Wrack in Remschütz gibt seit Monaten Rätsel auf

Saalfeld  Nachgehakt Audi wurde gegen Baum gesetzt, der Unfallort ohne Meldung bei der Polizei verlassen. Jetzt soll der Wagen abgeschleppt werden

Demolierter Audi A6 Avant in der Florian-Geyer-Straße in Saalfeld.

Demolierter Audi A6 Avant in der Florian-Geyer-Straße in Saalfeld.

Foto: Dominique Lattich

In der Florian-Geyer-Straße kurz vor dem Ortseingang Remschütz steht ein vollkommen demoliertes Autowrack. Die Scheiben des Audi A6 Avant sind zerbrochen, einige Räder liegen aufgestapelt neben dem schmutzigen Fahrzeug. Die Motorhaube steht etwas nach oben ab, die Türen wurden aufgebrochen und Dellen sind am Kotflügel. Das Innere ist völlig zerpflückt. Was hat es mit diesem Wrack auf sich?

„Es ist Gegenstand einer polizeilichen Ermittlung“, bringt Ordnungsamtsleiter Kai-Uwe Koch etwas Licht ins Dunkel. Zur Vorgeschichte: „Am 15. Mai verkaufte ein Mann aus Nürnberg den Audi an eine Frau aus Plauen“, sagt Koch. Vieles von dem, was danach passierte, bleibt vorerst ungeklärt. Fest steht, dass das Fahrzeug am 19. Mai gegen einen Baum gelenkt und dort stehen gelassen wurde. Ein Mann bemerkte das Fahrzeug nach dem Zusammenstoß mit dem Baum, an dem kein bemerkenswerter Schaden entstand. Ein Verfahren gegen Unbekannt wurde eingeleitet, wie es seitens der Pressestelle der Polizei in Saalfeld heißt, denn die 35-jährige Halterin könne sich demnach selbst nicht erklären, wie das Fahrzeug nach Saalfeld gelangte. Am Tag des Unfalls sei sie in Plauen gewesen. Sie wisse nur, dass das Fahrzeug von einem 34-jährigen Bekannter genutzt wurde, dessen Wohnort ihr nicht bekannt sei.

Anders als von der Stadtverwaltung zunächst angenommen, gehört die Bucht am Straßenrand keiner Privatperson sondern der Stadt. Also wurde das Fahrzeug zu einem städtischen Problem. Die Polizei setzte sich mit der Halterin in Verbindung. Sie versicherte, dass sie das Fahrzeug abholen würde. Das geschah bis heute nicht. Ob Scherben oder Flüssigkeiten: „Gefahren kann man bei so etwas nie ausschließen“, sagt Koch. So wurde die Situation vor etwa drei Wochen dem Umweltamt gemeldet. Wie das Amt gestern mitteilte, soll das Auto noch in dieser Woche abgeschleppt werden. Die Begründung liefert das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt: „Wegen der inzwischen entstandenen Gefahrensituation wurde zunächst die Beseitigung in Auftrag gegeben“, so der Pressesprecher Peter Lahann. Kosten, für die zunächst der Landkreis aufkommt. „Da in diesem Fall jedoch der letzte Halter beziehungsweise Besitzer des Fahrzeuges ermittelbar ist, werden diesem gegebenenfalls die Kosten in Rechnung gestellt“, so Lahann. Die Summe bewege sich im niedrigen dreistelligen Bereich, schätzt er ein.

So „zugerichtet“ wurde der Audi erst Stück für Stück , seit er dort hinterlassen wurde. Elf Reifen, die inzwischen vor Ort zu finden sind (drei im Kofferraum, drei am Fahrzeug und fünf danebenliegend), könnten darauf hinweisen, dass der Platz inzwischen als Deponie genutzt wird – von Menschen, die für die Entsorgung ihrer alten Autoreifen nichts bezahlen wollen.

Kommen auch die Kosten für die Entsorgung des weiteren Mülls auf die Frau zu? „Für inzwischen zusätzlich dort entsorgten Müll trägt der Landkreis die Kosten“, teilte uns Lahann auf Nachfrage mit.

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