemäntel. Hundemäntel? „Ja“, sagt Daniela Santi, „das ist auch so ein Trend“.

Die Saalfelder sind „offen und freundlich“

Die Miete für das Untergeschoß des City Center in Saalfeld ist aus Marcel Santis Sicht „für Saalfeld in Ordnung“. Die beiden Stoffhändler versuchen, auch wirtschaftlich nachhaltig zu handeln. Sie haben zwar für diese räumliche Ausdehnung ihres Geschäfts einen Kredit aufgenommen, aber nur einen kleinen. „Wir wollen nicht von einer Bank abhängig sein“, sagt Marcel Santi. Der Schwabe kam 2009 nach Saalfeld und findet es in der Feengrottenstadt schön. Die Saalfelder seien „offen und freundlich“.