Wann kommt die Saalfelder Goldmünze nach Saalfeld zurück?

Saalfeld.  Schon 2016 wurde eine Ausstellung der ersten in Ostthüringen gefundenen Goldmünze in Saalfeld zugesichert. Auch jetzt heißt es: „Kein Problem.“

Winzig, aber einzigartig: Schon bei Präsentation der in Saalfeld entdeckten Goldmünze im April 2016 war das öffentliche Interesse in Saalfeld groß.

Winzig, aber einzigartig: Schon bei Präsentation der in Saalfeld entdeckten Goldmünze im April 2016 war das öffentliche Interesse in Saalfeld groß.

Foto: Guido Berg / OTZ

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Es ist die erste Goldmünze, die überhaupt in Ostthüringen gefunden wurde. Grabungshelfer Wolfgang Hacker stand „im richtigen Moment am richtigen Ort“ und fand bei Ausgrabungen unweit des ehemaligen Saalfelder Klosters einen Goldgulden, geprägt im Jahr 1419 in der Münzstätte Riehl in Köln.

Öffentlich präsentiert wurde die spätmittelalterliche Goldmünze im April 2016. Bereits im August 2016 teilte eine Sprecherin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie dieser Redaktion mit, die Goldmünze „befindet sich derzeit in unserem Magazin in Weimar. Es ist aber geplant, sie, wie auch andere Funde der Ausgrabung, vor Ort im Saalfelder Klostermuseum auszustellen“.

„Ich würde mich freuen, wenn die Goldmünze wieder zu uns käme“

Ein paar Jahre später ist die einzigartige Münze immer noch in Weimar. Gewohnt, in historischen Dimensionen zu denken, bleibt Saalfelds Stadtmuseums-Direktor Dirk Henning recht gelassen, wenn es um die Goldmünze geht. „Wir hätten sie perspektivisch sehr gern bei uns“, erklärte er dieser Redaktion: „Ich würde mich freuen, wenn die Goldmünze wieder zu uns käme“.

Henning denkt, dass die Goldmünze zunächst in einer Sonderausstellung gezeigt werde, dann jedoch als Dauerleihgabe Bestandteil der ständigen Ausstellung des Stadtmuseums im ehemaligen Franziskanerkloster sein sollte. Saalfelder Eigentum werden könne die Münze nicht, da Bodenfunde im Freistaat Thüringen per Gesetz Landeseigentum sind. Daher spricht er auch von einem „Wunsch“, die Goldmünze in Saalfeld auszustellen.

Die Saalfelder Goldmünze hatte einen enormen Wert

Dieser Wunsch begründet sich auch aus der Besonderheit der 3,55 Gramm schweren Münze. „Der, der sie seinerzeit verloren hat“, vermutet Henning, „wird sich sehr geärgert haben“. Der Grund: Das gute Stück hatte im Spätmittelalter einen enormen Wert.

Die Gebietsdenkmalpflegerin Ines Spazier hatte bei der Münz-Präsentation erklärt, mit dem Goldstück hätte man damals „ein bis zwei Häuser“ kaufen können. Ein 100-Euro-Schein heute sei gar nichts im Vergleich zu der Goldmünze damals. Die Vorderseite des Geldstücks zeigt den damaligen Erzbischof von Köln, Dietrich II. von Moers (1385-1463).

Auf der Rückseite sind die vier Wappen der damaligen Erzbischöfe von Köln, Mainz, Trier und der Pfalz zu sehen. Der Fund dieses höchsten Zahlungsmittels seiner Zeit in der Nähe des Franziskanerklosters unterstreicht die Bedeutung, die das Kloster im Mittelalter für die Stadt Saalfeld hatte, hieß es bei der Präsentation.

„Kein Problem“, sagt der Chef-Archäologe

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar bleibt auch weiterhin sehr aufgeschlossen, wenn es um eine künftige dauerhafte Präsentation der Münze in Saalfeld geht. Thomas Grasselt, Leiter des Fachbereiches Archäologische Denkmalpflege, erklärte dieser Redaktion am Montag: Es stehe dem „nichts im Weg“, die Goldmünze in Saalfeld auszustellen. „Kein Problem“, sagte Grasselt wörtlich, „grundsätzlich sind da die Türen offen“. Das Saalfelder Stadtmuseum brauche nur ein Leih-Ersuchen zu stellen.

Stadtmuseums-Direktor Henning hat indes Verständnis, dass die Dinge ihre Zeit brauchen. Es sei durchaus wissenschaftlich sinnvoll, erst die Forschungen an den Fundstücken der Saalfelder Ausgrabungen vom August 2015 bis März 2016 vollständig abzuschließen. Und so lange auch „den Fundzusammenhang zu wahren“. Nach Forschungsende sei es jedoch „wichtig, dass solche Stücke auch der Öffentlichkeit dauerhaft gezeigt werden“. Am besten natürlich in Saalfeld, dem Fundort.

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