Mögliches Aus für Schleizer Geburtsstation

Schleiz.  Im Sanierungskonzept der Krankenhaus-Standorte Schleiz und Greiz werden mehrere Szenarien durchgespielt.

Bereits am 20. Januar demonstrierten vor dem Schleizer Landratsamt Menschen, die eine Schließung der Geburtsstation befürchteten.

Bereits am 20. Januar demonstrierten vor dem Schleizer Landratsamt Menschen, die eine Schließung der Geburtsstation befürchteten.

Foto: Oliver Nowak

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Als vor dem Schleizer Landratsamt am 20. Januar für den Erhalt des Schleizer Krankenhauses demonstriert wurde, versammelte sich unter den Teilnehmern auch eine kleine Gruppe, von der unter anderem ein Schild mit der Aufschrift „Für mehr Regionalität in der Geburtshilfe!“ hochgehalten wurden. Entsprechende Gerüchte über eine mögliche Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe machten die Runde. Und dieses Szenario wird immer wahrscheinlicher.

Anrufernummer nicht existent

Die Schleizer Redaktion der OTZ erreichte am Mittwochabend ein anonymer Anruf, wonach die Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Schleizer Krankenhaus für den 1. April angekündigt wurde. Der Anruf kam augenscheinlich von einem Anschluss aus Essen. Allerdings ist dieses Telefonnummer nicht existent.

Prüffall: Geburtshilfe in Schleiz

Eine entsprechende Anfrage bei der Aufsichtsratsvorsitzenden der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH, die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), bestätigte am Donnerstagnachmittag indirekt die mögliche Schließung. „Wir arbeiten nach wie vor an einem belastbaren Sanierungskonzept für die Standorte in Greiz und Schleiz. Dabei prüfen wir alle möglichen Szenarien – natürlich auch für den Bereich Gynäkologie/Geburtshilfe in Schleiz“, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung des Pressestelle des Greizer Landratsamtes.

Wortreiches Schweigen

Zudem verweist die Pressestelle auf ihre Pressemeldung vom 21. Januar. In dieser Mitteilung stand: „Belastbare Aussagen zur Zukunft der Häuser in Greiz und Schleiz sind erst nach dem Vorliegen des Sanierungskonzeptes am 31. Januar machbar.“ In einer Pressemitteilung vom 3. Februar wurde dann mitgeteilt, dass die Erstellung des Sanierungskonzeptes von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner begleitet und abschließend auf seine Tragfähigkeit beurteilt wird. Eine Abschlussbeurteilung des Sanierungskonzeptes mit den beteiligten Banken ist für Ende April vorgesehen.

„Parallel dazu werden im Rahmen der einzelnen Sanierungsschritte bereits erste Maßnahmen umgesetzt“, hieß es vom Landratsamt. Eine Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Schleizer Krankenhaus zum 1. April würde in den Zeitrahmen bis zur Abschlussbewertung des Sanierungskonzeptes passen.

Immer mehr Fragen unbeantwortet

Mit der Antwort über die Szenarienprüfung, die auch „den Bereich Gynäkologie/Geburtshilfe in Schleiz“ betreffe, versucht die Pressestelle des Greizer Landratsamtes konkrete Antworten auf eine Presseanfrage mit sechs Fragen zu umgehen. Unter anderem wurde neben der möglichen Schließung und deren Zeitpunkt auch nach der Personalsituation gefragt. Unter anderem auch danach, wie viele Mitarbeiter in den vergangenen sechs Monaten vom Krankenhaus Schleiz ins Krankenhaus Greiz gewechselt sind und, ob zum 1. April weiteres Personal der Geburtshilfe-Abteilung nach Greiz wechseln würde.

Zudem steht noch immer die Beantwortung von neun Fragen aus einem Fragekatalog mit elf Punkten aus, den die Redaktion der Geschäftsführung der Krankenhäuser bereits am 23. Dezember vergangenen Jahres zukommen ließ. Die Pressestelle des Landkreises Greiz antwortete auf die Anfrage am 27. Dezember damit, dass die Fragen „im neuen Jahr“ beantwortet würden.

Angeblich keine mangelnde Transparenz

In einem Schreiben an die Redaktion vom 4. Februar erklärte Aufsichtsratsvorsitzende Martina Schweinsburg, dass aufgrund der zuvor versendeten Pressemitteilungen „ich den Vorwurf der mangelnden Transparenz so nicht im Raum stehen lassen“ kann. Aus den Zeitungsartikel könne sie „entnehmen, dass der Erhalt einer soliden Gesundheitsversorgung in Greiz und Schleiz für die Bürger oberste Priorität hat und ich versichere Ihnen, das ist auch unser erklärtes Ziel. Der Weg dahin ist lang und steinig und möglicherweise an manchen Stellen auch schmerzhaft. Aber das ist kein öffentlicher Weg!“

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