Aus für Chirurgie und Intensivmedizin am Schleizer Krankenhaus möglich

Schleiz/Greiz.  Nach dieser Zeitung vorliegenden Informationen werden bald zwei weitere Abteilungen geschlossen.

Im Schleizer Krankenhaus ist auch das Aus für die Chirurgie und Intensivmedizin möglich.

Im Schleizer Krankenhaus ist auch das Aus für die Chirurgie und Intensivmedizin möglich.

Foto: Oliver Nowak

Nachdem am Freitag die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Schleizer Krankenhaus offiziell schließt, deutet sich das Aus für die Abteilungen der Chirurgie und der Intensivmedizin zum Monatsende an.

Wie mehrere voneinander unabhängige Quellen dieser Zeitung berichten, werden zum Monatsende fast alle Ärzte die Klinik für Chirurgie im Schleizer Krankenhaus verlassen. Auch der Leiter der Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie wird das Schleizer Krankenhaus verlassen. Dadurch würde in beiden Abteilungen die zum Betrieb notwendige Mindestanzahl von Fachärzten beziehungsweise Ärzten fehlen. Eine neue Wirkungsstätte erhalten dem Vernehmen nach einige der Ärzte im Greizer Krankenhaus.

Keine konkrete Stellungnahme

Martina Schweinsburg (CDU), die Greizer Landrätin und Aufsichtsratsvorsitzende der Krankenhäuser von Greiz und Schleiz äußerte sich zu einer entsprechenden Presseanfrage wiederholt unkonkret. „Wir bitten wiederholt um Verständnis dafür, dass wir uns zu betrieblichen Internas das Kreiskrankenhaus Schleiz betreffend nicht in der Öffentlichkeit äußern.

Wenn es zu für die Öffentlichkeit relevanten Entscheidungen kommt, wie im Fall der Geburtsstation, werden wir in gewohnter Weise informieren. Nach wie vor ist die Geschäftsführung in der Phase der Sondierung, in der alles auf den Prüfstand gestellt wird. Das ist ein sehr dynamischer Prozess“, heißt es wie gewohnt aus der Pressestelle des Landkreises Greiz.

Mitarbeiter später als Öffentlichkeit informiert

Offensichtlich hapert es in Sachen Informationsübermittlung nicht nur gegenüber der Öffentlichkeit, sondern auch gegenüber den Mitarbeitern des Schleizer Krankenhauses. Wie von unterschiedlichen Quellen mitgeteilt, geschehe diese in der Regel erst, nachdem die Zeitung bereits ihre gesicherten Erkenntnisse veröffentlicht hat. So auch am Mittwoch.

Die Pressestelle des Landratsamtes Greiz versendete um 15.40 Uhr eine Pressemitteilung über die Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Schleizer Krankenhaus an unterschiedliche Medien. Ein Schreiben an die Beschäftigten folgte erst mehr als eine Stunde später. Zu diesem Zeitpunkt war ein entsprechender Zeitungsbericht bereits online lesbar.

Rechtliche Schritte werden geprüft

Während sich das Greizer Landratsamt weiterhin zur Zukunft des Schleizer Krankenhauses ausschweigt, prüft das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises zurzeit juristische Möglichkeiten, einen Weiterbetrieb des Schleizer Krankenhauses wie in der gewohnten Form zu erwirken. Im Kaufvertrag, den der Landkreis Greiz einst zur Übernahme des Schleizer Krankenhauses mit dem Saale-Orla-Kreis schloss, enthält einen Passus zur Fortführungspflicht und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung.

Konkret muss laut Vertrag der Landkreis Greiz dafür sorgen, dass das Schleizer Krankenhaus gemäß des Thüringer Krankenhausplanes bis 2022 weitergeführt werden muss. Der Krankenhausplan sieht bis 2022 in der Chirurgie sechs Betten, in der Gynäkologie elf, in der Inneren Medizin 66 und in der Intensivmedizin sechs Betten vor.

Landkreistag fordert Erhalt und Stärkung kleiner Krankenhäuser

Martina Schweinsburg ist auch Präsidentin des Thüringer Landkreistages, der Kommunale Spitzenverband der Landkreise in Thüringen. Dieser hat im Oktober 2019 einen Forderungskatalog für die künftige Landesregierung des Freistaates Thüringen veröffentlicht.

Darin heißt es unter anderem: „Durch die Aufrechterhaltung kleiner Häuser wird auch in ländlichen Regionen für kurze Wege für die Patienten gesorgt und Daseinsvorsorge sichergestellt. Zudem sind die kommunalen Krankenhäuser die erste Adresse, wenn es um Spitzenmedizin vor Ort geht. Die Landkreise fordern daher, die Krankenhäuser insbesondere im ländlichen Raum zu erhalten und zu stärken.“

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