Auf dem Weg zur Einsatzkraft im Saale-Orla-Kreis

Schleiz.  Beim diesjährigen Feuerwehr-Grundlehrgang zum Truppmann nehmen 15 junge Menschen teil.

Christoph Tiersch  von der Freiwilligen Feuerwehr Gräfenwarth beim ausrollen eines Schlauches.

Christoph Tiersch  von der Freiwilligen Feuerwehr Gräfenwarth beim ausrollen eines Schlauches.

Foto: Oliver Nowak

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Aktuell besuchen 15 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 36 Jahren den landkreisweiten Feuerwehr-Grundlehrgang zum Truppmann. Damit legen sie den Grundstein für ihre ehrenamtliche Zukunft als Mitglied der Einsatzabteilungen, um zu löschen, zu retten, zu bergen und zu schützen. „Ich habe mich dafür entschieden zur Freiwilligen Feuerwehr zu gehen, damit wir in unserem Ort überhaupt genügend Einsatzkräfte haben, um eine Feuerwehr aufstellen zu können“, erzählte der 36-jährige Christoph Tiersch aus Gräfenwarth. Er ist der älteste Lehrgangsteilnehmer.

Die 19-jährige Sabrina Dörr aus Langenbuch ist eine von vier Frauen, die an dem Grundlehrgang teilnehmen. „Ich bin durch meinen Bruder zur Feuerwehr gekommen. Er ist in der Schleizer Feuerwehr sehr aktiv und engagiert“, erzählt sie. Die Teilnehmer gehören den Wehren aus Lössau, Kirschkau, Langenbuch, Oberböhmsdorf, Saalburg, Gräfenwarth und Schleiz an.

Insgesamt 70 Stunden dauert der Grundlehrgang, der vom Hauptbrandmeister Axel Wöhrle geleitet wird. Der Kurs geht über acht Wochen. Jeweils drei Stunden am Freitagabend und sechs Stunden am Sonnabend nehmen sich die Lehrgangsteilnehmer für den Grundkurs frei.

Knoten zur Befestigung und zur Rettung im Einsatz gebraucht

An den ersten beiden Wochenenden fand eine rein theoretische Ausbildung statt. Neben den Rechtsgrundlagen lernten die Teilnehmer unter anderem auch die Unfallverhütung im Ausbildungs- und Einsatzgeschehen sowie in der Gerätekunde ihre persönliche Ausrüstung und Einsatzmittel kennen. Vielfach anhand von Beispielen aus der Vergangenheit wurden die unterschiedlichen Brandszenarien vorgestellt und erlernt, welche Löschmittel bei den jeweiligen Bränden zum Einsatz kommen.

Erstmals in die Praxis ging es für alle Teilnehmer jüngst am vergangenen Wochenende, wo sie mit ausgedienten Feuerwehrleinen Knoten und Stiche zu fertigen übten. Sie werden zur Befestigung von Gegenständen, aber auch zum Retten gebraucht.

„Bei der Fremd- oder Selbstrettung muss der Knoten in

zehn Sekunden sitzen. Wenn der zum Einsatz kommt, ist es wirklich sehr ernst“, schärfte Lehrgangsleiter Axel Wöhrle den Teilnehmern ein.
Das Fundament jeglicher Brandbekämpfungen besteht im Aufbau einer stabilen Löschwasserversorgung. Und das wird auch zu den ersten Aufgaben gehören, welche die künftigen Einsatzkräfte als im Einsatz zu erfüllen haben. Deshalb ging es beim zweiten Teil der praktischen Ausbildung um die Grundlagen im Aufbau einer Löschwasserversorgung.

Ausrollen der Schläuche mit Bowling vergleichbar

In Zweierteams mit jeweils einem Löschschlauch übten die künftigen Truppmänner und Frauen, wie der zusammengerollte Schlauch am schnellsten verlegt werden kann. „Es ist ein Wurf wie beim Bowling, tief und weit“, erklärte Axel Wöhrle. Bei den rund acht Kilogramm schweren und 15 Meter langen kleineren C-Schläuchen funktionierte das nahezu problemlos bei allen Teilnehmern. Anders sah es hingegen bei den größeren B-Schläuchen aus, die bei einer Länge von 20 Metern rund 16 Kilogramm auf die Waage bringen. Vor allem die Jüngeren und die Frauen hatten anfangs Probleme, die wuchtigen Schläuche durch einen Wurf zu entrollen. Deshalb wurde so lange das Aus- und Einrollen geübt, bis es jeder konnte.

Beim anschließenden Ankuppeln von Saugleitungsschläuchen aneinander und an den Saugkorb, wurde neben der Anwendung der Unfallverhütungsvorschriften auch die zuvor in der Theorie erlernte Geräte- und Einsatztruppkunde in die Praxis umgesetzt.

Axel Wöhrle kann nach den ersten drei Wochen eine positive Bilanz über seine Lehrgangsteilnehmer ziehen. „Sie sind sehr lernwillig und diszipliniert. Vor allem, dass viele Fragen zum Vorgehen in der Praxis gestellt werden ist sehr gut für das Lernziel“, kommentierte er.
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