Druckvolle Reise in die goldene Rockgeschichte

Blankenberg  Bluewater bei ihrem Debüt im Musik-Film-Theater in Blankenberg gefeiert

Frontfrau Jenny Kallabis von Bluewater.

Frontfrau Jenny Kallabis von Bluewater.

Foto: Roland Barwinsky

Heftigen Beifall gab es am Samstagabend im dortigen Musik-Film-Theater bereits zu Beginn. Frontfrau Jenny Kallabis von Bluewater lobte den Veranstaltungsort als besonderes Kuscheldomizil. Mit einem rustikalen Ambiente, das anderswo schon längst abhanden gekommen sei. Diese Charmeoffensive wurde noch mehrmals wiederholt. Tatsächlich passte die ganze Deko ringsum bestens zu dem Repertoire, welches das Quartett aus Berlin mitbrachte. Songs mit Powerbonus katapultierten das Publikum oft zurück bis hinein in die frühen 1970er Jahre. Im Mittelpunkt der stets kurzweiligen Erinnerungsreise stand die tönende Erbmasse einer nur 27 Jahre alt gewordenen Granddame der Hippieära. Natürlich enterte diese bizarre Ikone im August vor 50 Jahren auch die Bühne des berühmten Woodstock-Festivals. Früh um zwei Uhr, zugedröhnt und ziemlich mitgenommen. Noch heutzutage entfacht auch deswegen der Begriff exzentrisch im Zusammenhang mit Janis Joplin eine ganz besondere Wohlfühl-Atmosphäre. Ihrem genauso pittoresken Weggefährten, Jim Morrison von den Doors, soll sie einst während einer Zechtour eine Flasche Whiskey entgegen geschmettert haben… Als die Frau 1970 recht jung in den Himmel kam, hinterließ sie per Testament rund 1500 Dollar, die ihre Freunde wunschgemäß auf einer Party durchbrachten. Sie hinterließ der Nachwelt zugleich klingende Dauerbrenner wie „Move over“ oder „Mercedes Benz“. Beim letztgenannten Überflieger schalteten sich nach Mitternacht die Fans im Kino recht rührend und starken Stimmen ein. Fazit: Bluewater, bestehend aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Sängerin, gruben in ihrem dreigeteilten Auftritt jede Menge druckvoller Hits aus und machten daraus – teilweise mit Hilfe erfrischender Neubearbeitungen – eine treibende Angelegenheit. Denn die Tanzfläche wurde fast durchgängig von gut gelaunten Tänzern okkupiert. Ein probates Mittel, um den persönlichen Adrenalinspiegel zu erhitzen.

Thorsten Murr, einer der umtriebigen Organisatoren dieses Kulturanbieter, kündigte zum Schluss noch die weiteren Livetermine seines Hauses in der Herbstsaison an. Zunächst erscheint am 26.Oktober die Gruppe Blank. Sie spielten bereits 2003 hier. Damals wurde begonnen, im Kinosaal Konzerte durchzuführen. Am 30.November startet Tino Standhaft mit einem Eric-Clapton-Programm durch.Und Silvester, so der elektrisierte Ankündiger, soll es in dem Saal mit Spaß und passendem musikalischen Begleitschutz eine Supersause bis hinein ins neue Jahr geben.

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