Weitere Quarantänefälle in Saalfelder Kindergärten erwartet

Saalfeld-Rudolstadt  Die aktuell hohen Fallzahlen in Saalfeld-Rudolstadt sind Auswirkungen der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage, so das Gesundheitsamt.

Das Institut für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Jena untersucht Proben auf das Coronavirus.

Das Institut für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Jena untersucht Proben auf das Coronavirus.

Foto: Tino Zippel / Symbolbild

Mit Stand Montag, 11. Januar, wurden im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt 100 neue Corona-Infektionen seit vergangenem Freitag bestätigt. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 595. In den Thüringen-Kliniken werden derzeit 73 Personen stationär behandelt, sieben weitere auf der Intensivstation. Es wurden sieben weitere Todesfälle gemeldet, insgesamt sind bisher 89 Menschen im Zusammenhang mit einer Sars-Cov2-Infektion verstorben.

Seit Beginn der Pandemie wurden im Landkreis 2929 Menschen positiv auf das Virus getestet. In angeordneter Quarantäne befinden sich aktuell 557 Personen, und die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Institutes für hiesigen Landkreis beträgt 531 Fälle pro 100.000 Einwohner – womit Saalfeld-Rudolstadt nun bundesweit den dritthöchsten Wert hinter den Landkreisen Meißen (546,9) und Bautzen (533,4) ausweist.

Amt weiß von großen Feiern

Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes sind die hohen Fallzahlen noch Auswirkungen der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage. Wegen teils geschlossener Arztpraxen sei zunächst weniger und dann verzögert getestet worden. Die Auswirkungen der Ausbrüche in Pflegeheimen und besonderen Wohnformen der Behindertenhilfe würden noch bis ins neue Jahr hineinwirken.

Hinzu komme, dass die AHA-Regeln weiter unterlaufen würden. Von vielen Menschen werde unterschätzt, dass bereits vor dem Ausbruch von Symptomen eine Übertragungsgefahr besteht. Das Gesundheitsamt würden immer wieder Informationen über familiäre Treffen und illegale Feiern erreichen, heißt es in der Mitteilung.

Während der Feiertage erfolgte nur eine reduzierte Eingabe der Fälle an das Robert-Koch-Institut durch die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Die nachträgliche habe dann zur aktuellen Datenlage im hohen Bereich geführt. Ungeachtet dessen seien die Zahlen trotzdem zu hoch, insbesondere in den Kliniken des Landkreises sind viele Patienten wegen Corona-Infektionen in stationärer Betreuung, von denen einige auch intensivmedizinisch betreut werden müssen, so das Amt.

Bundeswehr unterstützt das Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt schätzt ein, dass es zu einem Rückgang der Fallzahlen erst in etwa 14 Tagen kommen wird. Gegenwärtig sind bereits drei Kindergartengruppen aufgrund positiver Fälle im Rahmen der Notbetreuung in Quarantäne gesetzt worden. Mit der seit Montag eintretenden Zunahme der Kinder in der Notbetreuung sei mit weiteren Quarantänemaßnahmen zu rechnen.

Das Gesundheitsamt bittet die Betroffenen um Verständnis, wenn nicht sofort ein Anruf nach Befundvorlage erfolgt, da die Aufarbeitung gegenwärtig alle Kräfte bindet. Die Bundeswehr unterstützt nach wie vor mit sechs Soldaten das Gesundheitsamt, vier weitere folgen in der kommenden Woche. Zudem wurde dem Gesundheitsamt auch hausintern zusätzliches Personal zugewiesen.