Einbußen bei Eintrittsgeldern im Grenzmuseum Mödlareuth

Mödlareuth.  Das Museum Mödlareuth zählt coronabedingt weniger Besucher. Das Freigelände am geplanten Museumsneubau soll eine Aussichtsplattform erhalten.

So soll der Innenraum des Museums in Mödlareuth eines Tages aussehen. Die Bietergemeinschaft „Atelier 30 Architekten BDA“ und „Grünplan Landschaftsarchitekten BDLA" werden den Museumsneubau in Mödlareuth errichten.

So soll der Innenraum des Museums in Mödlareuth eines Tages aussehen. Die Bietergemeinschaft „Atelier 30 Architekten BDA“ und „Grünplan Landschaftsarchitekten BDLA" werden den Museumsneubau in Mödlareuth errichten.

Foto: Landratsamt Hof

Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth rechnet wegen der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie mit Einbußen bei den Eintrittsgeldern bis Ende September in Höhe von geschätzt knapp 76.000 Euro. Das Grenzmuseum war vom 14. März bis 10. Mai geschlossen, außerdem haben in der ersten Jahreshälfte über 380 Besuchergruppen ihren Besuch storniert.

Davon abzuziehen seien Minderausgaben aufgrund von Einsparmaßnahmen über 40.830 Euro, sodass ein geschätzter Nettofehlbetrag von knapp 36.000 Euro zusammenkomme, teilte Geschäftsleiter Hermann Seiferth am Dienstagnachmittag auf der Sitzung des Museumszweckverbands mit, dem auch der Saale-Orla-Kreis und die Stadt Gefell angehören.

Der Zweckverband hatte soweit möglich Kurzarbeit angemeldet. Während der Schließung seien 450-Euro-Kräfte nicht im Kassenbereich beschäftigt worden, lediglich für Reinigungsarbeiten in Büros. Auf den Einsatz von Honorarkräften wurde komplett verzichtet, so Hermann Seiferth. Ob der Fehlbetrag bis Ende des Jahres gedeckt werden kann, sei aktuell noch nicht absehbar. Die Besucherzahlen im August lagen jedenfalls über den Werten des Vorjahresmonats.

Über 91.000 Besucher im Vorjahr in Mödlareuth

Im Jahr 2019 haben insgesamt 91.352 Besucher das Deutsch-Deutsche Museum besucht. Das ist das zweitbeste Ergebnis nach über 96.000 im Jahr 2015. Damals profitierte Mödlareuth, das als Vorlage für den sechsteiligen ZDF-Fernsehfilm „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ diente, von dem großen Zuschauerinteresse. Im Jahr 2019 hatten zudem insgesamt 754 Besuchergruppen eine Führung gebucht, 179 Gruppen besichtigten die erhaltenen DDR-Grenzanlagen ohne Führung, teilte Museumsleiter Robert Lebegern mit.

Im Museum gab es 15 Vorträge und Lesungen, drei Sonderausstellungen, vier dreitägige Schülerseminare, sieben Lehrerfortbildungsseminare, 28 Projekttage mit Schülern und 43 Erwachsenenbildungsveranstaltungen.

Tourguide-System soll angeschafft werden

Für das Museum soll ein 15.000 Euro teures Tourguide-System angeschafft werden, das zu 90 Prozent vom Bund gefördert werde, teilte der Zweckverbandsvorsitzende und Hofer Landrat Oliver Bär (CSU) mit.

Das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth soll für rund 13 Millionen Euro um ein neues Museumsgebäude erweitert, darüber hinaus das Freigelände neugestaltet werden. Insgesamt elf Millionen Euro, jeweils zur Hälfte von Bund und Freistaat Bayern, sind dafür bereits zugesagt. Dazu fließen 800.000 Euro vom Freistaat Thüringen in das Großprojekt. Das „Atelier 30 Architekten BDA“ aus Kassel sowie „Grünplan Landschaftsarchitekten BDLA“ aus Hannover werden die Neugestaltung übernehmen.

Die Bietergemeinschaft konnte sich vor knapp einem Jahr beim europaweiten Vergabeverfahren mit Architektenwettbewerb durchsetzen. Mit rund 1500 Quadratmetern steht ausreichend Platz für ein neues Besucherzentrum mit Dauer- und weiteren Sonderausstellungen, für grenzüberschreitende Seminare für Schüler und Erwachsene und für Gastronomie und Verwaltung zur Verfügung. Entstehen soll auf dem Freigelände nun auch eine Aussichtsplattform mit Blick auf die im Original erhaltenen DDR-Grenzanlagen.

Die favorisierte Freigelände-Variante soll demnächst den rund 50 Einwohnern des Dorfes, das zur Hälfte in Thüringen und Bayern liegt, vorgestellt werden. Für nächstes Jahr sei die Ausschreibung und der Baustart geplant, so Oliver Bär. Im Zuge der Planungen zur Museumserweiterung wird der wissenschaftliche Beirat per Beschluss vom Dienstag von sieben auf zehn Mitglieder erweitert.