Thüringer Kost bald auf Schwarzburgs Schlosspromenade

Schwarzburg  Viktor Zierat vom Hotel Schwarzaburg möchte im Sommer nach der Eröffnung die Restaurant-Sparte des Hotels ganz in das neue Haus verlegen.

Noch fehlt es hier und da am Innenausbau, doch bis zum Eröffnungstermin soll es höchstens noch eine Handvoll Wochen dauern, versichert Schwarzaburg-Hotelier Viktor Zierat. Foto: Henry Trefz

Noch fehlt es hier und da am Innenausbau, doch bis zum Eröffnungstermin soll es höchstens noch eine Handvoll Wochen dauern, versichert Schwarzaburg-Hotelier Viktor Zierat. Foto: Henry Trefz

Foto: Henry Trefz

Ein bisschen muss man sich konzentrieren, um nichts durcheinander zu bringen: Schwarzburg heißt der Ort, die Schwarza ist der Fluss, der hindurchfließt und um das nahe Schloss herum und Schwarzaburg das kleine, feine Hotel, von dem aus man in Hausschuhen ins Zeughaus laufen könnte, falls man wollte. Und doch liegt es jene wenige Meter seitwärts der berühmten Promenade zwischen dem Kreisel am „Weißen Hirsch“ und der Schlossanlage, dass mancher den Minimal-Umweg scheut.

Solchen Gästen kann bald geholfen werden. Die seit Jahren gereifte Idee, frühere gastronomische Angebot an der Flaniermeile wieder aufleben zu lassen, sieht ihrer Realisierung entgegen. Schon 2016 hatten Victor Zierat, Eigner des Hotels Schwarzaburg, und seine Frau Irma als Pächterin der Liegenschaft den Plan einer großzügigen Terrasse an der Promenade und begeisterten ohne Probleme auch die Lenkungsgruppe des Leader-Förderprogramms.

Aus den ersten extravaganten Stahl- und Glas-Entwürfen wurde im Laufe der Zeit zwar ein eher bodenständiger Aus- und Anbau der früheren Broiler-Bar, dafür verfestigte sich die Idee, die Gastronomie (bis auf das Frühstück der Übernachtungsgäste) vom Hotel an die Promenade zu verlegen.

Zwar war inzwischen die Zeughaus-Eröffnung als großer Termin vorüber, doch die Neujustierung nahm Fahrt auf. Bis zum Schicksaltag am 21. September 2018, als Viktor Zierat schwer erkrankte und eine Weile nicht nur das Projekt auf Messers Schneide stand.

Inzwischen hat sich der Hotelier erholt und weiß, dass er trotz aller Vorfreude kürzer treten muss. Dies hat auch Konsequenzen für das Bauprojekt. „Wir wollen uns nicht von einem Termin hetzen lassen, der uns nur wieder in die nächste Stress-Spirale bringt“, hat Viktor Zierat inzwischen verinnerlicht. Immerhin, durch die im Innenausbau gut voran gekommenen Räume, in denen kaum noch etwas an die frühere Bruchbude erinnert, und die in den nächsten Tagen ihren Fußbodenheizung bekommt, kann er schon einmal führen.

Dort, wo im Moment die beiden großen Musterfliesen in gedeckten Grautönen liegen, bietet sich die unvergleichliche Aussicht auf die Schlossanlage. Aber nicht nur die etwa 40 Plätze im Inneren, auch genügend Freiluftplätze sollen dafür sorgen, dass bei einer Reisebus-Ankunft niemandem der Schweiß ausbrechen muss.

Und trotz aller Gelassenheit, die mit seiner rheinischen Herkunft zu tun haben mag, lässt er sich dann doch noch eine Prognose entlocken: Diesen Sommer wollen wir schon noch aufmachen, bestimmt sogar zum 100. Geburtstag der Weimarer Verfassung, den man natürlich auch in Schwarzburg feiern will. Und mit klassischer Thüringer Küche die Erwartungen des Publikums erfüllen, obwohl der Koch aus dem südhessischen Gernsheim kommt, aber inzwischen schon in Mellenbach wohnt.

Und danach kommt sein nächsten Lieblingsprojekt an die Reihe: die Wiedergangbarmachung des immer noch gesperrten Direktweges vom Parkplatz Pocherbrücke zur Schlosspromenade.

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