„Zwischenraum zum Ankommen“ in Saalfeld-Beulwitz

Saalfeld.  Sozialforschung im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Teil 6: Ziel ist die städtebauliche Aufwertung des Wohnquartiers.

Impressionen vom Fest „Beulwitz do it" im Rahmen der Interkulturellen Woche in Saalfeld. Der Stadtteil Beulwitz ist nun offiziell ein IBA-Projekt. Zu sehen war auch eine Modenschau.

Impressionen vom Fest „Beulwitz do it" im Rahmen der Interkulturellen Woche in Saalfeld. Der Stadtteil Beulwitz ist nun offiziell ein IBA-Projekt. Zu sehen war auch eine Modenschau.

Foto: Guido Berg

Drei Jahre waren Mitarbeiter des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) im Landkreis unterwegs: Auf der Suche nach Sozialen Orten in der Region und mit vielen Fragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt im Gepäck.

Im Stadtquartier Saalfeld-Beulwitz/Alte Kaserne (einer ehemals militärisch genutzten Fläche) leben heute vor allem einkommensschwache Familien sowie Menschen mit Migrationshintergrund, darunter viele Geflüchtete in einer Gemeinschaftsunterkunft. Etliche Quartiersbewohner sehen sich sozial ausgegrenzt und gesellschaftlich abgehängt, nicht selten kam es hier in der Vergangenheit zu Spannungen und Konflikten.

Um die Lebensqualität und den sozialen Zusammenhalt in diesem noch jungen Wohnquartier zu verbessern, initiierten Quartiersmanager und weitere lokale Akteure einen Beteiligungsprozess: Gemeinsam mit den Bewohnern wurden Problemlagen erörtert und Gestaltungsideen entwickelt.

Werkhaus soll entstehen

Unter der Überschrift „Zwischenraum zum Ankommen“ entstand daraus ein Sozialer Ort: Hier arbeiten seit 2016 unter anderem die Stadtverwaltung, das Bildungszentrum Saalfeld, die Offene Jugendarbeit Beulwitz, die Lokale Partnerschaft für Demokratie und natürlich die Bevölkerung vor Ort daran, im Selbstbau neuartige Werk- und Freiräume zu schaffen.

Entstehen soll ein Werkhaus mit Räumen für Begegnung, Bildung, Arbeit und Freizeit. Das Ziel ist, das Lebensumfeld im Quartier zu verbessern sowie das Potenzial der kulturellen Vielfalt und der Fähigkeiten der Bewohner mehr als bisher zu nutzen.

Darüber hinaus soll das Projekt, an dem auch die Internationale Bauausstellung Thüringen (IBA) beteiligt ist, das Wohnquartier Alte Kaserne städtebaulich aufwerten, sozial weiter beleben und stärker zur Gesamtstadt hin öffnen. Dadurch soll auch sein Image eines Problemquartiers in Randlage überwunden werden.

Trotz einer sehr knappen finanziellen Ausstattung für dieses Vorhaben bleiben die beteiligten Akteure dran und tragen – seit 2018 begleitet durch ein Quartiersmanagement – zur Stabilität des hier geschaffenen Sozialen Ortes bei.