Schule

Bewerbungsgespräch unter Realbedingungen

Schleiz.  Beim Berufsorientierungs-Tag im Schleizer Gymnasium haben 55 Schüler Bewerbungsgespräche mit Firmen geführt.

Von links: Benjamin Lück und Juliane Riedl von Conzeptwer – das Kreativbüro aus Pößneck im Gespräch mit Nele Wolfram.

Von links: Benjamin Lück und Juliane Riedl von Conzeptwer – das Kreativbüro aus Pößneck im Gespräch mit Nele Wolfram.

Foto: Oliver Nowak

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Im Rahmen der Berufsorientierung hatten am Mittwochvormittag 55 Schüler der neunten Klassen des Schleizer Gymnasiums die Möglichkeit, in Bewerbungsgesprächen bei 16 unterschiedlichen Unternehmen einen Praktikumsplatz zu bekommen. Im Vorfeld dieses Berufsorientierungs-Tages bereiteten sich die Schüler auf das Thema Bewerbung und Bewerbungsgespräch vor.

„Wir haben im Unterricht gelernt, wie eine Bewerbungsmappe erstellt werden muss und mussten eine anfertigen, die benotet wurde“, erzählt die 14-jährige Nele Wolfram aus Gefell. Sie selbst erhielt für ihre Bewerbungsmappe eine Eins. Im Anschluss sollten die Schüler eine Bewerbung an dasjenige Unternehmen schicken, bei welchem sie ein Praktikum machen wollen und sich während des Berufsorientierungs-Tages in einem Bewerbungsgespräch vorstellen werden.

Grafikdesign aus Pößneck

Nele hatte sich das Unternehmen Conzeptwerk – das Kreativbüro aus Pößneck ausgesucht, weil sie später gerne im Bereich der Mediengestaltung tätig werden will. „Ich mache gerne Fotos und bearbeite sie danach auf meinem Handy“, erzählt sie. Auf die anstehenden Bewerbungsgespräche wurden die Schüler dann durch Nicole Müller von der AOK Plus am Dienstag vorbereitet. „Sie hat uns erzählt, auf welche Fragen wir uns vorbereiten müssen. Das waren jede Menge Fragen“, sagt Nele.

Viel Nervosität im Spiel

Als Nele am Mittwoch schließlich vor Benjamin Lück und Juliane Riedl beim Bewerbungsgespräch sitzt, ist sie sichtlich nervös. Die Hände auf den Tisch vor sich gelegt, knibbelt sie an ihren Fingern. Ihr Lächeln verlässt sie während des Gespräches jedoch nicht und auch ihr aufmerksamer Blick zu ihren Gesprächspartnern und ihre gerade Sitzhaltung machen einen positiven Eindruck. Der ersten Frage, die sich Nele stellen muss, bezieht sich auf ihr Interesse an dem Pößnecker Unternehmen. Sie sie sehr interessiert an Marketing und Webdesign, lese im Internet Nachrichten und sehe sich gerne die Gestaltung der Nachrichtenseiten an, erzählt Nele. Auch, dass sie die Internetseite des Unternehmens angesehen hat, kann sie bestätigen. „Wir machen aber auch viel händisches bei uns, zum Beispiel Drucktechnik oder Folienbearbeitung. Bei uns schnuppert man in alle Bereiche etwas rein“, erzählt Benjamin Lück. Und Juliane Riedl ergänzt: „Viele denken wir machen alles am Computer, das ist falsch.“ Nele antwortet darauf mit lächelndem Nicken und einen kurzen „okay“.

Bewerbungsmappe befriedigend

An der Bewerbungsmappe von Nele üben die beiden Mediengestalter etwas Kritik: Das Anschreiben wirke recht nüchtern, ein Deckblatt hätte der Bewerbung gut gestanden, eine kreative Formatierung wäre bei einer Bewerbung bei einem Mediengestaltungsunternehmen wünschenswert, ein Foto fehle, eine händische oder digitale Unterschrift fehle, es läge kein Zeugnis bei und digital sei ein PDF-Dokument besser als eine Word-Datei. Trotz der aufgezählten Mängel nimmt Nele alles mit Fassung auf, mittlerweile wirk sie deutlich weniger nervös. Nun ist sie an der Reihe, Fragen zu stellen. Nele fragt nach den Arbeitszeiten. „Normalerweise arbeiten wir von 8 Uhr bis 16 Uhr“, antwortet Benjamin Lück. Doch bei einem Praktikum werde nur sechs Stunden gearbeitet und auf die Mobilität der Praktikanten Rücksicht genommen. Schließlich stehe es um den öffentlichen Nahverkehr im Saale-Orla-Kreis nicht zum Besten.

Begeistert von Berufsorientierungs-Tag

Benjamin Lück und Juliane Riedl hatten am Mittwoch fünf Bewerbungsgespräche, vier mit Mädchen, eines mit einem Jungen. Nele schnitt ganz gut ab. „Sie war eine der ruhigsten, am wenigsten aufgeregt und hat sehr reif gewirkt“, bescheidet Juliane Riedl. Zu den Favoriten zähle die junge Gefellerin jedoch nicht, vor allem wegen des Problems mit der Nahverkehrsanbindung von Gefell nach Pößneck. Ihre Bewerbungsmappe hätten beide eher mit einer Drei benotet. „Beim persönlichen Eindruck war sie aber deutlich besser“, sagt die Mediengestalterin. Begeistert sind beide davon, wie viel Wert das Schleizer Gymnasium auf die Berufsvorbereitung legt. „So etwas hatten wir noch nie“, sagt Benjamin Lück. „Ganz ohne Eigennutz sind wir nicht hier, wir bilden zwar aktuell nicht aus, sind aber eigentlich Ausbildungsbetrieb und es ist immer gut zu sehen, wem man eine Ausbildung in Zukunft anbieten könnte“, erklärt Juliane Riedl den Grund für die Teilnahme am Berufsorientierungs-Tag.

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