Wie wird Rudolstadt beleuchtet?

Rudolstadt.  EVR und Stadt suchen nach Lösung zwischen Gefahrenabwehr und Schutz von Mensch und Umwelt.

In diesem Jahr neu angeschafft wurde diese weihnachtliche Beleuchtung in der Innenstadt. Rudolstadt sucht nach einem umweltverträglichen Beleuchtungskonzept.

In diesem Jahr neu angeschafft wurde diese weihnachtliche Beleuchtung in der Innenstadt. Rudolstadt sucht nach einem umweltverträglichen Beleuchtungskonzept.

Foto: Foto: Heike Enzian

An oder aus: Das ist hier die Frage, wenn es um die Stadtbeleuchtung geht. Bleiben Straßenlaternen aus, ist die Sicherheit gefährdet. Zu viel und zu helles Licht macht Menschen krank, schadet Tieren und der Umwelt. Vor diesem Hintergrund hat der Stadtrat im Juni 2018 auf Antrag der CDU-Fraktion den Beschluss gefasst, das Beleuchtungskonzept der Stadt so anzupassen, dass darin die biologischen Auswirkungen auf Natur und Umwelt Berücksichtigung finden. Dafür wurden in den Haushalt der Stadt Rudolstadt für dieses Jahr sogar 25.000 Euro eingestellt. Seit dem haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der EVR mehrfach dazu beraten.

Einsparung durch Abschaltung

Am Montagabend war das Beleuchtungskonzept Thema im Wirtschaftsausschuss. Alf Borsch, Geschäftsführer der zur EVR gehörenden Energienetze Rudolstadt GmbH, erklärte, was möglichst ressourcenschonende Beleuchtung mit den seit 2012 bei Neubau eingesetzten modernen LED-Lichtern ausmacht. Eine hohe Lichtausbeute, Möglichkeiten zur Lichtabschirmung und zur Steuerung. Die EVR war in der Vergangenheit nicht untätig. Im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung der Straßenbeleuchtungsanlagen wurden vorhandene Natriumdampf-Leuchtmittel (mit einem Verbrauch von 85 Watt inklusive Vorschaltgerät) schrittweise durch LED-Leuchtmittel (23 Watt) ersetzt. Die jährliche Energieeinsparung beträgt pro Leuchtpunkt 260 Kilowattstunde, das sind 73 Prozent. Allerdings muss für neue, energiesparende Leuchtmittel Geld da sein. „Die Frage ist: Was will die Stadt? Was legt man in der Satzung fest? Und wie viel Geld steht zur Verfügung“, benennt er die Grundlagen jeglicher Betrachtung. „Was die Energieeinsparung bei den vorhandenen Lampen betrifft, sind wir an unsere Grenzen gekommen. Noch mehr Effektivität geht nur mit dem Einsatz neuer Leuchten“, so Alf Borsch.

25000 Euro nicht gebraucht

Ein paar Änderungsvorschläge hat er dennoch parat. Dazu gehört, die Beleuchtung an die veränderten Verkehrsströme anzupassen und keine Leuchten einsetzen, die nach oben abstrahlen, also auch keine Kugel- oder Pilzleuchten. Werbetafeln sollen in der Zeit von 23 bis 5 Uhr abgeschaltet werden, genauso Fassadenbeleuchtungen und die Beleuchtung an Radwegen. Das soll auch bei künftigen Vorhaben berücksichtigt werden. Doch das sind zunächst nur Vorschläge. Die Verwaltung und die Stadträte werden sich mit dem Thema weiter beschäftigen. Die für externe Fachleute für die Erarbeitung des Beleuchtungskonzeptes eingestellten 25.000 Euro im Haushalt für dieses Jahr wurden übrigens nicht gebraucht. „Wir nehmen sie mit als Ausgabenreste in das kommende Jahr“, so Fachdienstleiterin Annett Gieseler.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.