Denkmal in Unterkoskau erinnert an Gefallene im I. Weltkrieg

Unterkoskau.  Engagierte Bürger holten das Mahnmal zurück in den Ort. Viel Ehrenamt war bei der Aktion im Spiel, finanziert zum Großteil mittels Spenden.

Hubertus Heinig (links) und Pfarrer Gero Erber stehen hier am neu hergerichteten, alten Denkmal nahe der Kirche in Unterkoskau.

Hubertus Heinig (links) und Pfarrer Gero Erber stehen hier am neu hergerichteten, alten Denkmal nahe der Kirche in Unterkoskau.

Foto: Simone Zeh / OTZ

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Es ist neu, das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof in Unterkoskau. Aber eigentlich ist das Denkmal schon richtig alt. Es erinnert an 29 Männer aus Unter- und Oberkoskau, die im I. Weltkrieg ihr Leben verloren. Die in Russland, Frankreich oder auch Belgien fielen. „Dass das Denkmal jetzt wieder in Unterkoskau steht, war mir ein Anliegen“, sagt Hubertus Heinig. Er hatte viele Jahre den Wunsch und dachte oft daran.

Es sei wichtig, denn wenn die älteren Leute sterben, wird sich später keiner mehr an die im I. Weltkrieg gefallenen Männer erinnern können. „Es ist Erinnerungskultur“, so der Unterkoskauer Pfarrer Gero Erber. Er hielt kürzlich eine Andacht mit einer Aussegnung der einst Gefallenen.

Rückblick: Hubertus Heinig wusste, dass sich das Denkmal in Tanna befindet. In der DDR erfolgte der Abbruch des Kriegerdenkmales. „Wahrscheinlich Anfang 1970. Die Teile wurden auf den Schutthaufen am Kiesbruch gekippt. Harry Heller, ehemaliger Unterkoskauer, brachte die Teile – außer eines, das fehlte – nach Tanna in seinen Garten am Doktorsberg.”

Vorher hatte das Denkmal zu Ehren der Gefallenen des I. Weltkrieges hinter der Schule, dem späteren Kindergarten und Bürgermeisteramt, gestanden. „Im Januar 2013 machte ich ein Foto vom Denkmal“, erinnert sich Hubertus Heinig. Er konnte aber Harry Heller aus gesundheitlichen Gründen nicht fragen, ob eine Rückholung des Denkmals möglich sei. Heinig brachte seine Idee dann im Gemeindekirchenrat vor.

2018 legte er eine Ablichtung des Denkmals vor und fragte an wegen einer Aufstellung auf dem Friedhof. Da Harry Heller inzwischen verstorben war, setzte sich Hubertus Heinig mit Familie Degenkolb in Verbindung, zu welcher die Tochter von Harry Heller zählt - ob man das Denkmal zurückholen könnte. Und dann ging es ganz schnell: Auf einen Holzrückewagen wurde es geladen und zurück nach Unterkoskau gebracht.

„Der Stein war schon richtig eingewachsen. Die Wurzeln eines Baumes hatten sich darum gelegt”, so Heinig. Der neue Standort für den Granitstein sollte neben dem Denkmal für die Gefallenen des
II. Weltkrieges auf dem Friedhof sein. Vorigen November verlegten und verbanden Andreas Richter, Andreas Adler, Ortsteilbürgermeister Lutz Kätzel und Hubertus Heinig mittels Bagger und Hoflader die einzelnen Teile. Dann wurde noch ausgefugt und alles mit Folie abgedeckt.

Eine Woche später brachte Christoph Petzoldt die Marmorschrifttafeln an. Ebenso hat Marko Drechsel an der Aufstellung des Kriegerdenkmals mitgewirkt. Die Tafeln mit den Namen hatten zuvor in der Kirche gehangen. Auch sie wurden wieder hergerichtet. „Sämtliche Arbeiten wurden auf ehrenamtlicher Basis getätigt. Vieles wurde durch Spenden ermöglicht“, so der Pfarrer. Den Bauablauf dokumentierte Jürgen Burger fotomäßig - einige Bilder sind auch von Hubertus Heinig und Ruth Herold, die das Denkmal vom
II. Weltkrieg jahrelang gut gepflegt hatte.

Mit einer kleinen Andacht wurde die Wiederaufstellung des Kriegerdenkmals von den Einheimischen feierlich begangen. „Viele Gefallene hatten ein Kreuz bei sich. Sie wussten, dass ihr Gott der einzige Trost ist, im Leben und im Sterben“, so der Pfarrer. Mit dem Lied „So nimm denn meine Hände“ gedachte man den Kriegsopfern. An die Gefallenen, die einst im Ort lebten, wird jetzt endlich wieder würdig erinnert.

Jetzt wollen die Unterkoskauer auch das Denkmal, welches an die 43 Gefallenen des II. Weltkrieges erinnert, verbessern. Die Schrifttafeln sind nicht mehr aufzufinden. Daher sollen neue Tafeln mit Namen versehen werden.

Am 10. März sind um 19 Uhr alle Bürger zu einem Gemeindeabend zum Thema Kriegerdenkmal eingeladen. Es werden neue und historische Bilder gezeigt.

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