Bauvorhaben

Ein Feriendorf in Saalburg als neuer Stadtteil

Saalburg-Ebersdorf.  Vorentwurf wird der Öffentlichkeit vorgestellt und ab Januar ausgelegt

Das alte Milchhof-Gelände in Saalburg bietet Platz für den Bau von Urlauberquartieren.

Das alte Milchhof-Gelände in Saalburg bietet Platz für den Bau von Urlauberquartieren.

Foto: Archivfoto / Reinhard Kübrich

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Es klingt im Entwurf wie ein Betriebsferienheim: „Erholungsanlagen an den Saalburger Marmorwerken“. Doch was sich hinter der wenig werbewirksamen Bezeichnung verbirgt ist die Vorstellung von einem großen Erholungsgebiet, das sich auf eine Gesamtfläche von 115 Hektar erstreckt und vom Bauamtsleiter der Stadtverwaltung Saalburg-Ebersdorf, Bernd Rudolph, gar als ein „komplett neuer Stadtteil“ bezeichnet wird.

Es geht, so viel lässt die Ortsbezeichnung bereits vermuten, um jene Flächen in Saalburg, auf denen sich das ehemals sehr große und heute im deutlich kleineren Rahmen noch in Betrieb befindliche Marmorwerk befindet. Aber auch das Areal des ehemaligen Milchhofes ist in die Idee eingebunden, hier ein nahezu autarkes Feriendorf entstehen zu lassen. Mit eigener Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, mit Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Die zur Nutzung vorgesehene Fläche schließt auch die Bahnhofstraße und das Bahnhofsgelände mit ein, beschreibt Rudolph den Vorentwurf, als dem Stadtrat in dieser Woche die ersten Skizzen gezeigt werden.

Beseitigung „städtebaulicher Missstände“

Genutzt werde „eine dem Außenbereich bereits entzogene Fläche“, geht Rudolph auf die Standortvorteile ein. Mit der Umsetzung des Vorhabens würden „städtebauliche Missstände beseitigt“. Auf dem Milchhof-Gelände werde nicht erhaltenswerte Bausubstanz abgerissen. Für das Marmorwerk-Areal sind der Bau eines Bade-, Wellness- und Fitnessbereichs denkbar, zudem ein Hotel mit rund 200 Gästezimmern sowie eine Gaststätte mit Seeterrasse. Zudem könnten mehrere Ferienhäuser, eventuell zweigeschossig, mit weiteren rund 200 Quartieren entstehen.

„Das ist ein Vorentwurf“, betont Rudolph, dass es jetzt noch nicht die Zeit ist, um sich bereits in Details zu verlieren. Zudem könne er derzeit keine Zeiten für Baubeginn und Fertigstellung nennen. Vielmehr bestehe zunächst die Möglichkeit, Anregungen, Bedenken und Hinweise an den Vorhabenträger zu geben. Bernd Rudolph: „Die Bevölkerung und die Träger öffentlicher Belange können sich äußern.“ Dazu werde der Vorentwurf des Bebauungsplanes nach dem Jahreswechsel im Zeitraum vom 6. Januar bis zum 7. Februar in den Räumen der Stadtverwaltung in Saalburg und in Ebersdorf öffentlich ausgelegt.

Noch kein städtebaulicher Vertrag

Was bislang offenbar noch fehlt, ist ein städtebaulicher Vertrag zu diesem Vorhaben, in dem die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privatem Investor geregelt ist. „Der städtebauliche Vertrag steht für mich am Beginn“, verdeutlicht Uwe Zimmermann (CDU), „ich möchte nicht, dass irgendwas in eine unseriöse und unqualifizierte Richtung verläuft.“ Auf seine Nachfrage hin ist seitens der Stadtverwaltung jedenfalls bestätigt worden, dass der städtebauliche Vertrag „noch nicht von beiden Seiten unterschrieben“ sei.

Was Einwohner im Zusammenhang mit dem Erholungsgebiet schon jetzt umtreibt ist die Frage des Kläranlagenbaus. Seit dem Frühjahr rumort es in Saalburg, weil der Bau eines zentralen Klärwerkes an dem expliziten Aussichtspunkt „Weinleite“ vorgesehen ist. Ursprünglich war stets ein Standort unweit des Wetteraweges im Gespräch gewesen, was nach Darstellung des Zweckverbandes Wasser/Abwasser „Obere Saale“ jedoch mit einem höheren Aufwand verbunden und betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen wäre. Mit dem Bau eines Feriendorfes von der vorgestellten Dimension sollten hierzu eventuell neue Überlegungen angestellt werden, so die Hoffnung von Einwohnern.

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