Dichterschlacht in der Pößnecker Bilke

Hartmut Bergner
| Lesedauer: 2 Minuten
Moderator Martin Göhrisch (rechts) mit Inke Sommerlang und Yannik Sellmann.

Moderator Martin Göhrisch (rechts) mit Inke Sommerlang und Yannik Sellmann.

Foto: Hartmut Bergner

Pößneck.  Poetry Slam mit Inke Sommerlang und Yannik Sellmann in der Pößnecker Stadtbibliothek – organisiert vom Jugendparlament des Kreises.

Am Samstagabend fand in der Stadtbibliothek Bilke eine Veranstaltung statt, die zu einhundert Prozent in das Haus passt, dennoch aber kaum angeboten wird. Die Rede ist von einem Poetry Slam im Sinne von einem Wettstreit unter Dichtern oder anderweitig Literatur-Schaffenden.

Poetry-Slams sind in den 1990er Jahren so richtig in Mode gekommen und die deutschsprachigen Slams wurden von der Unesco 2016 zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Die Veranstaltung am Wochenende ist dem Jugendparlament des Saale-Orla-Kreises zu verdanken. Die ehrenamtlich aktiven jungen Leute organisierten, luden ein und moderierten auch den gut einstündigen Abend.

Mit Inke Sommerlang und Yannik Sellmann waren die wichtigsten Personen, die Slam-Poeten, pünktlich angereist und hatten auf der Bühne Platz genommen. Flankiert wurden sie von den Moderatoren Martin Göhrisch und Linus Leidl, Jugendparlamentsmitglieder, die sich auch als geschickte Interviewer entpuppten.

Als Einstieg zauberten sie aus einem Zylinderhut vorab gesammelte Zettelchen, auf denen recht persönliche Fragen standen. Diese gingen zurück bis in die Kindheit, die Schulzeit und den bisherigen Werdegang. Man ist mit Inke und Yannik per du, fragt nach den nächsten und fernen Zielen, sinngemäß aber auch, ob man als Künstler einen Knacks haben muss. Mit „Muss man, statistisch betrachtet, wohl nicht“, lassen sich die Antworten zusammenfassen.

Zu einem Schlagabtausch, einer Dichterschlacht, dem Wettstreit, bei dem einer gewinnt, kam es an diesem Abend nicht und war auch nicht beabsichtigt. Beide Gäste haben ihr können schon längst bewiesen und verdienen ihr Geld als freischaffende Künstler. Sellmann wohnt in München, hat mehrere Siege auf der Haben-Seite, tritt auf und ist auch Sketchwriter für andere. Sommerlang aus Leipzig hat in Jena studiert, das Schreiben und Sprechen zum Beruf gemacht und arbeitet an ihrer Doktorarbeit.

Die vorgetragenen Werke lassen einen Blick in das Innerste der Verfasser zu, können aber unterschiedlicher nicht sein. Hier der Umweg über das Lustige und dort wird direkt das Problem angesprochen. Beide Varianten erreichten ihr Ziel, unterhielten und regten zum Nachdenken an. Applaus und der Wunsch nach weiteren Slams war der Lohn.