Verbund zum Schutz Rudolstädter Kulturgüter gegründet

Heike Enzian
Dieter Marek zeigt in der Historischen Bibliothek Rudolstadt einen Frühdruck aus dem Jahr 1496. Der Leiter des Staatsarchives steht dem Notfallverbund vor.

Dieter Marek zeigt in der Historischen Bibliothek Rudolstadt einen Frühdruck aus dem Jahr 1496. Der Leiter des Staatsarchives steht dem Notfallverbund vor.

Foto: Heike Enzian

Rudolstadt  Fünf Einrichtungen und Träger engagieren sich nun im neuen Verbund zum Schutz Rudolstädter Kulturgüter.

Eine original Luther-Bibel in der Historischen Bibliothek im Alten Rathaus oder Caspar David Friedrichs Gemälde „Morgennebel im Gebirge“ auf der Heidecksburg sind die vielleicht wertvollsten Rudolstädter Kulturgüter. Insgesamt geht die Zahl der Objekte in den Museen und Archiven der Stadt in die Hundertausende. Feuer, Hochwasser, Sturm: Es kann Ereignisse geben, die ihnen zusetzen. Was ist in einem Katastrophenfall zu tun, um die Rudolstädter Schätze zu schützen? Dafür gibt es jetzt eine Regelung.

Vier Einrichtungen beziehungsweise Träger haben eine Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen, einen Notfallverbund zum Kulturgutschutz, gegründet. Die Vereinbarung haben die Stadt Rudolstadt mit dem Fachdienst Stadtarchiv und Historische Bibliothek, der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit dem Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und dem Kreisarchiv, der Freistaat Thüringen mit dem Landesarchiv Thüringen und dem Staatsarchiv Rudolstadt sowie die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten unterzeichnet. Den Vorsitz hat der Leiter des Staatsarchives, Dieter Marek, inne, er soll künftig aber turnusmäßig wechseln.

„Es ist heute das Ende von zähen, teilweise von Misserfolgen begleiteten Bemühungen“, sagte Dieter Marek. Die Initialzündung für die Gründung eines Notfallverbundes ging nach dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 aus. Damals gab es bereits den ersten Vorstoß zur Gründung eines Notfallbundes in Rudolstadt nach Weimarer Vorbild. Jetzt ist man in einem dritten Anlauf zu einem Ergebnis gekommen.

„Damit fängt die Arbeit erst richtig an“, machten die Unterzeichner deutlich. Für die beteiligten Einrichtungen gilt es, einen objektbezogenen Gefahrabwehrplan zu erarbeiten. Außerdem soll es gemeinsame Schulungen und Übungen geben. Für die praktische Umsetzung wird eine Arbeitsgruppe gebildet, dabei sind auch Feuerwehr und Katastrophenschutz einbezogen.