Verein des Monats: Förderer des Kindergartens Unterwellenborn

Unterwellenborn  Verein des Monats Der Förderverein „Waldkinder“ des Awo-Fröbelkindergartens „Am Wald“ in Unterwellenborn

Die Awo-Fröbelkindergarten „Am Wald“ in Unterwellenborn hat einen Förderverein, in dessen Vorstand zwei Männer das Sagen haben: Daniel Bauer (links) und Paul Zeymer im Inneren des ausgebauten Bauwagens.

Die Awo-Fröbelkindergarten „Am Wald“ in Unterwellenborn hat einen Förderverein, in dessen Vorstand zwei Männer das Sagen haben: Daniel Bauer (links) und Paul Zeymer im Inneren des ausgebauten Bauwagens.

Foto: Guido Berg

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„Die machen das wunderbar“, sagt Kindergartenchefin Susann Kaufmann. Gemeint sind Daniel Bauer und Paul Zeymer vom Vorstand des Fördervereins „Waldkinder“ des Fröbelkindergartens „Am Wald“ in Unterwellenborn. Bauer hat zwei Kinder in der Einrichtung. „Das dritte ist schon raus.“ Von Zeymer ist nur ein Kind im Waldkindergarten, aber das wird sich ändern: „Das zweite ist unterwegs.“

Dass sie etwas Besonderes sind, wissen der 39- und der 30-Jährige: „Wir sind im weiten Umkreis die einzigen Väter im Vorstand eines Kindergartenfördervereins.“ Die Motive für ihr Engagement können beide detailliert benennen. Er wollte eine Rolle, die mehr ist als „nur bringen und wieder abholen“, erklärt Bauer. Der Förderverein, erst im Februar dieses Jahres gegründet, biete ihm die Möglichkeit, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen. Zudem werden Erzieher durch helfende Eltern entlastet, was den Kindern zugute kommt, ergänzt Zeymer. Auch entstehe durch ihre Aktivitäten für die Einrichtung mit zwölf Gruppen und 160 Kindern eine Gemeinschaft der Eltern. „Man lernt sich kennen“, sagt Bauer, „das ist nicht nur ,Guten Tag‘ und ,Auf Wiedersehen‘“.

Natürlich war es auch so, dass sich bei der Gründungsversammlung des Vereins nicht alle vordrängelten, in den Vorstand zu kommen, erinnern sich beide lächelnd. Für sie beide ist die Vorstandsarbeit aber auch nicht die allergrößte Herausforderung, denn beide haben beruflich Erfahrungen im Projektmanagement. Bauer arbeitet im Vertrieb für Werkzeugmaschinen, Zeymer ist im Einkauf tätig. In gewisser Weise sind ihre Firmen sogar Wettbewerber auf dem Markt, oder, vornehm gesagt, „Marktbegleiter“. Doch sie verstehen sich und bezeichnen sich lachend als „Topf und Deckel“.

Das erste Projekt, der Bauwagen, war schon angeschoben, als der Förderverein seine Arbeit aufnahm. „Aber wir konnten die Finanzierung übernehmen“, berichtet Bauer. 3000 Euro wurden zugeschossen. „Es war unser Pilotprojekt.“ Oft sind die Kinder im nahen Wald. Der ausgebaute Bauwagen bietet nun die Möglichkeit, mit den Kleinen über die Mittagszeit draußen zu bleiben, draußen zu essen und auch den Mittagsschlaf im Wald abhalten zu können. „Der Wald ist Dreh- und Angelpunkt“ des Waldkindergartens, nomen est omen. Sehr viele Arbeitsstunden seien in den Bauwagen geflossen, sechs bis acht Wochenenden dafür verwendet worden.

Auch Weiterbildungen für die Erzieherinnen hat der Förderverein schon finanziert. Das Weiterbildungsbudget war erschöpft, „aber letztlich kommt es unseren Kindern zugute“, sagt Bauer.

Zu den weiteren Aktivitäten gehört die Gestaltung von Veranstaltungen, etwa des Kindertagsfestes. Daniel Bauer und Paul Zeymer sind keine Vorstände, die die Aufgaben lediglich delegieren. Bauer ist der Mann am Bratwurst-Stand; beim Kindertagsfest hat er 200 Bratwürste gebraten „und bis auf drei waren auch alle gut“. Bauer: „Grillen ist eine gewisse Leidenschaft von mir.“ Auch in diesem Punkt ergänzen sich die beiden Männer: Zeymer gilt mittlerweile als Kapazität am Waffeleisen.

Kaum ist der Bauwagen fertig, erscheinen neue Aufgaben am Horizont: Gerade im Winter dauert es lange, ehe so eine Kindergruppe vollständig angezogen ist. Damit nicht die ersten zu schwitzen beginnen, müssen sie draußen auf die übrigen Kinder warten. „60 Kinder in einer Garderobe funktioniert einfach nicht.“ Der entsprechende Wartebereich ist jedoch bis dato nur eine relativ charme-freie Betonfläche. Das soll sich ändern, sagen die Väter vom Vorstand. Bodenschutzmatten sollen angeschafft werden, vielleicht auch ein Kletterparcours und eine Überdachung sowie eine Dekorierung zum Thema Wald. Und einen Namen braucht die Freifläche auch. Erste Ideen – etwa „Waldbushaltestelle“ – gelten noch nicht als das Gelbe vom Ei. Bauer: „Wir suchen noch einen Namen!“

Vorschläge per E-Mail an: kiga.unterwellenborn@awo-saalfeld.de

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