Zaso: Abfallgebühren „mit Augenmaß“

Saalfeld.  Landrat Marko Wolfram verteidigt die getroffenen Beschlüsse.

Abfallentsorgung in der Marktstraße in Rudolstadt.

Abfallentsorgung in der Marktstraße in Rudolstadt.

Foto: Thomas Spanier

„Mit Augenmaß für alle Bedürfnisse“, so fasst der Saalfelder Landrat Marko Wolfram (SPD) das Ergebnis der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Saale-Orla (Zaso) zusammen.

Mit großer Mehrheit seien Abfallgebühren beschlossen worden, die durch die degressive Staffelung sowohl den Willen des Kreistages berücksichtigen als auch Einzelhaushalte nicht überstrapazieren. Parallel dazu wurde in Umsetzung des Saalfelder Kreistagsbeschlusses zur Entlastung von kinderreichen Familien eine Vereinbarung zwischen dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und dem Zaso geschlossen, nach der die Festgebühr für Familien mit mehr als drei Kindern ab dem vierten Kind anteilig vom Landkreis erstattet wird.

Die vom CDU-Kreistagsmitglied Werner Thomas vorgeschlagene Gebührenvariante sei in der Verbandsversammlung durchgefallen. „Seine Rechnung war nicht genehmigungsfähig, das ist ihm mehrfach gesagt worden“, berichtet Wolfram.

Nicht gerechtfertigt sei auch die Kritik des Thüringer Verbandes kinderreicher Familien. Denn entsprechend der Vereinbarung zwischen Zaso und Landkreis können diese jetzt auf Antrag die Gebühr ab dem vierten Kind erstatten lassen. „Wir wollen alle die kinderreichen Familien entlasten, aber eben nicht – wie von Dr. Thomas vorgeschlagen – auf Kosten der alleinstehenden Rentnerin“, erklärt der Landrat.

Familien mit mehr als drei kindergeldberechtigten Kindern können vorerst für 2020 beim Zaso einen formlosen schriftlichen Antrag auf Rückerstattung stellen. Erstattet wird die Differenz zwischen der Gebühr laut Bescheid und der Festgebühr, die bei Haushalten mit drei Kindern anfallen würde.

Nach dem Willen des Landrates soll diese Erstattung auch für 2021 möglich sein, wenn die entsprechenden Haushaltsmittel durch den Kreistag freigeben werden. Nähere Informationen würden im Amtsblatt am 26. November veröffentlicht und seien auf der Website des Zaso abrufbar.