Tischlerei in Gräfenthal feiert Jubiläum

Saalfeld.  Die Tischlerei Hetzer in Gräfenthal begeht ihr 10-jähriges Bestehen. Landrat Marko Wolfram besuchte das Unternehmen.

Marko Hetzer (links) zeigt Landrat Marko Wolfram (SPD) seine Tischlerei in Gräfenthal.

Marko Hetzer (links) zeigt Landrat Marko Wolfram (SPD) seine Tischlerei in Gräfenthal.

Foto: Martin Modes / Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt

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Marko Hetzer wollte am 1. Juli im großen Rahmen sein 10-jähriges Firmenjubiläum feiern – und hat die Feier bis auf weiteres wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Gerade deswegen lud er Landrat Marko Wolfram (SPD) zur Besichtigung nach Gräfenthal ein. Am Donnerstag, 18. Juni war es soweit: Für den Landrat gab es eine Betriebsbesichtigung mit der ganzen Familie, wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes heißt.

„Was Marko Hetzer und seine Mitarbeiter hier anbieten, ist für einen so kleinen Betrieb sehr bemerkenswert“, sagte Wolfram, der sich beim Firmenbesuch eine Schnelleinweisung ins Tischler-Handwerk habe geben lassen. „Er vereint Handwerkskunst und modernste Technik und schafft damit hervorragende Qualität.“

Hetzers Firmengebäude in der Weidigstraße beherbergt das Unternehmen seit der Gründung vor zehn Jahren, das Gebäude ist aber bereits 100 Jahre alt und war ursprünglich Sitz der Gräfenthaler Drahtweberei. Dankbar sei Hetzer dem damaligen Bürgermeister Henry Bechtold, der die Übernahme der Industriebrache möglich gemacht hatte. „Wir haben damit einen Schandfleck im Ort beseitigt. Andernfalls wäre das Gebäude inzwischen komplett zusammengefallen“, so Hetzer.

Bundesweite Nachfrage

Beim Rundgang erläuterte er die Möglichkeiten der Firma, die auf zwei großen Etagen aus Werkstatt, Lager und Büro besteht. In den vergangenen zehn Jahren habe er sich nicht nur in der Region einen guten Kundenkreis erarbeitet. Durch die Teilnahme an Ausschreibungen seien die Produkte längst bundesweit zu finden. Derzeit sei Hetzer wieder unterwegs, um Aufträge in Hamburg und Essen abzuarbeiten. Natürlich fertige er auch in Gräfenthal und Umgebung – so wie vor kurzem den Innenausbau der Arnsbachtalmühle. Obwohl häufig unterwegs, sei ihm besonders wichtig: „Ich freue mich über jeden Auftrag aus der Region, egal ob Firma oder von Privatleuten.“

Marko Hetzer sei ein Verfechter der regionalen Zusammenarbeit der Unternehmen – darauf achte er auch bei der Beschaffung seiner Arbeitsmaterialien und Rohstoffe und bei den Partnerfirmen. Wenn es möglich sei, erfüllt Hetzer Kundenwünsche ganz individuell. Ein Beispiel dafür ist das Vario-Scharnier, dass er bei Geschirrspülern einbaut. Dadurch könne man Küchenzeilen mit niedrigem Sockel anbieten. Gefertigt hat die Tischlerei auch schon spezielle Chassis für die Radiokonsole vom Golf VII.

Auf Kundenwünsche gehe die Firma auch bei der Gestaltung der Möbel ein. Bei einem Hersteller in Kleinheubach werden per Digitaldruck Fotos oder beliebige Motive gefertigt, die per Fotodruck aufs Holz oder andere Flächen aufgedruckt werden. Moderne Technik sei auch bei der individuellen Planung im Einsatz: Mit 3D-Visualisierungen können sich die Kunden schon vorher in einer fotorealistischen Darstellung am Computer überzeugen, wie Möbel und Einrichtung aussehen.

Ausbildung mit Begeisterung

Begeisterung merke man dem Tischlermeister auch an, wenn er über das Thema Ausbildung spricht. In der Innung des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks Saalfeld-Rudolstadt-Pößneck im Ausbildungsberuf Tischler ist er seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Prüfungskommission tätig. „Das Schwerste ist es, geeignete Auszubildende zu bekommen“, sagt er. Deshalb ist ein zweiwöchiges Praktikum die erste Voraussetzung, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Derzeit absolviert Katharina Haucke ihre Lehre zur Tischlerin. Sie sei mit ihrem Ausbildungsplatz, den abwechslungsreichen Tätigkeiten und dem Chef sehr zufrieden. Er sei akkurat und investiere viel Zeit. „Dabei legt er Wert auf die Eigenverantwortung“, so Haucke.

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