Bad Lobensteiner Regelschüler haben viel Spaß mit Dady Dem aus Gambia

Bad Lobenstein  Dreitägiges Fest an der Regelschule Bad Lobenstein ganz im Zeichen der Interkulturellen Woche

Eunice Lieberknecht aus Ghana und Sinini Ngwenya aus Simbabwe (vorne von links) tanzen während der Interkulturellen Woche mit Schülern der Bad Lobensteiner Regelschule.

Eunice Lieberknecht aus Ghana und Sinini Ngwenya aus Simbabwe (vorne von links) tanzen während der Interkulturellen Woche mit Schülern der Bad Lobensteiner Regelschule.

Foto: Peter Hagen

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„Ich spiele auf der Trommel.“ – Es ist ganz leicht, diesen Satz im Rhythmus zu sagen und dabei mit beiden Händen den Takt auf die Djembé zu übertragen. Schon klingt es harmonisch auf der einfelligen Bechertrommel, die aus Westafrika stammt.

Mit großer Begeisterung sind die Bad Lobensteiner Regelschüler während dieses außergewöhnlichen Musikunterrichts bei der Sache. Einzeln und gemeinsam trommeln sie in der Mensa, der Spaß ist an den Gesichtern abzulesen. Dady Dem versteht es, binnen einer halben Stunde die Grundtakte auf der Trommel zu vermitteln. Der Mann aus Gambia gehört zur Initiative Black & White e. V., die Brücken bauen möchte zwischen Europa und Afrika und speziell zwischen Deutschland und Ghana. Die gegenwärtige Interkulturelle Woche, die deutschlandweit begangen wird, ist für die Regelschule Anlass ­gewesen, ein dreitägiges Schulfest zu organisieren.

Auftakt war am Mittwoch eine Schreibwerkstatt mit dem Schriftsteller Ronny Ritze gewesen. Zudem ist ein Medienprojekt mit den einzelnen Klassensprechern gestartet worden, bei dem das Thema Cyber-Mobbing im Mittelpunkt steht. „Es wird für dieses Thema sensibilisiert, weil es jeden plötzlich betreffen kann“, erklärt dazu die stellvertretende Schulleiterin Cordula Noack. Ziel sei es, die Klassensprecher mit zu Beratern und Ansprechpartnern zu machen, wenn Altersgefährten das Opfer von psychischen Angriffen über das Internet werden.

Afrika steht im Mittelpunkt des zweiten Schulfesttages. Wolfgang Lieberknecht von der Initiative Black & White spricht über die Idee, mit der Bildung eines „JoinIn“-Bündnisses Kontakte herzustellen und möglicherweise eine Patenschaftsbeziehung zu einer Schule in Ghana aufzubauen. Zugleich zeigt er mit einem leidenschaftlichen Vortrag, wie einige reiche Länder der Welt ihren Wohlstand auf Kosten der ärmeren nähren. „Im Tierreich frisst der Stärkere den Schwächeren“, spannt Lieberknecht den Bogen zur „Goldenen Regel“ die für Menschen gelte: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest!“ Mit diesem Grundprinzip könne für eine menschliche und gerechte Welt gesorgt werden. „Wer Rassist ist, ist gegen seinen eigenen Ursprung“, zeigt Lieberknecht auf, wie die Entwicklung des Menschen ihren Anfang in Afrika genommen hatte. „Ihr könnt in einer Sprache miteinander reden“, wendet sich Lieberknecht an die Schüler, die es heute mit der englischen Sprache weit bringen und dank Internet über die gesamte Welt kommunizieren können. So könne sich jeder selbst ein Bild von dieser Welt machen. „Ihr seid die erste Generation und vielleicht die letzte, die es schaffen kann, diese Welt zu retten“, verdeutlicht er zugleich die große Erwartung an die jungen Menschen von heute.

Zu einem Schulfest gehört natürlich auch viel Bewegung. Die gibt es beim afrikanischen Tanzkurs mit Sinini Ngwenya aus Simbabwe sowie Eunice Lieberknecht aus Ghana. Mit viel Vergnügen wird der „Gummistiefel-Tanz“ zumindest ansatzweise einstudiert. Die Begeisterung für dieses Schulfest bringt Katharina Hitzig aus der Klasse 9b auf den Punkt: „Es ist einfach interessant, andere Kulturen kennenzulernen und wie das Leben in anderen Ländern aussieht.“ Das Trommeln sei für sie dabei eine der schönsten Stationen gewesen.

Das Finale der Interkulturellen Woche hält heute noch einen ganz besonderen Höhepunkt bereit: Axel Brümmer wird in der Mensa seinen Vortrag halten zum Thema „Vom Weltumradler zum Sozial­assistenten“.

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