Dreckecke aus dem Schleizer Stadtbild getilgt

Schleiz.  Einheimische sind voll des Lobes über die neue Gestalt der Ludwig-Jahn-Straße.

Bürgermeister Marko Bias (links) und Kombus-Geschäftsführer Dirk Bergner freuen sich über den Abschluss der Bauarbeiten in der Ludwig-Jahn-Straße in Schleiz. Ein zentrales Element des fast millionenteuren Projektes ist die neue Bushaltestelle für das Dr.-Konrad-Duden-Gymnasium.

Bürgermeister Marko Bias (links) und Kombus-Geschäftsführer Dirk Bergner freuen sich über den Abschluss der Bauarbeiten in der Ludwig-Jahn-Straße in Schleiz. Ein zentrales Element des fast millionenteuren Projektes ist die neue Bushaltestelle für das Dr.-Konrad-Duden-Gymnasium.

Foto: Marius Koity / OTZ

„Sehr schön geworden!“ „Gut gelungen!“ „Prima gemacht!“ Voll des Lobes waren die Schleizer und ihre Gäste, die am späten Freitagvormittag weder vor dem Corona-Virus noch vor dem Regen Angst hatten und in einem recht großen Kreis die Freigabe der aufwendig sanierte und frisch für den Verkehr freigegebenen Ludwig-Jahn-Straße ein bisschen feierten.

Immerhin seien in dem wenige hundert Meter langen Straßenstück 950.000 Euro verbaut worden, wie Bürgermeister Marko Bias (CDU) zusammenfasste. Mit 705.000 Euro habe die Kreisstadt den Löwenanteil dieser Kosten übernommen. Den übrigen sechsstelligen Betrag teilen sich weitere Beteiligte wie der Zweckverband Wasser und Abwasser Obere Saale, die Thüringer Energienetze GmbH und das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises.

Förderung nur für die Bushaltestelle

Die Sanierung „einer der schlechtesten Straßen in der Stadt“ sei ein finanzieller Kraftakt gewesen, so der Bürgermeister. Denn nur für die Bushaltestelle habe es Fördermittel gegeben – mit 135.000 Euro dann aber anscheinend ordentlich –, für den reinen Verkehrsweg nicht, weil die Ludwig-Jahn-Straße das Pech habe, nur eine Nebenstraße zu sein.

Allerdings eine „wichtige Nebenstraße“, wie SPD-Stadtrat und Bias-Vorgänger Juergen K. Klimpke betonte. Schon zu seiner Zeit im Rathaus habe die Ludwig-Jahn-Straße auf der Liste gestanden, sei aber gerade mangels Fördermittel nicht angefasst worden. Aber gut, dass sie jetzt gemacht sei – „es war an der Zeit“, resümierte der Lokalpatriot im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Blick ins Archiv verrät, dass die Sanierung der Ludwig-Jahn-Straße schon 2005, zu Zeiten von Bürgermeisterin Heidemarie Walther, heute Stadträtin des Bündnisses für Schleiz, ein Ansinnen der Stadt war.

„Das war vorher eine Dreckecke mit Bushaltestellenschild“, erzählte Vizelandrat Jürgen Hauck (CDU). unter seinem Regenschirm. „Wir waren als Kreisverwaltung zwar nur geringfügig an diesem Projekt beteiligt, mit etwa 25.000 Euro, hatten aber ein fundamentales Interesse daran, dass der Schülerverkehr für unser Gymnasium verbessert wird.“ Gerade in dieser Hinsicht gibt es allerdings noch zu tun. Ein Buswartehäuschen für die Dudenschüler kann frühestens ab 10. November geliefert werden.

An Schultagen steigen um die 600 Kinder und Jugendliche in der Ludwig-Jahn-Straße ein und aus, überschlug Kombus-Geschäftsführer Dirk Bergner auf Nachfrage. Insgesamt zwölf Busse seien pro Transportschicht im Einsatz. Am frühen Nachmittag fahren am Dr.-Konrad-Duden-Gymnasium fünf Busse gleichzeitig ab, hieß es, deshalb sei die barrierefreie Haltestelle auch für so viele Fahrzeuge ausgelegt.

Für Fragen, warum die Bauarbeiten zwei Jahre in Anspruch genommen haben, hat der Schleizer Bürgermeister wenig Verständnis. „Das war von Anfang an so geplant, gerade aus Rücksicht auf den Schulbetrieb“, erklärte Bias mit Verweis auf die beiden Bauabschnitte (Mai bis November 2019/Einmündung Hofer Straße bis Einmündung Goethestraße, April bis Oktober 2020/Einmündung Goethestraße bis Einmündung Oschitzer Straße). Man habe sich zur Freigabe der grundhaft ausgebauten und neu gestalteten Straße zum 31. Oktober 2020 verpflichtet, und dieses Versprechen sei auch eingehalten worden.

Anwohner mit viel Geduld

Zu verdanken sei der pünktliche Abschluss des Großprojektes nicht nur den Bauleuten von der Schwall + Meyer Hoch- und Tiefbau GmbH aus Neustadt oder den Ingenieuren von der Bauplanung Plauen GmbH aus dem Vogtlandkreis, sondern auch den Anwohnern. Diesen bescheinigte Bias eine „konstruktive Mitwirkung“ und „viel Geduld“. Bei einer Bratwurst und Erfrischungsgetränken nach Wahl spielte der Ärger der Vergangenheit allerdings keine Rolle mehr.