Zwist um Standort von geplantem Trekkingplatz in Probstzella

Probstzellaer Jäger lehnen einen geplanten Trekkingplatz auf dem Hopfsberg ab. Doch die Alternative einige hundert Meter unterhalb findet keinen Gefallen im Gemeinderat.

Probstzellaer Jäger lehnen einen geplanten Trekkingplatz auf dem Hopfsberg ab. Doch die Alternative einige hundert Meter unterhalb findet keinen Gefallen im Gemeinderat.

Foto: Jens Voigt

Probstzella.  Die Stiftung Naturschutz Thüringen plant drei Zeltflächen auf dem Hopfsberg, doch Jäger legten ihr Veto ein. Das missfällt dem Gemeinderat.

Wie wir im Januar berichteten, plant die Stiftung Naturschutz Thüringen einen Trekkingplatz direkt neben dem Grenzturm auf dem Hopfsberg zu errichten. Drei quadratische Plattformen sollen naturnahes Zelten am Grünen Band ermöglichen. Das Gelände gehört der Stiftung, die Baugenehmigung liegt bereits seit letztem Jahr vor.

Wie in der Gemeinderatssitzung am Dienstag zu erfahren war, lehnen Vertreter der Jagdgenossenschaft Probstzella die Pläne jedoch ab; fürchten etwa, dass das Wild vergrämt wird. Bürgermeister Sven Mechtold (SPD) zufolge habe die Gemeinde daher einen Kompromissstandort vorgeschlagen, um das Projekt nicht sterben zu lassen. Dieser liegt einige hundert Meter unterhalb des Grenzturms am Ende des Ernst-Wilhelm-Stollens (sogenannte Ausdauer) auf Gemeindegebiet.

„Sollten nicht vor Lobbyismus einknicken!“

Eigentlich sollte am Dienstag die Gestattung der Gemeinde für die Stiftung gegeben werden, hier zu bauen. Vielen Ratsmitgliedern missfiel die Alternative jedoch. „Wir sollten nicht vor solchem Lobbyismus einknicken“, fand etwa Heiko Richter. Der Alternativstandort sei wesentlich unattraktiver, insbesondere könnte die Erreichbarkeit mit dem Auto auch eigentlich unerwünschtes (Party-)Klientel anziehen.

Maik Albrecht warnte davor, sich eine touristische Chance von den Eingabeführern verbauen zu lassen und kritisierte deren Gebaren deutlich. Die Jäger „scheuen die Öffentlichkeit“, so Mechtold. Ratsherr Otfried Heerwagen beantragte letztlich, besagte Entscheidung von der Tagesordnung zu nehmen und im nächsten Ausschuss mit allen beteiligten Parteien nochmals zu beraten. Dies fand eine moderate Mehrheit.