Asbestdächer in Kirschkau durch Photovoltaik-Anlage ersetzt

Kirschkau.  Die Solarstromanlage der Juno Solar aus Werdau auf den Dächern der Agrargenossenschaft Kirschkau soll demnächst ans Netz gehen.

Die Juno Solar GmbH & Co. KG hat die Gebäudedächer der  Agrargenossenschaft Kirschkau mit Photovoltaik-Modulen in einer Gesamtgröße von über 10.000 Quadratmetern bestückt. 

Die Juno Solar GmbH & Co. KG hat die Gebäudedächer der  Agrargenossenschaft Kirschkau mit Photovoltaik-Modulen in einer Gesamtgröße von über 10.000 Quadratmetern bestückt. 

Foto: Juno Solar

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im 211-Einwohner-Ort Kirschkau wird demnächst eine große Photovoltaik-Anlage ans Netz gehen, die pro Jahr mindestens 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Die Juno Solar GmbH & Co. KG aus Werdau hat die Module auf Dächern landwirtschaftlicher Gebäude der Agrargenossenschaft Kirschkau eG aufbringen lassen.

Iris Splitthof, Vorstandsmitglied des zehn Mitarbeiter zählenden Landwirtschaftsbetriebes, freut sich, dass das Solarunternehmen die alten Asbestdächer von vielen Gebäuden fachgerecht entfernte und die Dächer nicht nur neu deckte, sondern auch mit Sonnenstrom-Modulen bestückte.

Auf jeweils sechs Dächern in Nord- und Südrichtung wurden auf einer Fläche von insgesamt 10.672 Quadratmetern 6112 Module befestigt, teilte Norman Fißler von der Juno Solar GmbH & Co. KG mit. Im ersten Bauabschnitt der im April begonnenen Arbeiten wurden 4848 Module und im zweiten Bauabschnitt nochmals 1264 Module montiert. Die Dachflächen wurden von der Agrargenossenschaft Kirschkau gepachtet. „Insgesamt erzeugt die Anlage 1460 Megawatt Sonnenstrom pro Jahr und vermeidet jährlich einen CO2-Ausstoß von rund 877 Tonnen“, so Norman Fißler. Rein rechnerisch würde der Solarstrom den Jahresstromverbrauch von 350 Vier-Personen-Haushalten abdecken.

Drei Dörfer könnten von Kirschkauer Solaranlagen versorgt werden

„Das sind rechnerisch drei Dörfer, die Kirschkau mit erneuerbaren Energien versorgt, aber nur so lange wie die Sonne scheint“, sagte Bürgermeister André Kerl (parteilos). Durch das Spülbohrverfahren für die Stromleitungen wurden die Straßen der Gemeinde kaum in Mitleidenschaft gezogen.

Fördermittel erhalte Juno Solar für die Errichtung der Anlage nicht, aber pro erzeugte Kilowattstunde Strom „einen gewissen Satz an EEG-Vergütung“. Nach aktuellen Planungen soll die Anlage voraussichtlich in der letzten Januar-Woche ans Netz gehen.

„Wir haben unsere Dächer bewusst für Solaranlagen zur Verfügung gestellt. Denn wir sehen in dieser erneuerbaren Energieart eine Alternative zu den Windrädern, die in unserer Region geplant sind, die die meisten Menschen hier aber nicht wollen“, sagte Iris Splitthof. Bürgermeister Kerl sagte, dass die Photovoltaikanlage unter den Einwohner volle Akzeptanz genießt.

Das Landwirtschaftsunternehmen will einen Teil des Sonnenstroms tagsüber selbst verbrauchen, so zum Beispiel für die neu errichtete Milchviehanlage. Der Stall ist für insgesamt 240 Tiere ausgelegt.

Bislang 58 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr im Saale-Orla-Kreis

Im Saale-Orla-Kreis wurden im Jahr 2018 insgesamt 562 Gigawattstunden, also 562 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dabei konnte der Gesamtstromverbrauch im Landkreis von 795 Gigawattstunden zu 70,7 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden, teilte das Landratsamt Saale-Orla unlängst auf Anfrage mit. Die Industrie im Landkreis verbrauchte demnach in jenem Jahr 542, die Haushalte 112 sowie Handel, Dienstleistung und Gewerbe 141 Gigawattstunden Strom. Dagegen wurden im Landkreis 398 Gigawattstunden Strom aus Biomasse, 86 aus Windkraft, 58 per Photovoltaik und 20 Gigawattstunden aus Wasserkraft erzeugt. Bislang stehen etwa 30 Windräder im Landkreis.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren