Visionär in die zwanziger Jahre

Bad Blankenburg.  Neujahrsempfang im Städtedreieck: Wahlhelfer, Elektromobilität und Konflikte waren Themen in der Stadthalle Bad Blankenburg

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„Neues Jahr, neues Glück.“ Mit diesen Worten begrüßte Bad Blankenburgs Bürgermeister Mike George (Freie Wähler) die Gäste des Neujahrsempfangs in der Stadthalle der Kurstadt. „Glücksbringer unterstreichen diesen Wunsch“, sagte er und zählte neben Kleeblättern und Marienkäfern auch den Schornsteinfeger auf.

Jenes Symbol hatten die Stadtoberhäupter des Dreiklangs auch zum Empfang eingeladen. Schornsteinfeger waren in ihrer Kluft zwischen den anderen Menschen in Anzügen und Kleidern zu finden. „Greifen sie beherzt zu“, motivierte der Bürgermeister die Gäste dazu, sich ein kleines bisschen Glück für das Jahr 2020 abzuholen.

Festansprache vomTeag-Vorstandssprecher

Das „Thüringer Folklore Tanzensemble“ und die Thüringer Symphoniker begeisterten das Publikum mit Tanz und Musik. „Die Perle von Iberien“ zeigte einen Zigeunertanz, der für stürmenden Beifall sorgte.

Die Festansprache kam in diesem Jahr von Diplom-Ökonom Stefan Reindl, Sprecher des Vorstandes der Thüringer Energie AG. In die Zukunft entführen möchte er, wie er sagte. Mit einem Bild im Kopf von einer Ampel an einer sechsspurigen Straße begann er den Lärm zu beschreiben. In anderen Städten sei es jetzt schon leise. „Visionen sind nicht im Kurs. Aber wenn man 20 Jahre zurück schaut, dann muss man sich bewusst machen, was wir schaffen können.“ Internet und Smartphones zählte er auf. Damals undenkbar.

„Ist Deutschland ein Vorbild?“, fragte er. Dass eine Vorbildfunktion Einfluss haben kann, dessen ist er sich sicher. Ein Schlüsselwort der Entwicklung, auch im Bereich der Lebensgrundlagen und Infrastruktur, sei Nachhaltigkeit. „Das kann man übersetzen mit einem Wort: Enkelfähigkeit. Vieles von dem, was wir im Bereich der Energie tun, war nicht wirklich nachhaltig. Es wird immer weniger neues Erdöl gefunden. Kohle ist auch nicht wirklich die Lösung. Über Kernenergie brauchen wir nicht reden. Kein Land dieser Welt hat ein Endlager“, sagt er und stellt in den Raum: „Elektromobilität wird kommen.“

Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) sprach seine Wünsche für das neue Jahr aus. Neue Träume sollen sich zu noch unerfüllten gesellen. Es habe Themen gegeben, die beschäftigten und polarisierten und es gab große Ereignisse, die auch im Städtedreieck ankamen. „Das Jahr 2019 stand im Zeichen der Demokratie“, sagte er und dankte im selben Atemzug den vielen Wahlhelfern, die im vergangenen Jahr im Einsatz waren. Das Jubiläum zum Mauerfall ließ er nicht unerwähnt. „Wo Licht ist, ist Schatten“, deckt er alle Seiten jener Zeit auf. „Heute leben wir in Demokratie und Freiheit“, betonte er. „Doch was treibt uns an? Was treibt Sie an? Ich denke, man kann es mit Sehnsucht beschreiben.“

Gemeinsam stünden alle Menschen vor großen Herausforderungen. Handelskonflikte und Naturkatastrophen prägten die Nachrichten. Demokratie und Meinungsfreiheit seien in Deutschland in Gefahr. Angriffe, körperlich wie verbal, seien täglich in den Medien. Auseinandersetzungen fänden gleichsam auf der Straße und im Internet statt. Dass gerade in einer Gemeinschaft viel bewegt werden könne, zeigten viele Organisationen. „Rückbesinnung auf das Wir ist nicht ohne Risiken, aber dennoch wünschenswert“, sagte er mit einem Hinweis auf Bewegungen, die Mitmenschen mobilisieren.

Streitbar, diskussionsfreudig, offen und respektvoll: Er wünscht sich diese Mischung im gemeinsamen Dialog – auch für Saalfeld und das Städtedreieck. Mit den besten Wünschen für das neue Jahr, Zuversicht, Glück, Gesundheit und Gottes Segen beendete er seinen Teil.

Auch Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) richtete seinen Gruß zum Schluss an die Gäste. Und damit verbunden hoffte er, dass die anwesenden Schornsteinfeger das nötige Stückchen Glück mitgebracht hatten.

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