Alles andere als ein „vergessener Ort“ in Blankenberg

Blankenberg.  Das Angebot im Musik-Film-Theater in Blankenberg soll künftig noch ausgebaut werden. Die Familiäre Atmosphäre ist Trumpf und der Kommerz und bleibt weiter außen vor.

Beata Kossowska, eine polnische Bluesmusikerin und kosmopolitische Künstlerin, ist heutzutage mit den unterschiedlichsten Formationen europaweit unterwegs. In Blankenberg  startete sie auf der Bühne mit Bernd „Kuhle“ Kühnert - einem Urgestein der ostdeutschen Blueslegende Monokel - durch und sorgte für eine mitreißende Show.

Beata Kossowska, eine polnische Bluesmusikerin und kosmopolitische Künstlerin, ist heutzutage mit den unterschiedlichsten Formationen europaweit unterwegs. In Blankenberg  startete sie auf der Bühne mit Bernd „Kuhle“ Kühnert - einem Urgestein der ostdeutschen Blueslegende Monokel - durch und sorgte für eine mitreißende Show.

Foto: Roland Barwinsky / OTZ

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Bereits im Jahr 1991 wurde das Kino in Blankenberg geschlossen. Und wahrscheinlich hätte dieses Gebäude danach ein eher trauriges Schicksal ereilt. Es wäre flugs ein „Lost Place“ geworden. Ein vergessener Ort also, welcher nur ab und an möglicherweise für schaulustige Fotografen geöffnet worden wäre. Daraus wurde aber zum Glück nichts.

In dem Dorf im ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet existierten nämlich aufmerksame Leute voller Tatendrang. Die erkannten den inneren Wert dieses Hauses und setzten umgehend auf kulturelle Bereicherung für ihre landschaftlich reizvolle, aber oftmals als „abgehängt“ bezeichnete Region. Nun ging es Schlag auf Schlag: Mit den Besitzern der Immobilie sprachen die Enthusiasten umgehend. Mit der deutschen Bürokratie setzten sie sich ebenfalls siegreich auseinander.

Mindestens 99 Gründe für Interessierte hier vorbeizuschauen

Es folgten Entrümpelungs-, Trockenlegungs- und Reinigungsaktionen. Nebeneffekt: Immer mehr aus dem Dorf machten mit. Schnell entstand das, was Chronisten gern als festen Stamm von Mitstreitern bezeichnen. In das stillgelegte, heutige Musik-Film-Theater zog mit vielen fleißigen Händen, vitalen Köpfen und klugen Ideen neues Leben ein. Besagte Produktionsgenossenschaft gründete 2006 einen Verein und sorgte fortan für besondere kulturelle Sternstunden.

Mittlerweile gibt es mindestens 99 Gründe für Gäste dieses Domizil aufzusuchen. Einige davon sollen nachfolgend öffentlich gemacht werden: Es wird nur handgemachte Musik angeboten. Die Spannbreite reicht dabei von ganz jungen Bands und Solisten bis hin zu etablierten Stars der nationalen und internationalen Szene. Auch das scheinbar Unmögliche funktioniert hier.

Die lokalen Organisatoren stehen auf stilistischer Vielfalt. Also, von Liederprogrammen über Folk- und Bluesrock bis hin zu Hard & Heavy Rock ist alles vertreten. Und das Angebot soll noch erweitert werden. Neben den Konzerten, gibt es demnächst vermehrt Filmvorführungen, Dia-Vorträge, Theater, Comedy und Lesungen.

Vor Ort lockt ein einzigartiges Ambiente. Der kultige Kinosaal verfügt über allerhand Alleinstellungsmerkmale. Weitgehend blieb der Charme der 1980er Jahre erhalten. Alte Plakate plus originale Kinobestuhlung – ergänzt durch Sofas – sorgen für kuscheligen Retrolook. Familiäre Atmosphäre ist Trumpf. Egal, ob Stammgast oder Erstbesucher – jeder wird persönlich und freundlich empfangen plus umsorgt.

Team ist mit großer Leidenschaft und Liebe zum Detail im Einsatz

Wie viele Besucher zur Veranstaltung kommen, ist fast nebensächlich. Es entsteht immer ein Feeling. Publikum und Künstler gehen zufrieden heim. Eine individuell konzipierte und konstruierte Technikanlage sorgt für die richtigen Töne, den perfekten Klang. Diese Begleitumstände lobten bislang alle musizierenden Künstler.

Kommerz blieb und bleibt außen vor. Komplette Ehrenamtlichkeit ist ultimatives Erfolgsgeheimnis. Jedes Vereinsmitglied und weitere Freiwillige bringen sich in die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Veranstaltungen ein. Niemand verdient mit dem Kino auch nur einen müden Euro. Spenden fließen direkt in den Unterhalt der Spielstätte und in die Technik. Gemeinsames Ziel ist, jede Veranstaltung so gut wie möglich durchzuführen. Es gelingt mit großer Leidenschaft und Liebe zum Detail.

Der inzwischen weithin geschätzte Kultstatus bedeutet auch, dass Bands nicht reich werden – dafür aber bekannt. Das Kino ist längst in der überregionalen Szene ein absolutes Muss. Immer mehr Musiker und Bands sehen es als Ehre an, in Blankenberg gespielt zu haben. Auch wenn es nicht die große Konzerthalle ist: Newcomer nutzten ihren Auftritt oftmals als Sprungbrett und Referenz für die weitere Karriere.

Noch ein Tipp am Schluss dieses Beitrages: Am 1. Februar tritt Vanesa Harbek auf. Die Bluesrock Queen aus Argentinien schaut auf ihrer Deutschlandtour mit ihrer Show sowie exzellenten Begleitmusikern im Musik-Film-Theater vorbei.

Mehr Fakten findet man unter www.kino-blankenberg.de

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