Trotz „Sorgen der Zeit“: Saalfelder Weihnachtsmarkt eröffnet

Guido Berg
| Lesedauer: 4 Minuten
In Saalfeld ist am Donnerstag der Saalfelder Weihnachtsmarkt eröffnet worden. Die Kinder des Kindergartens „Sonnenland“ sangen dazu Weihnachtslieder - und wurden vom Weihnachtsmann beschenkt.

In Saalfeld ist am Donnerstag der Saalfelder Weihnachtsmarkt eröffnet worden. Die Kinder des Kindergartens „Sonnenland“ sangen dazu Weihnachtslieder - und wurden vom Weihnachtsmann beschenkt.

Foto: Guido Berg / OTZ

Saalfeld.  Kinder des „Sonnenlandes“ sangen Weihnachtslieder. Es gibt Glühwein und „Glögg“. Der Bürgermeister schreibt „Frieden“ auf seinen Wunschzettel.

Die ersten offiziellen Worte bei der Eröffnung des Saalfelder Weihnachtsmarktes kamen vom kleinen Ben. Der Sechsjährige vom Kindergarten „Sonnenland“ erklärte, dabei für Erheiterung sorgend, dass er die Lieder, die er und seine Freunde vom Kindergarten gleich singen werden, hier jetzt vorstellen „müsse“. Zur Gitarre einer Kindergärtnerin erklangen dann Lieder wie „Schneeflöckchen“, „Guten Tag, ich bin der Weihnachtsmann“ und natürlich „In der Weihnachtsbäckerei“.

Nach dem kleinen Ben ergriff Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) das Wort. Er dankte den Kindern vom „Sonnenland“ und erinnerte daran, dass es Corona-bedingt 2019 den letzten richtigen Weihnachtsmarkt in Saalfeld gegeben hat. 2020 war es „nur eine abgespeckte Version“ und im vergangenen Jahr fiel er gleich ganz aus. Nun also wieder ein kompletter Weihnachtsmarkt „und Gott sei Dank gibt es auch den ,Eiszauber’ in diesem Jahr“, so der Rathauschef. Die Eisbahn auf dem Markt von Initiator Christian Faber hat schon seit einigen Tagen geöffnet und wird von zahlreichen Schlittschuh-Fans genutzt.

Saalfelds Rathauschef: Der Weihnachtsmarkt bringt „ein Stück Normalität“

Der Bürgermeister hofft, der Weihnachtsmarkt werde den Besuchern in den nächsten drei Wochen auch helfen, „die Sorgen der Zeit“ etwas hinter sich zu lassen. Gegenüber dieser Redaktion erklärte Kania, es gebe „Krieg Mitten in Europa“; die Menschen litten unter hohen Energiekosten. Bei diesen vielen Unsicherheiten könne der Weihnachtsmarkt „ein Stück Normalität“ bringen und die Bürger auf Weihnachten einstimmen. Der Weihnachtsmarkt lade zu „einem Austausch in lockerer Atmosphäre bei einem Glas Glühwein ein“.

Auch der Weihnachtsmann hatte am Donnerstag einen ersten Auftritt in dieser Saison. Er trat zum Gelächter der Kindergartenkinder ans „Mikrodon“ - „Schneemann Otto hat gesagt, das heißt so“ - und erklärte, er sei „in den letzten Jahren beinahe eingerostet“. Für die Kinder übergab er an die Kindergärtnerin Claudia große Tüten mit Geschenken. Zudem erhielt jedes Sonnenland-Kind einen Freifahrtsschein für das Karussell. Den Bürgermeister forderte der Weihnachtsmann auf, einen Wunschzettel auszufüllen - „für die Stadt“.

Was auf diesem Wunschzettel stehen würde, erklärte Kania gegenüber dieser Redaktion: Er wünsche sich, dass es der Stadt Saalfeld weiter gelinge, in die eigene Infrastruktur zu investieren. Zudem sei sein größter Wunsch, dass der Frieden in diesem Land erhalten bleibt. Der Rathauschef: „Der Frieden war uns über viele, viele Jahre selbstverständlich.“ Sein Wunsch wäre nun: „Dass das Selbstverständliche wieder selbstverständlich wird.“

Es gibt „Glögg“ beim „Alten Schweden“ und natürlich Detscher

Beim ersten Gang über den Saalfelder Weihnachtsmarkt des Jahres 2022 trifft der Besucher auf Neues und Bekanntes. So gibt es auch in diesem Jahr wieder die Detscherhütte der Saalfelder Vereine. Saalfelds Vize-Bürgermeisterin Bettina Fiedler (CDU) stellte erfreut fest, dass ihr der Preis für ein Glas Glühwein noch moderat vorkommt: „Das hätte schlimmer kommen können.“ Und wer mag, der kann auch in diesem Jahr ein Glas „Glögg“ - „rot oder weiß“ - beim „Alten Schweden“ genießen. Kulinarisch fiel dies ins Auge: Frischgebackener Blumenkohl „mit verschiedenen Soßen“.

Mit Christhütte sind es insgesamt 18 Buden, die die Besucher auf dem Saalfelder Markt erfreuen, rechnet Marktmeister Thomas Schilling vom Kulturbetrieb „Meininger Hof“ vor. Einige Betreiber seien schon „eine feste Größe“ auf dem Weihnachtsmarkt, etwa die Familie Müller mit ihren Strümpfen und Mützen, die schon seit 30 Jahren dabei sei und viele Freundschaften in Saalfeld geschlossen habe. Nahezu neu sei indes die „GeNussEcke“ von Tom Schieck aus Rudolstadt. Der junge Mann erzählte der Redaktion, dass seine Wagen mit Leckereien vor allem in Erfurt und Weimar stehen. Doch als er es in der Corona-Zeit für nur zwei Wochen auch in Saalfeld probierte, sei er so gut angenommen worden, dass er eine Investition wagte: „Der Wagen, den Sie hier sehen, ist ganz neu.“