Kulturgut

Bornkinnel von Schloss Burgk restauriert [mit Video]

Burgk.  An der 56 Zentimeter großen Holzfigur war Farbe abgeplatzt, andere Partien waren stark verschmutzt.

Restaurator Veit Gröschner (r.) übergibt die restaurierte Bornkinnel-Figur in der Schlosskapelle auf Schloss Burgk an Jürgen Hauck vom Förderverein des Museums.

Restaurator Veit Gröschner (r.) übergibt die restaurierte Bornkinnel-Figur in der Schlosskapelle auf Schloss Burgk an Jürgen Hauck vom Förderverein des Museums.

Foto: Peter Cissek

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Für das Museum auf Schloss Burgk ist es ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Die 56 Zentimeter große Holzfigur namens Bornkinnel kehrte am Donnerstag in restauriertem Zustand zurück. Restaurator Veit Gröschner übergab die Figur an Jürgen Hauck vom Förderverein des Museums. Dieser hatte Geld für das Gutachten beigesteuert. Die Restaurierung wurde von der Thüringer Staatskanzlei bezahlt.

„Im Gesicht, im Nabel- und Beinbereich war Farbe abgeplatzt, am Rücken gab es starke Verschmutzungen“, sagte Restaurator Veit Gröschner aus Rudolstadt. An den Stellen, an denen das Bornkinnel kein Kleid trug und folglich dem Licht ausgesetzt war, kam es zu den Schäden beispielsweise durch Berühren oder Reinigen der historischen Figur. „Das Holz arbeitet, der Lack reißt, dann platzt mal was ab“, erklärte Veit Gröschner.

Die Figur wurde zwischen März und November insgesamt drei Wochen lang restauriert. „Ich konnte nicht kontinuierlich am Bornkinnel arbeiten. Wenn ich eine Kittung machte, musste diese erst aushärten. Ich musste zeitversetzt arbeiten“, sagte der Restaurator. Verwendet habe er Kreide zu drei Teilen aus Bolognese, zu zwei Teilen aus der Champagne und einem halben Teil aus China sowie sechs- bis achtprozentigen Hasenleim. Jede Kreide habe eine andere Körnung. Für die Kittung fertigte Gröschner nach bewährten Rezepten Spezialmischungen an.

Bornkinnel von Schloss Burgk restauriert
Bornkinnel von Schloss Burgk restauriert

Durch die Dokumentation werde man in 100 oder mehr Jahren wissen, welches Material zur Restaurierung des Bornkinnels verwendet wurde, das noch über den Originalanstrich verfügte, sagte Museumsleiterin Sabine Schemmrich. Das Bornkinnel werde wie vor der Restaurierung in einer Vitrine der Schlosskapelle öffentlich zu sehen sein. Auch die Gewänder sollen restauriert werden, da diese inzwischen sehr brüchig sind und an diesen Perlen fehlen. Für diese Zeit bekommt die Figur einen Übergangskittel.

Den Erkenntnissen nach geht Sabine Schemmrich davon aus, dass das Bornkinnel um 1625 vom Schleizer Schnitzer Hans Balbierer angefertigt wurde und einige Stücke der kostbaren Kleidung aus dem 18., andere aus dem 19. Jahrhundert stammen.

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