Bürgermeister der Region fordern Erhalt der Schleizer Klinik

Oettersdorf.  Ein Offener Brief der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte wird an die Krankenhaus-Aufsichtsratsvorsitzende Martina Schweinsburg verschickt.

Ein Pfeifkonzert der Demonstranten in Richtung Landrätin Schweinsburg. Protest gegen die Schließung des Schleizer Krankenhauses am Donnerstag vor dem Landratsamt in Greiz.

Ein Pfeifkonzert der Demonstranten in Richtung Landrätin Schweinsburg. Protest gegen die Schließung des Schleizer Krankenhauses am Donnerstag vor dem Landratsamt in Greiz.

Foto: Petra Lowe

Die Bürgermeister der in der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte organisierten Gemeinden Dittersdorf, Görkwitz, Kirschkau, Löhma, Moßbach, Neundorf, Oettersdorf, Plothen, Pörmitz, Tegau und Volkmannsdorf sowie die Gemeinschaftsvorsitzende Kathleen Mertz (CDU) kämpfen mit einem gemeinsamen Schreiben um den Erhalt des Kreiskrankenhauses Schleiz.

Der Offene Brief ist an die Greizer Landrätin, Präsidentin der Planungsgemeinschaft Ostthüringen und Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH und Kreiskrankenhaus Schleiz GmbH, Martina Schweinsburg (CDU), gerichtet. „Jeder Mensch hat ein Recht, bei einem medizinischen Notfall schnellstmöglich versorgt zu werden. Geht es etwa um schwere innere Verletzungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte können Minuten über die Rettung und Heilungschancen entscheiden. Die Bürger aus Schleiz, Bad Lobenstein, Zeulenroda und großen Teilen des Saale-Orla-Kreises sind froh, dass das Krankenhaus Schleiz ein bislang sehr gutes Angebot zur Rettung und Versorgung vorhält. Doch was ist, wenn das Kreiskrankenhaus Schleiz nicht mehr das Versorgungsangebot wie im bisherigen Umfang bereithält? Einziger Leitgedanke der Gesundheitsversorgung sollte es sein, dass die Patientinnen und Patienten für ihre Erkrankung eine schnelle Behandlung erhalten“, heißt es in dem am Freitag verschickten Offenen Brief.

Krankenhaus Schleiz für viel Geld erneuert

Das Kreiskrankenhaus Schleiz erfülle laut dem Beteiligungsbericht des Landkreises Greiz die Aufgaben des geltenden Thüringer Krankenhausplans, geben die Bürgermeister und die VG-Chefin zu bedenken. Die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen hat im Regionalplan G 3-47 den Erhalt des Krankenhausstandorts Schleiz für die regionale Versorgung festgeschrieben.

Grundversorgung soll im Schleizer Krankenhaus sichergestellt bleiben

„Im ländlichen Raum muss die erforderliche Grund-, Regel- und Notfallversorgung mit einem funktionierenden System von ausgewählten Klinik-Standorten, einem gut organisierten Zubringer- und Rettungsdienst sowie rund um die Uhr vorhandenen ambulanten und stationären Angeboten in regionalen Versorgungsverbünden sichergestellt werden. Dies kann der Krankenhausstandort Schleiz gewährleisten. Planbare Eingriffe können natürlich in spezialisierte Zentren verlagert werden. Es besteht aus unserer Sicht erheblicher Grund zur Sorge, dass der Krankenhausstandort Schleiz zugunsten des Stammhauses Greiz aufgegeben werden soll“ , heißt es in dem von VG-Chefin Mertz verschickten Schreiben.

Krankenhaus wichtig als „öffentliches Haus mit Daseinsfürsorge für die Bürger“

Es erinnert daran, dass das Krankenhaus Schleiz Anfang der 2000er Jahre für viel Geld erneuert und modernisiert wurde sowie im Sommer 2019 mit einem hohen Landeszuschuss als wichtiges Krankenhaus im ländlichen Raum bedacht wurde. „Es ist ein öffentliches Haus mit Daseinsfürsorge für die Bürger von Schleiz und des Saale-Orla-Kreises sowie für die Verunfallten auf der Autobahn 9“, erklärte Mertz. Sie verwies auch auf die Rennveranstaltungen am Schleizer Dreieck oder das Musikfestival Sonne-Mond-Sterne.

Zudem hatte das Schleizer Krankenhaus bis vor einer Woche die einzige Geburtsstation im Saale-Orla-Kreis. Für die Ausweisung von Schleiz als Mittelzentrum sei ein Krankenhaus zwingender Bestandteil des Anforderungskatalogs. Eine Gefährdung des Standortes habe deshalb darüber hinausgehende Auswirkungen.

Am Ende des Offenen Briefes wird Schweinsburg aufgefordert: „Das Schleizer Krankenhaus muss erhalten bleiben! Öffnen Sie die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe!“

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