Wegen Telekom-Fehler: Saalfelder Taxis stehen still

Saalfeld  Die Taxi-Union Saalfeld war seit Freitag durch einen Telekom-Fehler telefonisch nicht mehr erreichbar und hat das wichtige Wochenendgeschäft zum Rudolstadt-Festival verpasst.

Der Hörer ist verstummt: Sylvia Bender, Chefin von Taxi-Union in Saalfeld, ist verärgert: Seit Freitag vergangener Woche funktioniert der Anschluss nicht mehr.

Der Hörer ist verstummt: Sylvia Bender, Chefin von Taxi-Union in Saalfeld, ist verärgert: Seit Freitag vergangener Woche funktioniert der Anschluss nicht mehr.

Foto: Robin Kraska

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„Ihr gewünschter Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar“, bekam man zu hören, wenn man bis Montagnachmittag unter der 55 000 mit Saalfelder Vorwahl eine Fahrt beim Taxiverbund Taxi-Union ordern wollte. „Unsere Leitung ist tot“, sagt Inhaberin Sylvia Bender. „Und das schon seit Freitag. Ein Taxibetrieb ohne Telefon ist wie eine Leichenhalle!“ Und das ausgerechnet zum Rudolstädter Tanzfest.

„Wir konnten absolut nichts machen!“, sagt sie. Schuld an dem Dilemma hatte offenbar die Telekom, was Servicemitarbeiter des größten Telekommunikationsunternehmens Europas Bender gegenüber in nervenzehrenden Hotlineschleifen bereits reumütig bekannt haben. Hintergrund ist, dass der Anschluss der Taxizentrale im Bahnhof am Freitag nach immer wieder auftretenden Störungen, die seit etwa Mai 2018 auftraten, auf eine andere Technologie umgestellt werden sollte, wofür der alte Anschluss gekündigt werden muss.

250 Euro pro Fahrer und Tag fehlen

Der ursprüngliche Umstellungstermin am vergangenen Freitag sei auf den 8. August verschoben worden, die Leitung aber trotzdem gekappt worden. „Das ist doch geschäftsschädigend, unsere Kunden mussten ja annehmen, uns gibt es gar nicht mehr“, so Bender. Einige habe man erreichen und die Sachlage aufklären können. Auch die medizinischen Einrichtungen, für die Taxi-Union viele Krankenfahrten macht, sind inzwischen unterrichtet. Elf selbstständige Taxiunternehmer haben sich in der Union zusammengeschlossen.

Alle klagten sie über empfindliche Umsatzeinbußen, sagt Sylvia Bender.„Wir schätzen sie auf rund 250 Euro pro Fahrer und Tag“, sagt sie. Wegen dem Verdienstausfall zieht sie eine Klage in Betracht. Eine Antwort auf die entsprechende Anfrage, deren Eingang die Telekom am Montag bestätigte, steht zwar noch aus. Doch bei Redaktionsschluss gab es schon einen Lichtblick: „Die Telekom hat unsere bekannte Rufnummer auf mein Privathandy umgestellt, so dass wir wenigstens wieder erreichbar sind. Am Mittwoch soll das Problem dann endgültig behoben sein“, sagt Sylvias Bender.

Meine Meinung: Robin Kraska über tote Leitungen im Taxiunternehmen

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