Wort zum Sonntag: Gott hat einen Plan!

Thomas Brandt
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Thomas Brandt ist Kirchenmusiker in Oberweißbach

Thomas Brandt ist Kirchenmusiker in Oberweißbach

Foto: Pfarramt Oberweißbach

Thomas Brandt ist Kirchenmusiker in Oberweißbach und schreibt über Regimente, Obrigkeit und Gerechtigkeit.

Aus dem Kirchenchor kam der Hinweis, ein Stück von Heinrich Schütz in das Programm zu nehmen. Es heißt „Gib unserm Fürsten“. Der Text ist es wert, in der heutigen Zeit wieder zitiert zu werden: „Gib unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment,daß wir unter ihnen ein geruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen“

Gott sitzt im „Regiment“, auch allem Augenschein zum Trotz. Gott führt sein Regiment auch in den guten oder falschen Entscheidungen unserer „Obrigkeiten“ und wir dürfen Gott darum bitten, unsere Politiker mit Weisheit zu erfüllen. Gott hat bei den Mächtigen dieser Welt seine Hand im Spiel. Das ist das weltliche Regiment Gottes und es betrifft die Völker und Nationen mit ihren Ordnungen. Das andere Regiment ist das „geistliche“ und es betrifft die Verkündigung des Evangeliums.

Gott hat einen gigantischen Plan, der über alle anderen Pläne und Ideen weit hinausreicht, die Welt zu retten. Gott schafft nach einem abschließendem Endgericht einen neuen Himmel und eine neue Erde. Da kommen alle anderen „Weltverschwörungstheorien“ nicht mit. Die größte „Verschwörungstheorie“ steht in der Bibel.

Es lohnt sich, dort besonders in den Weissagungen zu lesen, was die „Weltenuhr“ geschlagen hat – zum Beispiel bei den Propheten Jesaja und Daniel, aber auch in den Endzeitreden Jesu, in denen davon die Rede ist, was noch alles über die Erde hereinbricht und dass es noch nicht das Ende ist trotz Kriegsgeschrei, Erdbeben, Seuchen, ...

Christus bricht bei seiner Wiederkunft herein in diese Welt und zeigt, wie ein „Regiment“ in Gerechtigkeit und Frieden aussieht, wenn er das „Reich“ von Gott erhält. Es ist wie die „Legitimation“ Gottes auf Erden, dass sein „Reich der Herrlichkeit“ sichtbar für alle Völker und Nationen aufgerichtet wird. Alle bisherigen Herrschaftsformen werden Geschichte sein, die Demokratie mit all ihren Vorzügen ist eine von ihnen.

Zum Verhältnis zur „Obrigkeit“ haben Paulus und Martin Luther bemerkenswerte Äußerungen gemacht: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat...“ (Apostel Paulus). Und: „Ich will auch gern dem König und Fürsten gehorsam sein, ihm dienen,...Aber dass ich mich auf ihn sollte verlassen, dass er mich reich, herrlich oder selig machte, das will ich lassen....“ (M. Luther)

Das sind Aussagen, die wie Formeln in genialer Kürze das Wesentliche umfassend beschreiben, aber die Notwendigkeit vertiefender Erklärungen keineswegs ausschließen. Die Praxis scheint sich zwischen diesen beiden extremen Darstellungen zu bewegen.

So erwarte ich nicht viel mehr, als dass unsere Regierung den Spagat hinbekommt zwischen Programmatik und Pragmatik in der Politik angesichts von Klimathemen, Pandemie, Energiewende, Krieg und anderer Herausforderungen, ob hausgemacht oder existenziell. Und dass neben der Moral (z. B. Unterscheidung in erneuerbare, schlechte und ganz schlechte Energie) das „Fressen“ (z. B. ausreichende Energieversorgung) nicht zu kurz kommt – in Anlehnung an ein Zitat von Bertolt Brecht.

Mit Gottes Hilfe !