Demenz-Beratung startet am 6. Februar in Schleiz

Schleiz.  Ansprechpartner vor Ort ist Manuela Luther, die aber wenn nötig auch ins Haus kommt. Beratung bei Bedarf natürlich auch in Pößneck machbar.

Am 6. Februar hat die Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige beim Behindertenverband Saale-Orla-Kreis in Schleiz Premiere. Ansprechpartner ist Manuela Luther (l.), die ihre Qualifikation zum „Fachbegleiter für Menschen mit Demenz“ abgeschlossen hat. Geschäftsführerin Anja Kuschick-Büttner präsentiert hier die Urkunde, die den Behindertenverband als „Demenz-Partner“ ausweist.

Am 6. Februar hat die Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige beim Behindertenverband Saale-Orla-Kreis in Schleiz Premiere. Ansprechpartner ist Manuela Luther (l.), die ihre Qualifikation zum „Fachbegleiter für Menschen mit Demenz“ abgeschlossen hat. Geschäftsführerin Anja Kuschick-Büttner präsentiert hier die Urkunde, die den Behindertenverband als „Demenz-Partner“ ausweist.

Foto: Uwe Lange / OTZ

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Nächsten Monat wird im Saale-Orla-Kreis die Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige ihre Arbeit aufnehmen - darüber informierte die Geschäftsführerin des Behindertenverbandes, Anja Kuschick-Büttner, bei einem Pressegespräch. „Es wird hier bei uns im Haus, also in der Oettersdorfer Straße 18A in Schleiz, immer donnerstags einen Beratungstag geben, zu dem ein Ansprechpartner vor Ort ist.“ Ganz konkret ist es mit Manuela Luther eine Ansprechpartnerin, die 2019 ihre Ausbildung zum „Fachbegleiter für Menschen mit Demenz“ abgeschlossen hat.

Erster Beratungstag wäre also der 6. Februar! Frau Luther wird unter der am Ende dieses Beitrages zu findenden Nummer zudem telefonisch erreichbar sein und kommt - bei Bedarf - auch ins Haus. „Basis dieser Kontaktstelle wäre zunächst einmal die Kreisstadt. Aber mit der Option, entsprechende Termine für eine solche Beratung auch in Pößneck anzubieten“, betonte Geschäftsführerin Kuschick-Büttner.

Vom Inhalt her geht es einerseits darum, Betroffenen und deren Angehörigen eine umfassende Beratung anzubieten mit dem Ziel, Pflege und Versorgung des Menschen mit Demenz so lange wie möglich im gewohnten Umfeld sicherzustellen. Und andererseits sieht man sich als Anlaufpunkt für Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen möchten oder in ihrem beruflichen beziehungsweise privaten Umfeld damit zu tun haben.

Stichwort Umfeld: „Auch das soll geschult werden. Wir wollen in Einkaufsmärkte gehen und Anleitung geben zur Frage: Wie gehe ich mit jemandem um, der offensichtlich Demenz hat und einkaufen geht? Wir gehen in Apotheken - auch Busfahrer sind das Klientel, an das wir uns wenden möchten“, erklärte Anja Kuschick-Büttner. Erste Erfahrungen bei der Sensibilisierung von Busfahrern zum Thema Demenz in Schleiz, konnten im vergangenen Jahr bereits in Kooperation mit der Kombus GmbH gesammelt werden.

Hier wird es in jedem Fall eine Neuauflage geben - zudem ist geplant, diese Schulungen auch für andere Standorte anzubieten. „26 Teilnehmer hatten wir 2019. Für die Busfahrer war es schön, darüber zu sprechen. Weil sie auch mit solchen Menschen ganz anders in Kontakt kommen. Zeugnis sind ‘Demenz-Partner-Urkunden’, von denen eine ihren Platz in der Info-Stelle der Kombus Schleiz hat“, so Manuela Luther. Wichtig sei dabei nicht zuletzt gewesen, auch das Wissen über Ansprechpartner für zum Beispiel eben Busfahrer zu vermitteln, wenn es unterwegs Probleme gibt.

Noch eine wichtige Zielgruppe für eben diese Schulungen wären auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Erste Kontakte mit Stadtbrandmeister Ronny Schuberth bestätigte Manuela Luther am Mittwoch.

Ein ernstes Nicken kam von beiden Gesprächspartnerinnen auf die Frage nach dem Bedarf für eine solche Beratungs- und Kontaktstelle im Landkreis, verbunden mit dem Kommentar: „Tendenz steigend“. Sie betonten aber ebenso, dass nicht jede Beeinträchtigung des geistigen Leistungsvermögens für sich schon ein Alarmsignal in Sachen Demenz sein muss. Das Vergessen kurz zurückliegender Ereignisse; hartnäckiges Abstreiten von Fehlern, Irrtümern oder Verwechslungen; Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen - um nur mal drei Beispiele zu nennen - KÖNNEN auf eine Demenzerkrankung hindeuten. In diesen oder ähnlichen Fällen wäre es eben dann wichtig für Angehörige zu wissen, wo es Hilfe und Unterstützung gibt.

Ansprechpartner wären ebenfalls die im Saale-Orla-Kreis existierenden Selbsthilfegruppen. Eine davon läuft auch in Trägerschaft des Behindertenverbandes, deren Leiterin ist Manuela Luther. Das nächste Treffen dieser Gruppe ist am 4. Februar um 15 Uhr in der Oettersdorfer Straße 18A. Informationen über und Kontaktdaten von weiteren Selbsthilfegruppen bekommt man auch von Diplom-Psychologin Martina Franke im Landratsamt unter Tel.: (03663) 488-607.

Die Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige beim Behindertenverband ist ab Februar unter Tel.: (03663) 425 47 90 erreichbar.

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