Winter lässt auch im Oberland weiter auf sich warten

Neuhaus am Rennweg.  Nebel, Regen, graue Tage, aber kein Schnee. Der November hat in diesem Jahr seinem Ruf alle Ehre gemacht. Winter wird es vorerst noch nicht.

Blick auf Leutenberg mit dem Schloss Friedensburg bei einem Sonntagsspaziergang am 10. November.

Blick auf Leutenberg mit dem Schloss Friedensburg bei einem Sonntagsspaziergang am 10. November.

Foto: Rüdiger Manig

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es war ein November, wie man ihn sich vorstellt: Nebel, Nebeltreiben, hin und wieder mal ein wenig Sonne und dann wieder Nebel, Nebel, Nebeltreiben … Und ausreichend Niederschlag, an den ersten neun Tagen täglich, allerdings nur in flüssiger Form.

Es ist schon ziemlich ungewöhnlich wie wenig Niederschlag es als Schnee im Oktober und November gab. In der Summe keinen Zentimeter, das hat schon Seltenheitswert. Nur 2011 gab es noch weniger, ansonsten waren zumindest in einem der beiden Monate einige Tage mit Schneefall und Schneedecke zu verzeichnen.

Begonnen hatte der Monat ja recht nett – dicker Raufrost am Morgen des 1. November versetzte alles in eine erste, schöne winterliche Stimmung. Nur war diese am Ende des Tages schon wieder dahin, Tief Zed brachte auf seiner Vorderseite äußerst milde Luftmassen nach Thüringen. Bereits am späten Abend plus 4°C und einsetzender Regen, am Tag darauf der wärmste und gleichzeitig niederschlagsreichste Tag des Monats. Bei einem Maximum von 10,3°C, einem Tagesmittel von 8,5°C und 23 Liter pro Quadratmeter Regen erinnerte nichts mehr an den Tag zuvor.

Einziger Eistag des Monats war der 11.11.

Bis zum 9. November blieb es völlig frostfrei, täglich teils sehr dichter Nebel und mit eingestreuten, mickrigen 12 Minuten Sonnenschein am 6. November. Klassisches Novemberwetter, nur eben merklich zu mild. Freundlicher Lichtblick am Ende der ersten Dekade – ein ausgesprochen sonniger Sonntag mit eher an sommerliche Verhältnisse erinnernder Quellwolkenbildung vor allem in Richtung der Saaletalsperren. Und eine kleine Überraschung: In der Nähe von Leutenberg entwickelte sich am Nachmittag entgegen jeglicher Prognose ein leichter Regenschauer.

Der 11.11. einziger (!) Eistag des Monats, das Tagesmittel bei minus 2,0°C. Ein kleines Highlight am Morgen des 12. November, eine zarte, aber wenigstens komplett geschlossene Schneedecke, gut für`s Gemüt und wenigstens nicht verkehrsbehindernd. Andererseits war dies auch schnell wieder Schnee von gestern.

Ex-Tropensturm bringt Bewegung in die Atmosphäre

Bis zum 22. November gab es täglich Nebel, vereinzelt etwas gefrierenden Sprühregen. Der 23. November war bei sieben Stunden Sonnenschein der erste nebelfreier Tag in Neuhaus, tiefere Lagen hatten dieses Glück nicht. Zäher Nebel in tieferen Lagen und in vielen Flusstälern bei knapp über 0°C, in den Kammlagen bis zu 10°C, so sah der letzte Sonntag im November aus.

Etwas Bewegung in die Atmosphäre kam dann noch durch den Ex-Tropensturm Sebastian. Seine Fronten überquerten uns am 28. November, die Okklusionsfront in den Mittagsstunden brachte eine Böe der Windstärke acht – die einzige des gesamten Monats.

Die Tendenz für den Dezember: Es scheint viel Bewegung in die Atmosphäre zu kommen, dabei in den höheren Lagen auch immer wieder mal Schnee. Nur eine durchgreifende und anhaltende Einwinterung ist im Augenblick noch nicht zu erkennen.

Zahlen und Fakten

Das Monatsmittel des November plus 2,2°C – Abweichung 1,7°C und somit Platz 17 in der Rangfolge seit 1940. Mit 127 Litern pro Quadratmeter gab es ausreichend Niederschlag, ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem klimatologischen Mittelwert. Nach dem Oktober mit einer fast identischen Niederschlagsmenge sind wir wieder im Jahressoll. Nur 36 Stunden Sonne bedeuten ein Minus von 25 Prozent. Die restlichen Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel: Frosttage 16 (16), Eistage 1 (7), relative Feuchte 96 Prozent (94), Bedeckungsgrad 94 Prozent (83), Tage mit Nebel oder Nebeltreiben 26 (25), Tage mit Böen der Windstärke sechs 13 (16), der Windstärke acht 1 (4).

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren