Verbraucherzentrale Rudolstadt: Hilfe für immer mehr Ratsuchende

Rudolstadt  Verbraucherzentrale in Rudolstadt bietet Beratung an - in diesem Jahr wurde sie bereits 131 mal genutzt

Monika Guthknecht (links) und Marita Schmalz beraten Verbraucher in Rudolstadt

Monika Guthknecht (links) und Marita Schmalz beraten Verbraucher in Rudolstadt

Foto: Heike Enzian

Ärger mit dem Handyvertragsanbieter, eine Rechnung über 800 Euro für die Entfernung eines Wespennestes oder über 1400 Euro für den Schlüsseldienst. Immer wieder kommt es vor, dass Verbraucher schlechte Erfahrungen machen. Für viele Betroffene ist die Verbraucherzentrale dann die erste Anlaufstelle. Einmal in der Woche, immer mittwochs, werden Sprechstunden im Handwerkerhof in Rudolstadt angeboten.

„Als die Volksbank Gera -Jena-Rudolstadt dieses Jahr langfristige Sparverträge kündigte, waren wir die ersten, die das mitbekommen haben“, nennt Monika Guthknecht, Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale, ein Beispiel. „Wir haben betroffene Bankkunden beraten, sind bis zur Schlichtungsstelle nach Berlin gegangen, aber die Bank akzeptiert den Schlichterspruch nicht. Jetzt gibt es nur noch die Möglichkeit, gegen die Kündigung zu klagen“, erklärt sie.

In Rudolstadt werden Beratungen zu den Themen Verbraucherrecht, Lebensmittel/Ernährung und Energie angeboten. Allein in den ersten beiden Bereichen fanden im vergangenen Jahr 140 Beratungen statt, in diesem Jahr sind es bis jetzt bereits 131. Bei speziellen Fragen zu Finanzen, Versicherung oder Bau gibt es Spezialisten in Jena oder Erfurt.

„Häufig kommt es zu Ärger mit Notdiensten etwa für Kammerjäger, Rohrreiniger oder Schlüsseldienste. Hier erleben wir immer wieder, dass Verbraucher die erstbeste Telefonnummer anrufen, die erscheint, wenn man nach Hilfe bei Google sucht. Dahinter allerdings stecken häufig keine regionalen Dienstleister, sondern große Agenturen, die kleine Firmen damit beauftragen. Auf den Rechnungen fehlt oft das Impressum oder man findet erfundene Namen, beispielsweise von Fußballspielern“, erklärt Pressesprecherin Mara Mertin. „Da ist es auch für uns schwierig anzusetzen. Gerade deshalb sind bei diesen Themen präventiv tätig und wollen aufklären“.

Sie weiß auch: „Auf Fallen im Verbraucherrecht kann jeder reinfallen. Es sind nicht nur ältere Menschen betroffen. Ein Dauerbrenner sind nach wie vor Gewinnspiele und Telefonabzocke, aber auch Inkassoschreiben“. Stoßen die Verbraucherberater an Grenzen, so arbeiten sie mit Honoraranwälten zusammen.

In letzter Zeit zugenommen haben Anfragen von Angehörigen zum Thema Pflege und Betreuung. „Hier dürfen wir nicht beraten, können aber Ansprechpartner nennen“, sagt Maria Schmalz. Ihr Fachgebiet ist die Ernährung. „Die Nährwerttabellen auf Lebensmitteln sind ein großes Thema. Hier werden die Verbraucher oft getäuscht, in dem die Industrie bei Mengenangaben oder Portionsgrößen trickst“, sagt sie. Gefragt sind zu diesem Thema bestimmte Kursangebote oder Aktionen beispielsweise in Schulen oder bei Selbsthilfegruppen.

Der Standort Rudolstadt der Verbraucherzentrale soll erhalten bleiben, es ist die einzige im südostthüringer Bereich. „Die Ruwo hat den Mietvertrag für die Räume im Handwerkerhof übernommen. Wir unterstützen diese wichtige Einrichtung“, so Bürgermeister Jörg Reichl.

Eine Beratung bei der Verbraucherzentrale kostet zehn Euro. Es besteht auch die Möglichkeit, sich an eine kostenpflichtige Hotline zu wenden.

Die Verbraucherberatung in Rudolstadt ist geöffnet: mittwochs 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr. Beratung zu den Themen Lebensmittel und Ernährung gibt es mit Termin auch dienstags, 8 bis 16 Uhr, Energieberatung findet jeden zweiten und vierten Dienstag, 18.30 bis 21 Uhr. mit Termin statt.

Telefon: 03672/413069 oder 0361/555140. E.Mail: info@vzth.de

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