„Datenschutz“-Insel Saale-Orla

Peter Cissek zur Geheimniskrämerei der Kreisverwaltung in Sachen stadtgenaue Coronazahlen

Peter Cissek

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Der Saale-Orla-Kreis steht in der Region allein da. Inzwischen teilen alle Nachbarlandkreise, also nun auch Saalfeld-Rudolstadt, mit, wie sich die bislang bestätigten Corona-Infektionsfälle auf die Städte und Verwaltungsgemeinschaften verteilen. Die meisten Landkreise veröffentlichen diese Zahlen auch für Einheitsgemeinden auf ihrer Homepage.

Die Schleizer Kreisverwaltung um Behördenleiter Thomas Fügmann (CDU) und Pandemiestabsboss Torsten Bossert bleibt bei ihrer Geheimniskrämerei. Für sie gibt es aus Datenschutzgründen im Saale-Orla-Kreis nur zwei Gebiete: das Oberland und das Orlatal. Sie will verhindern, dass Betroffene identifiziert werden können.

Deshalb will unsere Redaktion auch nicht den Wohnort mit vielleicht 80 Einwohnern wissen, sondern den Namen der Stadt oder der Verwaltungsgemeinschaft mit 3000 und mehr Einwohnern. „Ohne Glasnost gibt es keine Demokratie“, hatte der Generalsekretär der sowjetischen Staatspartei KPdSU, Michail Gorbatschow, im März 1985 gesagt und damit den demokratischen Wandel in den Staaten des Ostblocks schrittweise eingeleitet. Doch gut 35 Jahre später muss unsere Redaktion mit Unterstützung des Deutschen Journalistenverbandes beim demokratisch gewählten Landrat um Transparenz und Offenheit kämpfen. Paradox.

Die Frage ist: Was hat er zu verbergen, vor allem jetzt, wo sich die Arbeit des Pandemiestabes auszahlt und die Zahl der aktuell Infizierten auf einem Niedrigstand ist?

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