Biobauer aus Saale-Orla-Kreis verurteilt: Normale Eier als Bio-Eier verkauft

Gera.  Wegen Betruges stand ein Biobauer aus Ostthüringen vor dem Amtsgericht Gera. Er hatte einen großen Gewinn erzielt, weil er Eier unter falscher Kennzeichnung verkauft hat.

Das Amtsgericht Gera musste sich mit einem Betrugsverfahren wegen gefälschter Bioeier beschäftigen.

Das Amtsgericht Gera musste sich mit einem Betrugsverfahren wegen gefälschter Bioeier beschäftigen.

Foto: Alexander Volkmann

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Das Amtsgericht Gera hat einen Biobauer aus dem Saale-Orla-Kreis wegen Betruges verurteilt, weil er in Größenordnungen konventionell produzierte Eier als Bio-Eier verkauft hat. Obwohl es sich um eine sehr große Menge Eier und einen langen Tatzeitraum handelte, muss der Mann nicht ins Gefängnis – warum berichten wir in unserem Beitrag.

Einem Gerichtssprecher zufolge hatte der 50 Jahre alte Angeklagte über einen Zeitraum von etwa anderthalb Jahren mindestens 400.000 Eier von anderen Erzeugern erworben, um sie als Bio-Eier weiterzuverkaufen. Über seine Kunden, vor allem Großhändler, gelangte der größte Teil der Ware in den Einzelhandel. Die Gewinnspanne betrug über die Hälfte des Verkaufserlöses, wie sich in der Hauptverhandlung zeigte.

Bei Kontrolle aufgeflogen

Der Bauer war bei einer Kontrolle aufgeflogen und deckte im Anschluss selbst das volle Ausmaß der Handlungen auf. Er half den Behörden bei den Ermittlungen, auch vor Gericht gestand der Mann die Tat.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von anderthalb Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Verteidiger plädierte auf eine Strafe von nicht über einem Jahr, ebenfalls ausgesetzt zur Bewährung.

Schöffengericht folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Das für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Schöffengericht des Amtsgerichts Gera unter dem Vorsitz von Friedrich Franke entschied wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstoßes gegen das Öko-Landbaugesetz in mindestens 42 Fällen auf eine Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren, ausgesetzt zur Bewährung. Die Staatskasse zieht zudem den übermäßig vereinnahmten Gewinn von 40.000 Euro ein. Das Urteil ist rechtskräftig.

Auf Delikte im Ökolandbau stehen Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr pro Fall oder Geldstrafen. Gewerbsmäßiger Betrug führt zu Strafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Bei mehreren Fällen bildet das Gericht eine aus seiner Sicht angemessene Gesamtstrafe. Haftstrafen bis zu zwei Jahre können zur Bewährung ausgesetzt werden.

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