Meine Meinung

Expertise für Entscheidungen

Bad Lobenstein  Peter Hagen zum Kampf um die Höllentalbahn

Peter Hagen

Peter Hagen

Foto: Andreas Wetzel

Dieser Sommertag im zurückliegenden August im oberfränkischen Lichtenberg hatte über Landesgrenzen hinweg aufhorchen lassen: Das bayerische Umweltministerium erteilte offiziell seine Zustimmung zur Umsetzung des gigantischen Hängebrücken-Projektes in einem sensiblen Naturbereich. Und angesichts der feierlichen Stimmung an der Lichtenberger Burganlage hatte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Gespräch mit unserer Zeitung gleich mit ausgeplaudert, dass man auch für die Höllentalbahn kämpfe. Also für den Lückenschluss beim Schienenverkehr im gleichen Naturschutzgebiet.
Nun mag dieser "Kampf" auf der bayerischen Seite vielleicht nicht wirklich so intensiv aussehen, wie er seit Jahren im Freistaat Thüringen geführt wird. Aber es stimmt verhalten optimistisch, wenn entlang des Höllentals zumindest keine neuen Prellböcke installiert werden.
Allmählich nähert sich der seit 30 Jahren laufende Prozess zum knapp sechs Kilometer langen Lückenschluss konkreten Entscheidungen. Sobald die Expertise vorliegt, die im neuen Jahr von einem Fachgremium erstellt wird, gibt es erstmals eine fundierte Grundlage für weitere politische wie auch wirtschaftliche Weichenstellungen. Selbst wenn sich zeigen sollte, dass die Reaktivierung der Höllentalbahn nicht zu rechtfertigen ist, dann wäre dies wenigstens ein Ergebnis und eine Art Schlussstrich. Doch noch ist der Zug längst nicht abgefahren.