Woher stammt, was das Saalfelder Museum zeigt?

Innenhof des Saalfelder Stadtmuseums.

Innenhof des Saalfelder Stadtmuseums.

Foto: Klaus Moritz

Saalfeld/Erfurt.  Außereuropäische Exponate im Fokus der Herkunftsforschung in Saalfeld

Das Saalfelder Stadtmuseum gehört zu den vier Einrichtungen, in denen die Ethnologin Friederike Brinker seit Februar die Bestände untersucht, die erwiesenermaßen oder mutmaßlich aus Ländern außerhalb von Europa stammen. Die Untersuchung ist Kern des zweiten Projekts des Thüringer Museumsverbandes (MVT) zur Provenienzforschung, das von der Thüringer Staatskanzlei gefördert wird.

Außer in Saalfeld forscht Brinker bis Juni im Lindenau-Museum und im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg sowie im Schlossmuseum Sondershausen. Sie bestimmt und ordnet die Sammlungsbestände historisch ein. Außerdem forscht sie zu den Sammlern, die diese Objekte von anderen Kontinenten nach Deutschland brachten. Auch die Digitalisierung der betrachteten Objekte und ihre Begutachtung in konservatorischer Hinsicht sind Projektbestandteile.

Um die Forschung zur Herkunft zu intensivieren und zu verstetigen, werden demnächst zwei neue wissenschaftliche Stellen innerhalb der Geschäftsstelle des MVT geschaffen. Ein wissenschaftlicher Koordinator wird ab Juni zum Thema beraten, Anfragen abstimmen und die Schnittstelle für die Provenienzforschung in Thüringen sein. Ein weiterer Forscher wird sich weitergehend mit außereuropäischen Sammlungen in hiesigen Museen befassen.

„Provenienzforschung ist heute eine der Kernaufgaben von Museen, die in der Alltagspraxis aufgrund der personellen Struktur allerdings oft nur schwer umsetzbar ist“, erläutert MVT-Präsident Thomas T. Müller. Hier wolle der Verband nun ansetzen und insbesondere die kleineren und mittelgroßen Museen unterstützen.

So wurde im vorigen Jahr in vier kommunalen Thüringer Museen (Sommerpalais Greiz, Stadtmuseum Camburg, Städtische Museen Nordhausen, Museum 642 in Pößneck) untersucht, ob in ihren Sammlungen Hinweise auf Raubgut aus der NS-Zeit vorhanden sind. Die Ergebnisse werden demnächst präsentiert.